Alice Cooper – Paranormal (2017) – Auf CD im Handel erhältlich

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(Alt) Schock-Rocker Alice Cooper ist zurück, und präsentiert mit „Paranormal“ den neuesten Streich seiner – durchaus als legendär zu bezeichnenden – Karriere. Altes Eisen oder pures Gold? Christian hat sich die Scheibe angehört.

Label: earMUSIC

Genre: Metal, Rock

Artikel von Christian Jürs

Fast sechs Jahre lagen zwischen dem letzten Studioalbum „Welcome 2 my Nightmare“, einem genialen Sequel zum Erstling und dem kürzlich erschienenem Doppel-CD-Album „Paranormal“. Dazwischen war der Opa des Shock-Rocks mit touren, den „Hollywood Vampires“, Saturn-Werbung und seinem Lieblingssport Golfen beschäftigt. Ich durfte ihm während dieser Zeit beim „Rock meets Classic“-Konzert aus der ersten Reihe zujubeln, wo er mit der genialen Orianthi an der E-Gitarre als Mainact auftrat.

Alice, der es immer verstand sich wieder neu zu erfinden, was mal besser („Brutal Planet“, „Along Came A Spider“), mal geringfügig schwächer („Dirty Diamonds“) funktionierte, präsentiert uns hier ein launiges Alterswerk, das so gar nicht leise oder gar weise daher kommt. Stattdessen gibt der immerhin 69 jährige Vincent Furnier unter Produzent Bob Ezrin, der hier auch am Keyboard zu hören ist, ganze 10 neue Songs lang Vollgas. Und nicht nur das. Eine Bonus-CD ist auch noch im Gepäck.

CD 1 startet dann gleich stimmungsvoll mit „Paranormal“, einer düsteren Rocknummer, die aus einem Tim Burton-Film hätte stammen können und sofort ins Ohr geht. Danach geht’s erst einmal ohne Horrorelemente mit „Dead Flies“ und „Fireball“ weiter. Insbesondere letztere Song, der mächtig aufs Gas drückt und mit einem leicht verzerrten Alice daher kommt, macht unheimlich Laune und gehört zu den Highlights der Scheibe. „Paranoiac Personality“ besinnt sich dann wieder dem Shock-Rock und entführt uns in die Welt des Alice Cooper, zwar einen Gang ruhiger und fröhlich gestimmter, dafür phasenweise an Pink Floyd erinnernd. Die Folgesongs „Fallen In Love“, „Dynamite Road“, „Private Public Breakdown“, „Holy Water“ und „Rats“ entfernen sich von diesem Konzept, bilden aber hörenswerte Einblicke in die Welt des Rock n´Roll und Hard Rock. Erst mit dem letzten Song „The Sound Of A“ wird’s zum Abschluss wieder schön düster und melancholisch.

Insgesamt wäre dies ein nettes, aber nicht geniales Cooper-Album. Doch die Bonus-CD, welche zwar sechs nette, aber für Fans eigentlich überflüssige Livesongs bereit hält, enthält noch zwei besondere Schmankerl: Die Studiosongs „Genuine American Girl“ und „You And All Of Your Friends“ hat der Meister zusammen mit den Originalmitgliedern der alten „Alice Cooper Band“ aufgenommen, weil er nach eigener Aussage hören wollte, wie die Jungs heute zusammen klingen würden. Und da kann ich sagen „Ganz ausgezeichnet!“. Die beiden Songs sind herrliche Uptempo-Nummern, bei denen Melodie, Text und Spielfreude eine passende Einheit bilden. Allerdings hätten diese auf der ersten CD durchaus noch mit drauf gepasst. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Erwähnen möchte ich unbedingt noch die (teils recht überraschenden) Gastmusiker. So musizierten an Alice Seite unter anderem Roger Glover (Deep Purple), Billy Gibbons (ZZ Top) und Larry Mullen Jr. (U2).

Wen Das nicht überzeugt hat, hier der Titeltrack:

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