The Wailing – Die Besessenen (2016) – Seit 12. Oktober im Kino / Ab Februar 2018 im Handel – Spoilerfreie Review!

Der koreanische Horror mausert sich seit einigen Jahren zu einem favorisierten Subgenre unter Fans von Geistern und Dämonen. “The Wailing” haut uns in knapp 2 1/2 Stunden eine Menge Okkultismus um die Ohren. Lohnt es sich ins Kino zu gehen, oder wartet man doch lieber auf den Heimkinorelease, der uns im Februar kommenden Jahres von Pierrot LeFou serviert wird?

Originaltitel: Gokseong

Regie: Na-Hong Jin

Darsteller: Kwak Do Won, Hwang Jun Min, Kunimura Jun

Artikel von Victor Grytzka

Eigentlich wollte ich “The Wailing” ja im Kino sehen. Der Trailer sah spannend aus, die Stimmung passte… Koreanischer Horror? Count me in! Schönen Dank an die Presseabteilung von Pierrot Le Fou, die mir einen Presselink zur Verfügung stellte, so dass ich “The Wailing” vom heimischen Sofa aus begutachten konnte. Was kann der Okkult-Streifen denn nun wirklich?

In einem abgelegenen südkoreanischen Dorf häufen sie Fälle brutaler Übergriffe. Es scheint so, als würden einige Dorfbewohner durchdrehen und grundlos auf ihre Mitmenschen losgehen. Polizist Jong-gu nimmt die Ermittlungen in dem Fall auf. Schnell findet er heraus, dass die Dorfbewohner einen kürzlich zugezogenen Japaner für die Vorfälle verantwortlich machen. Von Okkultismus und religiösen Ritualen ist die Rede. Als die Tochter von Jung-go auch zu den Besessenen zählt, nimmt er den Kampf gegen das Böse auf und gerät in einen Sog des Grauens…

Was waren meine Erwartungen doch hoch. Dieser Film wurde bereits im Vorfeld über den grünen Klee gelobt. Okay, sagte ich mir, das muss ja was werden. Wo fange ich bloß an? Atmosphärisch – das trifft es, zumindest wenn man auf die Inszenierung eingeht. Sehr trist gestaltet sich der Film, schmutzige und unfreundliche Umgebungen, weitestgehend aus starren Kameraperspektiven gefilmt. Ein “Grau in Grau” – Look, der den Film sehr gut kleidet. Darstellerisch gibt es keinen Grund zur Klage. Ein überzeugender Cast spielt sich hier in mehreren Akten in Ekstase, und liefert eine sehr überzeugende Performance ab. Der Soundtrack unterstreicht das Ganze, und wird gekonnt eingesetzt. Da wo es passt, bekommen wir stimmungsvolle Musik zu hören, über weite Strecken begleitet uns aber auch lediglich das Rauschen der Bäume, das prasseln des Regens… Und das ist durchaus so gewollt und defintiv atmosphärisch. Klingt gut, oder? Abwarten…

Die Story an sich bietet Potenzial. Der eigentliche Fokus liegt weniger auf einem übernatürlichen Aspekt, als mehr auf einer religiös-okkulten Basis. Interessant, und durchaus ein erlaubtes Stilmittel, allerdings hakt es an einigen Stellen gewaltig. In erster Linie kann man die Schuld dem Erzähltempo zuschustern. Über lange Zeiträume passiert einfach nichts weltbewegendes, etwaige Mysterien werden teils zu schnell, teils zu langsam abgespult, so dass der Eindruck entsteht, man hätte einfach zu viel “Füllmaterial” benutzt.

Zwar gibt es auch viele schaurig-schöne Elemente, insbesondere ist hier die besessene Tochter hervorzuheben, die einem das ein oder andere mal schon einen kleinen Schauer über den rücken jagt, doch sind diese leider (oft) vorhersehbar, und kommen auch erst im letzten Drittel des Films so richtig zum Tragen. Der religiöse Aspekt ist schön ausgearbeitet und bringt uns einige Einblicke in eine seltsame Welt, reicht jedoch nicht, um den Film in die Oberliga des Storytelling zu erheben.

Da ich die Rezension so Spoilerfrei wie möglich halten will, werde ich nicht zu sehr auf einzelne Ereignisse eingehen, doch eine Sache sei verraten – wer tapfer die gesamte Laufzeit übersteht, wird mit solch einem rabenschwarzen und trostlosen Finale belohnt, dass man sich als Zuschauer regelrecht “schlecht” fühlt – und das meine ich durchaus postiv.

Fazit:

Interessanter Ansatz einer “Exorzismus” Geschichte, der aber im Endeffekt an zu vielen Momenten scheitert, in denen nichts passiert. Charakterstudien schön und gut, aber muss ich mir jeden Furz im Leben des Polizisten ansehen, um endlich an den Punkt zu kommen an dem der Film endlich mal in Fahrt kommt? Mittelmäßiges Erlebnis, das man sich getrost auch mal im Heimkino ansehen kann. Meins war es nicht!

Trailer:

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