Gratisfilm Special – Die Full House Trilogie

Unser FilmAB! – Special ist vorbei und Ihr seid deshalb traurig? Muss doch nicht sein. Die Medienhuren machen einfach weiter und spendieren Euch weiterhin jeden Freitag Abend einen Gratisfilm, den Ihr Euch legal und völlig kostenlos im Netz anschauen könnt. Diese Woche gibt es derer sogar gleich Drei. Die “Full House” – Trilogie ist Kai Kinnerts Antwort auf Quentin Tarantinos “Pulp Fiction”.  

Full House / Oktober 92 / Matt

Regie: Kai Kinnert

Darsteller: Thomas Hänisch und Günther Schaupp

Artikel von Christian Jürs

 

 

Sommer 1995

Der Beziehungsfilmer Kai Kinnert, der mit seinen Filmen “Die Geschichte von Mark und Claudia” und “Inseln” einen Siegeszug auf den deutschen Independentfilm-Wettbewerben bestritt, wollte etwas Neues ausprobieren. Der durch “Pulp Fiction” in den vergangenen Monaten entstandene Gangsterfilmhype aus Amerika sollte auch ihn ergreifen und so verfasste er das Drehbuch zu dem Kurzfilm “Full House”. Es sollte seine erste größere Produktion werden, die mit Hilfe von Filmfördergeldern ermöglichen konnte. Für die Hauptrollen gewann er die Theater- und Fernsehschauspieler Thomas Hänisch und Günther Schaupp, die als ungleiches Killerpaar zu überzeugen und zu unterhalten wussten. Doch ihr Auftritt sollte keine einmalige Sache bleiben, denn “Full House” kam so gut bei seinem Publikum an, dass mit “Oktober 92” und “Matt” zwei weitere Abenteuer mit den glücklosen Profikillern entstehen sollten.

 

FULL HOUSE

(1995)

(Laufzeit: 16 Minuten)

 

“Der Kofferraum geht nicht zu wenn sein Arm so liegt!”

Gleich die ersten gesprochenen Worte machen vom Tonfall her klar:

Die Nerven liegen blank.

Kein Wunder: Diese Hitze, der Zigarettenqualm, die Unordnung auf dem Amaturenbrett und dann noch diese rasenden Kopfschmerzen. Nein, zwei Aufträge an einem Tag sind auch für das beste Profikillerduo einfach zu viel…

Tatsächlich war die ersten zwei Tage des ursprünglich auf drei Tage konzipierten Drehs eine Gluthitze. Ich muss es wissen, war ich doch damals beim Dreh zugegen und durfte Kameraschienen schleppen, Straßen absperren, Tiereingeweide (die letztlich nicht benötigt wurden) beim Schlachter abholen und bei 35 Grad im Schatten dem Team hinterher bringen…und….äääh…Kaffee trinken (der war immerhin kostenlos). Leider führte ein sintflutartiger Regen am morgen des dritten Drehtages zum Erliegen der Dreharbeiten, die erst mehrere Wochen später wieder aufgenommen werden konnten. Gott sei Dank, denn hier entstand ein kleiner Klassiker aus dem Independentfilm- (früher “Home Made”) Bereich, der nicht umsonst zu zwei Fortsetzungen geführt hat.

Seht selbst:

 

Full House 2 – Oktober ´92

(1996)

Laufzeit: 16 Minuten

Wie im Vorgängerfilm bereits angedeutet, ging bereits an titelgebendem Datum ein Auftrag unseres Killerduos in die Hose. Was genau geschehen ist und wie viel Baklava ein Mann vertragen kann, zeigt uns dieses ein Jahr später entstandene Prequel in weiteren 16 Minuten.

Eine norddeutscher Gangsterposse, die inszenatorisch zwar an den Vorgänger heranreicht, dessen Witz aber nicht ganz erreicht. Trotzdem eine höchst amüsante und bleihaltige Gangsterkomödie, deren Bodycount den des Vorgängers jedoch um Längen übertrifft.

 

Full House 3 – MATT

(1998)

Laufzeit: 41 Minuten

Nachdem die Zuschauer und auch Kai Kinnert selbst mit dem ungleichen Gangstergespann bereits abgeschlossen hatte, trug ihm sein Bekannter Peter Gliesmann ein Drehbuch zum Sequel des Originalfilms zu, welches dann tatsächlich mit dem größten Aufwand und der längsten Drehzeit der Trilogie.

Jahre nach ihrem letzten Zusammentreffen müssen die beiden ungleichen Killer erneut zusammenarbeiten. Doch die Narben von einst sitzen tief. Doch bevor der Auftrag ihre volle Aufmerksamkeit erhalten kann, müssen zunächst die Filme zurück in die Videothek gebracht werden. Die Nachgebühr wäre sonst zu hoch…

Noch aufwändiger, länger und jetzt sogar in Farbe. Das norddeutsche Killerduo traf 1998 noch einmal aufeinander um einen letzten, tödlichen Auftrag abzuwickeln. Der Witz der Vorgänger wird hierbei weitestgehend erreicht, auch wenn das Original natürlich ungeschlagen bleibt. Trotzdem lohnt es sich natürlich, auch diesen Teil der Trilogie zu konsumieren. Ein echtes Stück norddeutscher Independentfilm-Geschichte.

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