He’s dead, Jim – Star Trek Special – Episode 001 – The Cage / Der Käfig

Ep. 001 – Es gab eine Zeit vor Captain Kirk, war diese auch nur kurz und wurde mit einem (bis ins Jahr 1986) nicht ausgestrahlten Pilotfilm bedacht, so verdient die Episode “The Cage” bzw. “Der Käfig” doch besondere Aufmerksamkeit. Captain Pike, melden sie sich auf der Brücke!

“The Cage” / “Der Käfig” – Produktionsnummer #99/#1 – Sternzeit: Unbekannt

Artikel von Victor Grytzka

Gene Roddenberry bekam 1964 den Auftrag einen Pilotfilm für eine SciFi-Serie zu produzieren. Im Januar 1965 war die Post-Production abgeschlossen, und man führte den entstandenen, rund 78-minütigen, Film “The Cage” dem Publikum der “Weltcon” in Cleveland vor. Wenig Begeisterung war bei der Führungsetage des Senders NBC zu finden, empfanden sie die Geschichte um Gedankenmanipulation doch als zu actionarm, als dass man dieses Produkt dem Publikum als neue und interessante Science-Fiction-Serie verkaufen mochte. So wurde der Film auf Eis gelegt und Roddenberry bekam die Chance einen weiteren Piloten zu inszenieren. Das Endprodukt dieses zweiten Versuchs sollte dann zu der Crew werden, die sich in den Köpfen der TV-Zuschauer eingebrannt hat. Aber das soll erst in der nächsten Woche besprochen werden.

Im Jahr 1986 veröffentlichte Paramount eine erste Schnittfassung aus Archivmaterial von Roddenberry selbst und aus dem verbleibenden Material, welches man in der späteren Episode “The Menagerie” verwendet hatte. Diese Fassung bestand aus schwarz-weiss Material, welches von einer 16-mm Arbeitskopie Roddenberrys stammte, sowie die besagten Farbszenen aus “The Menagerie”, welches als 35-mm Material vorlag. Leider benutzte man zum Schnitt von “The Menagerie” die einzig komplette Farbfassung von “The Cage” und entsorgte das nicht benötigte Material, so dass erst im Jahr 1988 eine restaurierte und komplett colorierte Fassung erschien. Diese ist mit 64 Minuten fast eine Viertelstunde kürzer als die Ur-Fassung, aber auch das kompletteste was wohl jemals zu sehen sein wird.

Captain Christopher Pike (Jeffrey Hunter) durchstreift mit seiner Crew an Bord der Enterprise das Universum. An seiner Seite sind Spock (Leonard Nimoy), Nummer Eins (Majel Barrett), Dr. Boyce (John Hoyt), Unteroffizier Colt (Laurel Goodwin) und Lt. Tyler (Peter Duryea). Sie erhalten einen Notruf vom Planeten Talos IV. Das Signal führt sie zu einer Gruppe von Überlebenden, die vor einigen Jahren einen Raumschiffabsturz überlebt haben. Pike trifft auf Vina (Susan Oliver), die ihn in eine Falle lockt. Die Talosianer, Wesen mit übermenschlichen mentalen Fähigkeiten, nehmen Pike gefangen um ihn mit Vina zu paaren. Ihr Ziel – der Aufbau einer Sklavenkolonie. Während Pike hinter das Geheimnis der mentalen Fähigkeiten kommt, versucht die Crew der Enterprise eine Rettungsaktion zu organisieren. Allerdings haben die Talosianer eine List parat und sorgen dafür, dass nur die beiden Frauen der Enterprise, Nummer Eins und Colt, heruntergebeamt werden, in der Hoffnung die Beiden für ihr Sklavenexperiment nutzen zu können.

Dieser Pilot ist häufig umstritten. Viel Kritik gibt es dabei an der Darstellung des Christopher Pike. Er wirkt resigniert, kühl und frauenfeindlich. Das genaue Gegenteil eines sympathischen Captains. Da stimme ich zu. Pike ist so gar nicht der Mensch den ich mir womöglich hunderte Folgen lang ansehen möchte. Hinzu kommt dass Jeffrey Hunter in seiner Darstellung doch sehr hölzern wirkt. Ein Umstand den sein Nachfolger – William Shatner – mit totalem Overacting wieder ausglich. Interessant sind die Charaktere des Mr. Spock und Nummer Eins. Spock ist hier in einer Art “Betaversion” zu sehen und kommt teils impulsiv, gar hitzköpfig rüber. Im Gegensatz dazu steht “Nummer Eins”. Eine Dame, die keinerlei Emotion zeigt und sehr rational handelt. Genau das, was Spock später einmal werden sollte. Dr. Boyce ist quasi 1:1 das Gegenstück zum späteren “Pille” McCoy, und ist seinem Charakter sehr ähnlich.

Die Story wurde damals wie heute als zu “intelligent” und zu actionarm bemängelt Ja, es stimmt. Es ist zu wenig Action in der Folge. Dennoch finde ich die Geschichte um die “überlegenen” Wesen und deren Kräfte zur Gedankenmanipulation sehr interessant erzählt. Und auch wenn die Geschichte einige Logiklücken vorweist und hier und da nicht zu Ende gedacht wirkt – ich mag diese Episode sehr. Zeigt sie doch den Ursprung dessen, was danach noch folgen sollte. Viele Elemente dieser Pilotepisode kommen insbesondere in den ersten Kirk-Folgen zum tragen, wie wir später noch feststellen werden.

Am Ende bleibt eine interessante Geschichte um die Manipulation des menschlichen Geistes zum erzwingen eigener Zwecke. Ein wahres Highlight bildet dabei des Ende der Folge. So hinterlässt es nicht nur ein paar verblüffte Talosianer, sondern auch ein lächeln auf den Lippen der Zuschauer. Denn der Schlussgag ist einfach herrlich.

Hier noch ein paar Fakten:

  • “Der Käfig” spielt 13 Jahre vor den Erlebnissen der Kirk-Crew
  • Die Talosianer wurden ausschließlich von Frauen gespielt.
  • Jeffrey Hunter kehrte nicht als Captain der Enterprise zurück, da sein Agent Roddenberry eine Absage erteilt hatte. Hunter sollte sich mehr auf seine Filmkarriere konzentrieren. Er endete in zweitklassigen Western und verstarb 1969 an den Folgen eines Treppensturzes.
  • Am Design der Enterprise wird man einige Unterschiede zur finalen Version feststellen. Insbesondere die Brücke und die Flure der Enterprise wirken hier noch sehr “einfach”. So ist das Schiffsinnere hier eher grau in grau gehalten, die spätere Version der Enterprise kommt eher farbenfroh daher.
  • Mittlerweile gibt es “Der Käfig” in 3 Versionen. Die “Originalversion” (64 Minuten, Zusammenschnitt aus S/W und Farbelementen, mit Einleitung und Schlusswort von Gene Roddenberry), die “Restored” Version (64 Minuten, komplett nachcolorierte Fassung der “Originalversion” ohne Vorwort und Schlusswort von Roddenberry) und die “Remastered” Version (64 Minuten, basiert auf der “Restored” Version, mit überarbeiteten CGI Effekten)

Ich hoffe es hat euch gefallen, wir sehen uns dann nächste Woche zum ersten Abenteuer mit James T. Kirk!

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