He’s dead, Jim – Star Trek Special – Episode 002/003 – Die Spitze des Eisberges / Pokerspiele

Ep. 002 / 003 – nun sind wir bei der Kirk-Crew angelangt, doch bis sie in der Form wie wir sie in Erinnerung haben die Brücke der Enterprise kontrolliert dauert es noch ein Weilchen. Magnetstrahlung und Täuschungsmanöver erwarten uns in den heutigen Episoden – Phaser bereit!

“Where no man has gone before” / “Die Spitze des Eisberges”

Produktionsnummer #2

Sternzeit 1312.4

Die Enterprise empfängt einen Notruf der vor rund 200 Jahren verschollenen U.S.S Valiant. Dabei wird die Crew in ein mysteriöses Kraftfeld gezogen, das seltsame Auswirkungen auf Teile der Bordmannschaft hat. Lt. Commander Gary Mitchell (Gary Lockwood), ein enger Freund von Captain Kirk, kommt dabei recht unversehrt davon. Während einige Crewmitglieder ihr Leben lassen mussten, und ihre Gehirne förmlich verbrannt sind, entwickelt Mitchell enorme mentale Fähigkeiten. Nach und nach verändert sich aber auch sein Wesen. Kirk und Spock fassen den Entschluss ihn auf einem unbewohnten Planeten auszusetzen, da er dort keine Gefahr für sein Umfeld darstellt. Einzig Dr. Dehner (Sally Kellerman), Psychiaterin im Auftrag der Sternenflotte, scheint keine wirkliche Gefahr in der Situation zu sehen.

In dieser Episode merkt man noch sehr stark, dass alles noch nicht so recht “fertig” ist. Die Uniformen haben noch nicht ihren finalen Look, und von Dr. McCoy fehlt noch jede Spur. Auch Spock sieht noch etwas “unrund” aus, und weist noch nicht ganz den besonnenen Charakter auf, den er ein paar Episoden später haben sollte. Der Fokus liegt hier sehr stark auf Captain Kirk und seinen Charakterzügen. Die Mischung aus Menschlichkeit und Pflichtbewusstsein, in Notsituationen sogar Bereitschaft zur Gewalt, zeichnet schon sehr gut das Bild das William Shatner, nicht minder durch seinen Hang zum Overacting prägen sollte.

“Die Spitze des Eisberges” ist eine deutlich actionorientierte Folge, die neben ordentlichem Gerüttel und Geschüttel an Bord der Enterprise eine übernatürliche Komponente bietet. Spannend erzählt und optimal dosiert. Hinzu kommt die wirklich tolle Kulisse eines lebensfeindlichen Planeten, auf dem das starke Finale dieser Episode stattfindet. Im Kern haben wir es hier mit einem moralischen Dilemma zu tun, in dem Kirk zwischen Freundschaft und Pflicht, Leben und Tod entscheiden muss. Wie verändert uns uneingeschränkte Macht? Lässt sie uns zu “Monstern” werden? Eine sehenswerte Premiere, wenn auch diese Folge im TV nicht als Pilot ausgestrahlt wurde, dazu jedoch zu gegebenem Zeitpunkt mehr.

Fanfakten:

  • Mister Sulu (George Takei) hat hier seinen ersten Auftritt, allerdings ist er Astrophysiker und Wissenschaftsoffizier.
  • Kirks “Yeoman” (Assistentin) ist hier eine junge Dame mit Namen “Smith”, sie taucht nach dieser Episode nie wieder auf.
  • Als Bordarzt sehen wir hier Dr. Mark Piper, auch er taucht nie wieder auf.
  • In einem Gespräch zwischen Mitchell und Kirk erfahren wir, dass Kirk zu seiner Studienzeit einer Kollegin den Hof gemacht hat. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich dabei um Carol Marcus aus dem zweiten Star Trek Film, “Der Zorn des Khan”, handelt.
  • Während des Drehs wurden die Darsteller von einem Wespenschwarm angegriffen, da sich in den Studios ein unentdecktes Nest befand.
  • Sets und Requisiten wurden zum Teil aus “Der Käfig” übernommen, dabei aber leicht überarbeitet.

“The Corbomite Maneuver” / “Pokerspiele”

Produktionsnummer #3

Sternzeit 1512.2

Ein seltsamer und farbiger Würfel steuert auf die Enterprise zu. Da es keine andere Möglichkeit als die Zerstörung des Objektes gibt, befiehlt Kirk auf den Würfel zu feuern. Nach erfolgreicher Beseitigung kommt ein schwer bewaffnetes Raumschiff zum Vorschein, dessen Kommandant – Balok – mit der Zerstörung der Enterprise droht. Durch diplomatisches Geschick und eine List kann Kirk entkommen. Dabei zieht sich das “feindliche” Schiff erhebliche Schäden zu. Um das Wesen nicht seinem Schicksal zu überlassen beamen sich die Crewmitglieder der Enterprise an Bord.

Kirk ist da, Uhura ist da, Scotty ist da, Sulu ist da, Spock ist da und “Pille” McCoy ist da. Dann hätten wir sie ja (fast) alle. Auch der Look der Enterprise nähert sich der finalen Version. Der erste Auftritt von “Pille” läutet eine dicke Freundschaft zwischen ihm und dem Captain ein, die noch für eine Lacher sorgen wird.  Es werden zwei Plots erzählt, die sich perfekt ergänzen. Kirk darf hier sein Geschick als Kapitän unter Stresssituationen beweisen, und auf der anderen Seite haben wir Lt. Bailey (Anthony Call), der immer mehr an seiner Aufgabe an Bord zerbricht und den Druck der ständigen Gefahrensituationen nicht mehr erträgt.

Wieder einmal stark, wenn nicht sogar stärker als “Die Spitze des Eisberges”. Kommt hier die Action auch ein wenig zu kurz, so wird dieser Umstand durch ein tolles Spiel der Protagonisten wieder wett gemacht. Besonders der Charakter des Bailey tut sich hier hervor, der einfach nur sympathisch-menschlich daher kommt, und mit der (verpflichtenden) Besonnenheit eines Crewmitgliedes bricht. Im Zusammenspiel mit Shatner ergibt sich hier fast so etwas wie ein kleines “Kammerspiel”. Die Auflösung der Episode löst die Spannung in einem breiten Grinsen auf, ein dramaturgischer Kniff der – zumindest bei mir – immer wieder funktioniert.

Fanfakten:

  • Uhura trägt in dieser Episode eine gelbe Uniform und ein Wissenschaftsabzeichen
  • Hier wurde eine Szene, in der Erschütterungen auf der Enterprise auftreten, mehrfach verwendet.
  • Es werden statt der üblich verwendeten Photonentorpedos tatsächlich einmal Phaser von der Enterprise abgefeuert.

Das soll es für diese Woche gewesen sein, wir lesen uns in 7 Tagen!

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