Coco – Lebendiger als das Leben (2017) – Ab 29. März auf DVD, BluRay und BluRay 3D im Handel

Rechtzeitig zu den Osterfeiertagen bringt uns Disney den, laut Oscarverleihung besten Animationsfilm des Jahres ins Heimkino. Ob der Film, der von einem Jungen im Totenreich handelt, wirklich magisch ist, klären wir jetzt.

Regie: Lee Unkrich, Adrian Molina

Sprecher (englisch): Anthony Gonzales, Gael Garcia Bernal, Benjamin Bratt, Renée Victor

Sprecher (deutsch): Pablo Ribet-Buse, Karlo Hackenberger, Heino Ferch, Ulrike Lau

Artikel von Christian Jürs

Miguel, Sohn einer mexikanischen Schuhmacherfamilie, wächst mitsamt Eltern, Geschwistern, Onkel, Oma und Ur-Oma, sprich, der gesamten Bagage unter einem Dach auf. Miguels größter Traum ist das Gitarre spielen und singen vor großem Publikum. Doch Musik brachte der Familie in Form des untreuen Vaters von Urgroßmutter Coco einst Pech. Denn ihr Papa verließ die Familie einst für die Musik.

Am “Dias de muertos”, dem Tag der Toten, erkennt Miguel auf einem alten Familienfoto, dass der einst bei einem Bühnenunfall verstorbene Film- und Musikstar Ernesto de la Cruz sein Ur-Ur-Großvater sein muss. Er entwendet die Gitarre des Meisters aus seiner Gruft um damit auf der Bühne zu glänzen. Doch etwas läuft schief und Miguel findet sich plötzlich in der Welt der Toten wieder, die Unserer recht stark ähnelt, nur bunter und fröhlicher.

Doch genießen kann Miguel diese Welt nicht, denn ihm bleibt nur Zeit bis zum Morgengrauen, um den Segen eines verstorbenen Verwandten zu erhalten, sonst ist er für immer im Reich der Toten verloren. Doch seine Ahnen, die schnell gefunden sind, stellen die Bedingung, dass Miguel nie wieder Musik spielt. Daher gibt es für den Jungen nur eine Lösung: Den immer noch berühmten Ernesto suchen, um von seinem Ur-Ur-Großvater die Absolution zu erhalten. Dabei stehen ihm Dante, sein treuer, aber auch doofer Hund und der Herumtreiber Héctor zur Seite, der aus Eigennutz dem Jungen zur Hilfe eilt…

Wow…einfach nur wow. Damit könnte ich die Kritik jetzt auch eigentlich beenden, denn auszusetzen gibt es an diesem kleinen Meisterwerk eigentlich gar nichts. Naja, es gibt diesmal keinen Kurzfilm als Bonus. Im Kino lief anfangs noch OLAF TAUT AUF, ein Sequel zu DIE EISKÖNIGIN. Doch ohne Ankündigung wurde dieser wieder ersatzlos nach wenigen Wochen gestrichen. Angeblich, da die Gesamtlaufzeit von knapp über zwei Stunden Kinder überfordern könnte…oder man so einfach mehr Vorstellungen spielen kann…oder halt um mit einer weihnachtlichen Einzelveröffentlichung zum Mädchenhit die Kasse klingeln zu lassen.

Doch ich will mich gar nicht aufregen, denn COCO kann locker für sich alleine stehen. Nach dem zwar technisch brillanten, jedoch inhaltlich eher mauen CARS 3, der auf Spaßsparflamme durchs Kino zog, gelingen hier Technik, Geschichten erzählen und die Unterhaltungsebene allgemein voll und ganz. Ja, Regisseur Lee Unkrich, der uns am Ende von TOY STORY 3 schon zu Tränen rührte, lieferte ein wahres Meisterwerk ab, welches sich hinter WALL-E, ALLES STEHT KOPF oder auch OBEN nicht zu verstecken braucht. Bereits in den ersten Filmminuten, in denen auf bezaubernde Art die Familiengeschichte von Miguels Vorfahren erzählt wird, zieht der Film den Zuschauer in seinen Bann. Ein Zustand, der übrigens bis in die Credits hinein anhält.

Technisch wurde hier nochmal eine Schippe draufgelegt zu den Vorgängerwerken Pixars und so dürfen wir ein unfassbar schönes, buntes Totenreich genießen, welches auch in der 2D Version bereits extrem räumlich daher kommt. Die 3D-Version, die mir zur Rezension ebenfalls vorlag, macht zudem sprach- und atemlos. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Filmkritiker. Besonders beeindruckend sind aber diesmal auch die Animationen der Menschen, insbesondere die titelgebende Coco, deren Part wichtiger ist, als anfangs anzunehmen. Die faltige, alte Frau, die dort gekrümmt im Stuhl hockt, wirkt beinahe real.

Technisch überzeugt auch die Heimkinovariante. Optisch sowieso über jeden Zweifel erhaben (die Bilder sollten Bände sprechen), bekommen wir noch einen satten 7.1 Ton obendrauf. Auch im Bonusbereich gibt es haufenweise Making Of´s, sei es zur Musik, dem Schnitt oder zu den Zeichnungen. Ein Audiokommentar und zusätzliche Szenen runden das Paket ab.

Fazit:

Ein weiteres Meisterwerk der Pixar-Zauberer, welches, egal ob jung oder alt, in jede Sammlung gehört. Zurecht von der Academy als bester Animationsfilm des Jahres gekürt, versüßt der Film jetzt das Osterfest auf der heimischen Couch. Ein Spaß für die ganze Familie.

Trailer:

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