Renegade – Terence Hill und der faulste Gaul der Welt (1987) – Ab sofort als Collectors Edition auf DVD und Blu-ray erhältlich

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Irgendwie komme weder ich noch KSM von Terence Hill los. Gerade erst haben wir die Legenden Edition komplett besprochen, schon erscheint der nächste Titel. Das Soloabenteuer des coolen Terence habe ich mir zur Brust genommen und geprüft, ob der Film auch heute noch zu den „guten“ Werken Mario Girottis gehört.

Originaltitel: Renegade / They call me Renegade

Regie: Enzo Barboni (als E.B. Clucher)

Darsteller: Terence Hill, Robert Vaughn, Ross Hill

Artikel von Christian Jürs

Wir schreiben das Jahr 1987. Die goldene Ära des italienischen Kinos sollte langsam zu Ende gehen. Leone, Bava und Pasolini waren von uns gegangen. Es war das Jahr des letzten Meisterwerkes in Argentos Filmographie. Und für Terence Hill war es das Jahr des Loslösens von Dauerpartner Bud Spencer, welches bis zur Reunion 1994 anhalten sollte.

Trotzdem müssen Fans auf nichts verzichten, erwartet den Zuschauer doch ein Potpourri aus coolen Sprüchen, schwingenden Fäusten, einem nimmersatten Terence Hill, einen halbwegs populären US-Schauspieler als Bösewicht und einem talentierten (Adoptiv-) Sohn namens Ross Hill, eingebettet im Gewand eines Roadmovies. Doch der Reihe nach…

Luke (Terence Hill – der diesen Rollennamen später noch öfter tragen sollte), ist ein Aussteiger, der sein Leben auf den südlichen Highways der Vereinigten Staaten verbringt. Sein Gefährt: Ein Renegade Jeep – sein bester Freund: das Pferd Joe Brown. Immer wenn Luke mal wieder knapp bei Kasse ist, verkauft er den Gaul und wartet ein paar Meilen entfernt, bis dieser ihm wieder zuläuft, um die gemeinsame Reise fortzusetzen. Eines Tages bittet ihn sein alter Vietnamkumpel Moose (Norman Bowler) um einen gewaltigen Gefallen. Da er unschuldig aufgrund einer Falschaussage hinter Gitten sitzt, soll sich Luke des Teenager Sohnes von Moose annehmen. Doch Matt (Ross Hill) erweist sich als sowohl störrisch als auch Gerissen und so dauert eine ganze Weile, bis sich die beiden Abenteurer auf ihrem Roadtrip in das Tal Green Haven annähern. Dort suchen sie ein Grundstück auf, welches Moose kürzlich erworben hat. Doch siehe da, der böse Lawson (Robert Vaughn) will das Grundstück haben. Er und seine Jungs schrecken vor nichts zurück, um diesen Plan in die Tat umzusetzen…

Nein, die ausgefeilte Story, die einige Parallelen zum im gleichen Jahr entstandenen OVER THE TOP aufweist, ist es warrlich nicht, die zu begeistern weiss. Nein, es ist zum Einen die Coolness der beiden Hauptfiguren, die Beide auch noch absolut sympathisch wirken, die uns am Ball bleiben lässt. Dazu gesellt sich die gekonnte Regie Barbonis, der in seiner Regiekarriere den beiden Prügelknaben Spencer / Hill zu ihren besten Filmen verhalf. So drehte er unter anderem „Vier Fäuste für ein Halleluja“, „Zwei außer Rand und Band“, „Auch die Engel essen Bohnen“ und viele mehr. Allesamt Highlights in der Filmographie der beiden Stars. Auch hier weiss er zu vielen Albernheiten aus dem Wege zu gehen und Terence Hill in einer weiteren Variation seiner Trinity Figur glänzen zu lassen.

Ja, RENEGADE ist eine echte Spaßgranate für Terence Hill Fans. Es gibt prügelnde Rocker, hübsche Love-Interests, Thomas Danneberg in Synchronhochform und noch ettliche Gründe mehr, diesen Film heute erneut zu entdecken. Mir ging es jedenfalls so, denn von diesem Film hatte ich nur noch das coole Kinoplakat vor Augen, welches ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Der Film kommt in gestochen scharfem Bild und mit ziemlich guter Tonqualität daher. Die bei der vorherigen Veröffentlichung wohl existierende Tonlücke wurde korrigiert. Womöglich klingt daher die deutsche Tonspur einmal kurz etwas dumpf. Im Bonusbereich gibt es den Trailer, Fanpostkarten, Bildergalerien und ein Wendecover. Schade, hier hätte es noch viel zu Erzählen zu geben.

Zum Beispiel über Ross Hill, der hier seinen zweiten und letzten Filmauftritt hinlegen sollte. Er war für das Vater-Sohn Projekt LUCKY LUKE in der Rolle des Billy the Kid vorgesehen, starb jedoch kurz vor Drehbeginn bei einem Autounfall. Sein Vater widmete ihm den Film, der qualitativ jedoch Meilen hinter dem wirklich empfehlenswerten RENEGADE blieb. Deshalb gibt es hier eine klare Kaufempfehlung trotz wenig Bonusmaterial. Auf in die Weiten Arizonas, zusammen mit Terence Hill.

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