Ant-Man and the Wasp (2018) – ab sofort im Kino!

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Es wird auch mal wieder Zeit für die kleinen Helden! Getreu diesem Credo veröffentlicht MARVEL nach dem Über-Spektakel „Avengers: Infinity War“ (2018) die Fortsetzung zum Überraschungshit „Ant-Man“ (2015), in der es mal wieder etwas weniger bombastisch zugeht. Ob „Ant-Man and the Wasp“ (2018) die Qualitäten seines Vorgängers halten kann und ob sich ein Besuch im Kino lohnt, erfahrt ihr in einer ausführlichen Kritik!

Originaltitel: Ant-Man and the Wasp

Drehbuch: Chris McKenna, Erik Sommers, Paul Rudd, Andrew Barrer, Gabriel Ferrari
Regie: Peyton Reed

Darsteller: Paul Rudd, Evangeline Lilly, Michael Douglas, Michael Pena, Walton Goggins, Laurence Fishburne, Michelle Pfeiffer…

Artikel von Christopher Feldmann

Es war sicher eine Wohltat im Jahr 2015. Nach dem, zugegeben nicht ganz so geglückten, Enselmble-Blockbuster „Avengers: Age of Ultron“, erblickte „Ant-Man“ das Licht der Welt und erzählte zur Abwechslung eine „kleine“, sowie smarte Origin-Story. Dieses Jahr wiederholt MARVEL diese Vorgehensweise und schickt den schrumpfenden Superhelden in sein nächstes Abenteuer. Und auch wenn „Ant-Man and the Wasp“ ein paar dramaturgische Probleme vorzuweisen hat, gestaltet sich der 20. MCU-Film wieder erstaunlich unterhaltsam.

Nachdem Scott Lang alias Ant-Man (Paul Rudd), gemeinsam mit Captain America und dessen Anhängern, in Deutschland gegen die verbliebenen Avengers kämpfte, wurde Scott von der Regierung Hausarrest auferlegt. Auch der Kontakt zu seinen Mitstreitern Dr. Hank Pym (Michael Douglas) und dessen Tochter Hope van Dyne (Evangeline Lilly), welche inzwischen auch von der Regierung gesucht werden, wurde ihm untersagt. Doch als Scott eine Art Traum von Hopes Mutter Janet (Michelle Pfeiffer) hat, die vor Jahren im subatomaren Raum verschwand, sehen Pym und Hope eine Chance diese zurück zu bringen. Gemeinsam treffen sie die nötigen Vorbereitungen, müssen sich aber auch gleichzeitig gegen den Hehler Sonny Birch (Walton Goggins), sowie dem geheimnisvollen Ghost (Hannah John-Kamen) erwehren, die es beide auf Pyms Quanten-Technologie abgesehen haben.

„Wie wird es weitergehen?“ Das ist die große Frage, die Fans des MARVEL CINEMATIC UNIVERSE seit dem Start von „Avengers: Infinity War“ beschäftigt. Um es gleich vorweg zu nehmen, „Ant-Man and the Wasp“ geht, bis auf die Mid-Credit Szene, in keinster Weise auf das dritte Ensemble-Spektakel ein, sondern erzählt seine ganz eigene Geschichte. Ein Umstand auf den ich gehofft habe, denn es muss ja nicht in jedem Film das Universum auf dem Spiel stehen. Der neuste Superhelden-Kracher bricht bewusst die Erwartungen der Fans und entwickelt eine Story, in der es keinen richtigen Bösewicht gibt und auch nicht wirklich Menschenleben auf dem Spiel stehen. Ein Kniff, der schon „Ant-Man“ (2015) so gut machte, da es zur Abwechslung mal um persönliche Dinge ging und kein Lichtstrahl am Ende gen Himmel ging. Die Fortsetzung greift das auf, und wo der erste Teil im Stil eines Heist-Movies gehalten war, gestaltet sich dieser Film als amüsantes Carper-Movie, in dem mehrere Parteien einem bestimmten McGuffin hinterher jagen. Dieser McGuffin ist gleich ein ganzes Labor, welches Hank Pym mal eben auf Rollkoffergröße schrumpft. Das ist so smart, dass man auch zwischendurch vergisst, dass die Story ziemlich drüber ist. Es macht Sinn, dass man sie im Hinblick auf kommende Ereignisse erzählt, jedoch so ganz schlüssig und fundiert ist sie nicht. Eigentlich ist das Alles großer Quatsch, denn auch wenn Michael Douglas vor fast jedes Wort den Ausdruck „Quanten“ setzt, man schüttelt des Öfteren mit dem Kopf. Das ist eine der größten Schwächen des Films. Vieles wirkt nicht wirklich logisch und einfach hanebüchen. Schon im Vorgänger riss die Szene im subatomaren Raum mich heraus, da sie im Kontext irgendwie zu sehr Trash war.

Auch wenn die Nummer mit den Quanten und Hopes Mutter recht ungelenk daher kommt, hat „Ant-Man and the Wasp“ doch auch viel Schönes zu bieten. Peyton Reed, der hier wieder die Regie übernahm, zaubert uns wieder einige sehr kreative Action-Szenen, die immer wieder humorvoll eingestreut werden. Sowohl die Kampfszenen, als auch das actionreiche Finale können vollends überzeugen und lassen den Zuschauer immer wieder schmunzelnd zurück. Auch wenn Edgar Wright aus „Ant-Man“ etwas Großartiges hätte machen können, Reed hat diese Aufgabe auf einem sehr soliden Level gemeistert und streut immer wieder gute Ideen ein. So sorgen Pyms Matchbox-Sammlung und handwerklich geschickte Ameisen für positive Reaktionen. Auch in Sachen Hand-To-Hand Action bietet „Ant-Man and the Wasp“ ein paar schicke Scharmützel. Spätestens mit dem Auftritt von „Ghost“ gibt es ein paar stylische Momente zu bewundern. Neben der Action sorgt natürlich auch der Humor wieder für einen vergnüglichen Kinoabend. Die Gags sitzen und beherbergen genug Selbstironie, um den überdrehten Story-Kern etwas zu mildern. Allen voran die Kommentare von Paul Rudds Figur, der passend für die Zuschauer den Wissenschafts-Doofi gibt und selbst nicht so schnallt, über was Pym und Konsorten so energisch reden. Das hilft einem Selbst etwas durch den Film. So wird das Geschehen nie trocken oder langweilig und wird immer gut aufgelockert. Neben den vielen graphischen Gags, wie zum Beispiel Langs Stelldichein in der Schule seiner Tochter, was sehr lustig ist, macht vor Allem der Wortwitz die größten Lacher aus. Neben den Punchlines, die sich vorrangig Paul Rudd und Michael Douglas teilen dürfen, ist Michael Pena natürlich wieder für die größten Lachsalven verantwortlich. Auch wenn man mit seiner Nacherzählung Recycling aus dem Vorgänger betreibt, ist diese immer noch urkomisch. Und spätestens beim Thema Wahrheitsserum musste ich laut und herzlich lachen. Und obwohl Pena die Filetstücke für sich beansprucht, hat er mit Randall Park Konkurrenz bekommen, der als FBI-Agent ein paar großartige Momente für sich verbuchen kann.

All diese guten Eigenschaften trösten etwas über die bereits erwähnten Plot-Probleme und auch die schwachen Nebencharaktere hinweg. Mit der Figur „Ghost“, welche von Hannah John-Kamen gespielt wird, hat man einen hochinteressanten, gegen die Eigenen Probleme kämpfenden, Charakter auf dem Papier, der leider zu blass in Szene gesetzt wurde und sein Potential nicht entfalten kann. Gerade im Finale lässt der Film die Figur zu sehr links liegen. Das Gleiche gilt für Laurence Fishburnes Rolle, die ebenfalls emotional ausbaufähig gewesen wäre. Und auch ein Talent wie Walton Goggins darf nicht mehr tun, als den schmierigen Fiesling nach Vorschrift zu geben. Das ist schade, da in allen Figuren einfach wesentlich mehr Potential gesteckt hätte. So großartig und harmonisch das Triumvirat aus Rudd, Lilly und Douglas, die allesamt wunderbare Performances abliefern, auch ist, etwas mehr Substanz in den Nebenrollen hätten der Dramaturgie sichtlich gut getan. Was Michelle Pfeiffer angeht, die eigentlich in den letzten Jahren immer toll gewesen ist, sollte man sich keine großen Hoffnungen machen, denn ihre Screentime beläuft sich auf 5 Minuten.

Im Nachhinein ist es schwierig den Film zu beurteilen, da sich vieles die Waagschale hält. Im Endeffekt ist es eine Geschmacksfrage, die beantwortet ob „Ant-Man and the Wasp“ gelungen ist oder nicht. Man muss den leichten Tonfall und den MARVEL-typischen Humor mögen, um das Gesehene goutieren zu können.

Fazit:

Der 20. Film des MCU, „Ant-Man and the Wasp“ (2018), ist wieder Blockbuster-Unterhaltung auf hohem technischen Niveau. Nach „Infinity War“ hält sich das Superhelden-Sequel erfreulich, in Sachen Bombast und Schauwerten, zurück und liefert ein gut inszeniertes Carper-Movie, das sichtlich Spaß macht. Auch wenn manche Figuren etwas blass bleiben und die Story sehr drüber und dadurch recht trashy wirkt, sorgen die gut aufgelegten Hauptdarsteller, die Gags und die Smartness für gute Kinounterhaltung. Wer den Vorgänger mochte, wird auch bei diesem Film zufrieden das örtliche Lichtspielhaus verlassen!

Als kleines Extra findet ihr hier mein persönliches Ranking des MCU, inklusive „Ant-Man and the Wasp“!

Christophers MCU-Ranking

 

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