Don’t Move – Halt still! (2017) – ab 06. September als Blu-Ray, DVD und Digital erhältlich!

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Tierhorror ist bekanntlich In. Während mittlerweile der sechste, und zum Glück auch letzte, „Sharknado“-Film ins Haus steht, haben Direct-to-Video Produzenten noch lange nicht den Reiz an gefährlichen Viechern verloren und sorgen weiterhin für günstig produzierte Heimkino-Ware. Mit „Don’t Move – Halt Still“ (2017), veröffentlicht TIBERIUS FILM nun augenscheinlich einen weiteren Vertreter dieses Segments, doch der Thriller ist, zu meiner Überraschung, kein kalkulierter Trash, sondern ein durchaus brauchbares und stellenweise spannendes Kammerspiel. Was wir sonst noch positives über den Schlangen-Schocker zu sagen haben, erfahrt ihr in unserer Kritik.

Originaltitel: Serpent

Drehbuch & Regie: Amanda Evans

Darsteller: Sarah Dumont, Tom Ainsley

Artikel von Christopher Feldmann

Ich bin ja wirklich mit langen Zähnen an die neueste TIBERIUS-Veröffentlichung heran gegangen. Die Befürchtung war groß, dass mir mit „Don‘t Move“ das x-te Creature-Feature unter die Augen kommt, von denen ich wirklich genug habe. Da kann ASYLUM einem Hai noch so viele Köpfe ankleben oder noch so abwegig mutierte Killer-Insekten können auf Menschenjagd gehen, ich bin satt. Bei dem nun vorliegenden Film war ich schon auf genmanipulierte Schlangen eingestellt und hatte zumindest die kleine Hoffnung einen Streifen zu sehen, der wenigstens ansatzweise so spaßig ist wie „Snakes on a Plane“ (2005). Doch all Das hat sich nicht bewahrheitet. „Don’t Move“ ist ein durchaus passabler Thriller geworden, der wenig mit den, bereits erwähnten, Tier-Trashern zu tun hat und eher im Fahrwasser von „Open Water“ (2003) anzusiedeln ist.

 

Gwynneth Kealey (Sarah Dumont) befindet sich gemeinsam mit ihrem Mann Adam (Tom Ainsley) auf einem Trip in Südafrika. Da Adam viel reisen muss, hatte Gwynneth eine Affäre, was sie aber ihrem Mann verheimlicht. Nun begleitet sie ihn, damit man wieder mehr Zeit miteinander verbringt und zueinander findet. In der Nacht bemerken sie jedoch einen ungebetenen Gast in ihrem Zelt. Eine schwarze Mamba kriecht zwischen den Beiden umher und ein Biss ist tödlich. Nun stehen qualvolle Stunden an, denn jede Bewegung könnte die Letzte sein!

„Don’t Move“ hat viel mit „Open Water“ gemein. In beiden Filmen wird ein Paar einer natürlichen Bedrohung ausgesetzt und muss um sein Leben kämpfen. Statt zwei Menschen, die auf dem offenen Meer treiben und Haien ausgesetzt sind, haben wir hier nun zwei Menschen, die auf engstem Raum mit einer schwarzen Mamba klar kommen müssen. Natürlich ist das sehr wenig Handlung und es ist begrüßenswert, dass der Film mit rund 85 Minuten angenehm kurz ist, jedoch muss man über diese Laufzeit so viel wie möglich aus der Prämisse herausholen und die Spannung aufrecht erhalten, damit es nicht langweilig wird. Dies gelingt Regisseurin Amanda Evans nicht immer aber der Film hat dennoch einige spannende Passagen zu bieten. Natürlich werden zu Beginn erstmal die Charaktere eingeführt und wir lernen unser Protagonisten-Paar kennen. Von Gwynneth wissen wir, dass sie recht ansehnlich ist und eine Affäre hatte, weil der werte Gatte viel in der Welt herumreißt und Insekten studiert. Nun will man etwas Beziehungspflege betreiben und Gwynneth entschließt sich, ihren Mann bei der bevorstehenden Reise zu begleiten, worauf Dieser nicht so wirklich erpicht ist. Das ist eigentlich alles, was wir von den beiden Figuren wissen, was für meinen Geschmack etwas wenig ist. Denn die Beiden bieten somit nicht genug Angriffsfläche um die folgenden 70 Minuten wirklich interessant zu gestalten. Lediglich die erwähnte Affäre steht im Raum und wird noch zum wichtigen Element aber das war es dann auch schon. Das Drehbuch versucht dies zu nutzen, um einen Konflikt in einer Extremsituation zu erzeugen, was Sinn macht, denn gemäß den Klischees, gibt es nur eine Dosis Gegengift im Falle eines Schlangenbisses.

Regisseurin Amanda Evans holt das Maximum aus der Story heraus und konzentriert sich vornehmlich auf die Spannung. Wie würde man wohl selbst reagieren, wenn plötzlich eine schwarze Mamba im Schlafsack ihre Bahnen zieht? Da fällt es schon sicher schwer sich absolut ruhig zu verhalten. Dieses Gefühl vermittelt der Film recht gut und erzeugt eine gewisse Intensität. Dies ist vor Allem der Inszenierung zu verdanken, die sich recht origineller Kameraperspektiven bedient. Besonders wenn die Kamera einen Schwenk durch den Boden in die nächste Szene macht, sieht das recht hübsch aus. Auch ansonsten wird immer wieder von Oben gefilmt, nur um dann wieder fast in den Schlafsack zu kriechen. Der enge Raum wird merklich ausgenutzt, was dem Film sehr gut tut. Leider verhindert es nicht, dass das Geschehen in der zweiten Hälfte etwas an Drive verliert und zunehmend etwas unglaubwürdig wird. Gerade das Ende ist schon recht weit an den Haaren herbeigezogen und hat mich etwas verärgert, wenn man bedenkt wie viel Mühe sich „Don’t Move“ gibt, realistischen Horror aufzubauen. Ebenfalls gestört haben mich die CGI-Effekte. Die Schlange sieht zum Großteil recht gut aus, zumindest in der Dunkelheit, verliert aber gegen Ende an Bedrohlichkeit, wenn man deutlich die Animation bemerkt. Besonders an einer Stelle, an der die Schlange direkt neben dem Gesicht von Sarah Dumont zu sehen ist, sieht das Reptil ziemlich billig aus. Das ist aber noch okay, im Vergleich zu den CGI-Käfern, die wirklich nach ASYLUM-Trash aussehen. An diesen Stellen fällt „Don’t Move“ deutlich ab, was schade ist, denn die beiden Hauptdarsteller, Tom Ainsley und Sarah Dumont, machen einen wirklich guten Job. Besonders Dumont kann die Emotionen gut ausspielen und lädt zum mitfiebern ein.

Fazit:

Lasst euch bei „Don’t Move – Halt Still!“ nicht vom Cover täuschen. Hier handelt es sich nicht um ein weiteres trashiges Creature-Feature, sondern um einen durchaus spannenden Survival-Thriller, im Stil von „Open Water“ (2003). Zwar lässt die Charakterzeichnung etwas zu wünschen übrig, die CGI-Einsätze sind schlecht und gegen Ende wird es doch eher unglaubwürdig, jedoch bietet der Film in vielen Passagen eine durchaus gute Spannung mit gut aufgelegten Darstellern, die ihn im Bereich des soliden Durchschnitts ansiedeln. Wahrscheinlich der richtige Schocker für Menschen mit Schlangenphobie!

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