Predator – Upgrade (2018) – ab 13. September im Kino!

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„You are one ugly Motherfucker!“

Mit diesen Worten trat einst Arnold Schwarzenegger dem tödlichen Alien-Jäger gegenüber. Nach mehr als 30 Jahren, bekommt dieser nun mit Shane Blacks „Predator – Upgrade“ (2018) seinen, mittlerweile, sechsten Kino-Einsatz spendiert. Ob das Science-Fiction/Action-Spektakel an alte Tugenden anknüpft und ob sich der Besuch im Lichtspielhaus lohnt, erfahrt ihr in unserer ausführlichen Kritik!

Originaltitel: The Predator

Drehbuch: Fred Dekker & Shane Black
Regie: Shane Black

Darsteller: Boyd Holbrook, Olivia Munn, Jacob Tremblay, Thomas Jane, Keegan-Michael Key, Jake Busey…

Artikel von Christopher Feldmann

Als 1987 der Film „Predator“ in den Kinos startete, ahnte noch niemand, dass sich aus dem gelungenen Mix aus Action, Science-Fiction und Horror, ein Franchise entwickeln würde. John McTiernans 80er-Knaller hatte Alles, was das Genre-Herz begehrt. Dicke Muskeln, markige Sprüche, explosive Action und nervenzerrende Spannung. Dazu Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle, neben „Terminator 1 & 2 (1984, 1991) und „True Lies“ (1994) sicher seine Beste. Drei Jahre später kam dann „Predator 2“ (1990) zum Vorschein, nicht mehr mit Arnie, dafür mit Danny Glover und neuem Setting, was das Sequel ziemlich unterhaltsam gestaltete. Danach wurde es etwas mager, denn weder die beiden Crossover-Filme mit den Xenomorphen aus der „Alien“-Reihe (2004, 2007), noch die, von Robert Rodriguez produzierte, Fortsetzung „Predators“ (2010), konnten Kritiker und Publikum überzeugen. Das soll sich nun ändern, denn Shane Black serviert uns mit „Predator – Upgrade“ (2018) ein, in das Original verliebte, Follow-Up, welches alle Zutaten bietet, die man sich als Fan wünscht, jedoch durch seine maue Story und unpassenden Humor Einiges einbüßen muss.

Der Marine Quinn McKenna (Boyd Holbrook) trifft bei einem Routine-Einsatz auf das abgestürzte Raumschiff eines Predators und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Während das US-Militär den Alien-Jäger schnappt, um ihn und seine Technik ausgiebig zu studieren, wird McKenna als psychisch verwirrter Veteran ausgemustert, da er natürlich zu viel gesehen hat. Gemeinsam mit einer Gruppe von verschrobenen Ex-Soldaten, gerät er zwischen die Fronten, denn sein Sohn Rory (Jacob Tremblay) hat unwissend dafür gesorgt, dass ein weiterer, weitaus stärkerer Predator auf der Erde gelandet ist, und nun die Jagd aufnimmt.

Da ist er nun, der neue „Predator“-Film. Um ehrlich zu sein, hätte ich einen weiteren Streifen über den Jäger aus einer anderen Welt nicht gebraucht, jedoch wuchs in mir eine gewisse Vorfreude, denn mit Shane Black als Co-Autor und Regisseur, war hier jemand am Werk, der schon beim Original am kreativen Prozess beteiligt war und auch als Schauspieler in Erscheinung trat. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum „Predator – Upgrade“ sehr nostalgiebehaftet geraten ist. Black erweist den testosterongeschwängerten 80ern Referenz und inszeniert den Science-Fiction/Action-Kracher als markiges Männerspektakel. Das macht durchweg Laune, doch das Drehbuch erweist sich auf Dauer als etwas löchrig. Die Story bietet einen guten und wirklich fetzigen Einstieg, verliert jedoch zunehmend an Fahrt. Das liegt daran, dass die Geschichte ziemlich konstruiert wird und man als Zuschauer die, gewollten, Überraschungen schon lange vorher kommen sieht. Black und sein Kollege Fred Dekker bemühen sich sichtlich um Tempo, schaffen es aber nicht wirklich die Art von Spannung zu kreieren, die den Film von 1987 so gut gemacht hat. „Upgrade“ lässt in der zweiten Hälfte ziemlich nach, was vor Allem an den Figuren und dem unpassendem Humor liegt. Nicht falsch verstehen, ich liebe Shane Blacks bisherige Arbeiten, von seinen Drehbüchern zu „Last Boy Scout“ (1993) und den „Lethal Weapon“-Filmen, bis hin zu seinen charmanten Krimi-Komödien „Kiss Kiss, Bang Bang“ (2005) und „The Nice Guys“ (2016). Doch hier funktioniert der Black-typische Buddy-Humor nicht. Wir sind in einem fucking „Predator“-Film, es geht um Leben und Tot, ja es kommen sogar Horror-Anleihen vor, und die Figuren verlieren jegliche Fallhöhe, da sie in fast jeder Szene lustige Sprüche und Schenkelklopfer zum Besten geben. Natürlich gibt es Szenen, die mich zum Lachen gebracht haben. Wenn die Söldner darauf warten, dass Casey aufwacht, dann ist das schon ziemlich lustig und der „Eat my Pussy“-Dialog gehört zu den besten Momenten des Films Hier wäre aber weniger mehr gewesen und es ist fast schon schade, dass einige Charaktere lediglich zu Comic-Reliefs verkommen.

Auf der Habenseite steht dafür die Inszenierung. „Predator – Upgrade“ sieht verdammt gut aus und hat einige gute Effekte zu bieten. Blacks Film atmet den Geist des klassischen Action-Kinos und sparrt mit CGI, um mehr auf handgemachte Effektkunst zu setzen. Auch die Action-Szenen sind dynamisch inszeniert und bieten einige gut choreographierte und auf den Punkt geschnittene Szenen. Das Opening ist sehr stimmungsvoll und auch die Bus-Szene ist großartig. Und wenn im Finale die Technik des Predators für einige kreative Ideen genutzt wird, dann blitzt immer mal wieder der geniale Einfallsreichtum der Autoren auf. Einzig die Wahl des Settings, hätte etwas besser ausfallen können. Im Vorfeld wurde angekündigt, dass der Film sich einer amerikanischen Vorstadt als Schauplatz bedient. Das tut er auch, allerdings nur zu einem kleinen Teil, denn der Rest spielt an generischen Orten wie Forschungslabor XY und einem Wald. Das nimmt dem Streifen etwas Wind aus den Segeln und es wäre doch irgendwie cool gewesen, wenn der Schauplatz einer verträumten Vorstadt mehr genutzt worden wäre, das Potential war zumindest vorhanden. Dafür bedient der Film die Fans mit vielen Referenzen auf die beiden ersten „Predator“-Werke. Dies gipfelt in einem Auftritt von Jake Busey, der den Sohn von Gary Buseys Figur aus „Predator 2“ (1990) verkörpert. Dazu gesellt sich ein wirklich stimmiger, von Henry Jackman komponierter, Score, der neben den gelungenen neuen Stücken auch das alte Thema von Alan Silvestri aufgreift und immer wieder in Variationen einsetzt. Somit bietet „Predator – Uprgrade“ viel Fan-Service, der recht gut integriert wurde und nie zu platt und aufgesetzt wirkt.

Was dem Film fehlt, ist eine starke Hauptfigur. Boyd Holbrook gibt sich sichtlich Mühe, den coolen Helden zu mimen, jedoch verschafft ihm das Drehbuch nicht genug Entfaltungsmöglichkeiten. Auch Olivia Munn, die hübsch anzusehen ist, bleibt letztendlich einfach zu blass. Akzente setzen kann zumindest Thomas Jane als Soldat mit Tourette-Syndrom und auch der junge Jacob Tremblay, den man dieses Jahr bereits in „Wonder“ bestaunen durfte, liefert eine wunderbare Performance ab. Der Rest der Besetzung klopft Sprüche und wird mehr physisch gefordert. Und wenn die Helden-Truppe gen Ende dezimiert wird, dann fehlt einfach das Mitgefühl beim Zuschauer. Da kann der Film sich auch noch so sehr in Pathos suhlen und die Musik anschwellen lassen.

Wer übrigens Angst hatte, der neuste Eintrag ins „Predator“-Franchise könnte zahm und massenkompatibel ausfallen, der darf sich freuen. Shane Black macht keine Gefangenen und liefert einige ordentliche Splatter-Einlagen. Von aufgeschlitzten Kehlen über abgetrennte und heraus gerissene Gliedmaßen, bis hin zu wegfetzenden Köpfen und heraus quellenden Eingeweiden, hat der Film alles zu bieten. Der Kunstblutverbrauch ist hoch und es ist fast schon etwas überraschend, dass man hier eine Freigabe ab 16 Jahren erteilte, wenn man bedenkt, dass „Predator 2“ nach einer Neuprüfung im Jahr 2014 das rote Siegel bekam. Im Gegensatz zu den Gore-Effekten kann jedoch das 3D nicht punkten. Es wirkt nie räumlich und bietet nur lasche Momente, in denen mal etwas aus der Leinwand herausragt. Spart euch den Aufpreis und guckt den Streifen als normale 2D-Version.

Fazit:

Shane Blacks „Predator – Upgrade“ (2018) ist im Kern der Film, auf den Fans gewartet haben. Satte Action, markige Sprüche und ordentlich Splatter-Einsatz. Das Ganze wird mit, den für Black typischen, Comedy-Elementen garniert, die sich jedoch weniger gut in das Geschehen einfügen und nur an einzelnen Stellen wirklich funktionieren. Darüber hinaus ist auch Alles etwas zu konstruiert, was auch von den Schauspielern nicht kaschiert werden kann, die lediglich austauschbare Charaktere verkörpern. Wer auf deftiges Action-Kino im Stil der 80er steht und Bock auf das Franchise hat, der wird mit diesem Film seinen Spaß haben. Normale Kinogänger werden wahrscheinlich solide unterhalten aber eben auch nicht mehr!

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