Mom and Dad (2017) – Ab 20. September 2018 auf DVD und Blu-ray im Handel / Digital bereits erhältlich

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Kinder sind unser größtes Geschenk, jedes gute Elternteil weiß das. Doch manchmal möchte man die kleinen Scheißer zumindest in Gedanken lynchen, wenn sie mal wieder ihren Dickkopf durchsetzen wollen. Jetzt schlagen die Eltern, vertreten durch Nicolas Cage und Selma Blair zurück. Ein Virus verwandelt treusorgende Mütter und Väter in kindermordende Bestien. Ob die Horrorkomödie von CRANK Regisseur Brian Taylor aus dem Hause NEW KSM  ins (Tief-)Schwarze trifft oder doch eher geschmacklos daher kommt, steht im Artikel.

Regie: Brian Taylor

Darsteller: Nicolas Cage, Selma Blair, Anne Winters, Lance Henriksen

Artikel von Christian Jürs

Familie Taylor ist eine typische Durchschnittsfamilie mit Problemen, die viele von uns kennen dürften. Brent (Nicolas Cage), das Familienoberhaupt, ist unzufrieden mit seinem Job und weint seiner wilden Jugend hinterher. Seine Frau Kendall (Selma Blair) versucht derweil vergeblich wieder beruflich Fuß zu fassen, denn die Kinder sind mittlerweile groß genug um ohne ihre mütterliche Hilfe auszukommen (zumal die Haushälterin eh den Haushalt schmeißt). Apropos Kinder, die Teenagertochter Carly (Anne Winters) hat derweil einen Freund, den Papa Brent schon hasst, ehe er ihn kennengelernt hat. Ihr jüngerer Bruder Josh (Zackary Arthur) geht derweil Carly mit vorpubertären Witzen auf die Nerven. Eine schrecklich nette Familie halt.

Doch Regisseur Brian Taylor wäre nicht zu 50% Mastermind hinter CRANK oder GAMER (zusammen mit Regisseur Mark Neveldine), wenn bei ihm die Welt unserer „Helden“ nicht aus den Fugen geraten würde. Und zwar im total abgedrehten Bad-Ass-Way. Denn plötzlich bricht über das Universum der Taylors die Apokalypse aus. Vermutlich ist eine Biowaffe (der Film beantwortet diese Frage nicht!) dafür verantwortlich, dass der bei Eltern natürliche Beschützerinstinkt der Kleinen in blanken, mörderischen Hass umschwenkt. Gleich zu Beginn bekommen wir hier eine Kostprobe, als eine Mutter ihr Kleinkind im Auto zurück lässt. Kurz nachdem sie auf den Bahnschienen geparkt hat…

Der Humor ist bitterböse in diesem Film. Vielen von Euch eventuell zu böse. Andere werden den Film, der, abgesehen von seiner Thematik „Kinder töten“, weit weniger brachial daher kommt als beispielsweise CRANK, bei dem Brutalität und Sex in Maschinengewehrgeschwindigkeit über den Schirm flimmerte. Doch wenn zum Beispiel frische gebackene Mütter ihr Neugeborenes erwürgen wollen, während der Zuschauer Roxette mit „It must have been love“ um die Ohren bekommt, dürfte für so manche Helikoptereltern der Ofen aus sein. Ich bekenne mich schuldig, ich habe sehr gelacht (und meine Frau auch…kommt jetzt das Jugendamt?). Tatsächlich ist es dem verschuldeten Allesdreher Nicolas Cage hier endlich wieder gelungen in einem unterhaltsamen B-Film unterzukommen. Nimm das, Steven Seagal! Das Haarfärbemittel, welches scheinbar aus dem Badezimmerschrank von Fernsehkritiker Holger Kreymeier stammt (sorry, Holger), sieht aber eigenartig aus. Egal, Cage darf endlich wieder im „Total wahnsinnig“-Modus agieren. Hab ich vermisst.

Selma Blair ist schauspielerisch auf Augenhöhe und sieht immer noch toll aus, auch wenn EISKALTE ENGEL erschreckend lange her ist (aber in HELLBOY war sie auch heiß). Der Genrefan darf sich zudem über einen coolen Gastauftritt von Lance „Bishop“ Henriksen freuen, bei dem ich Tränen gelacht habe. Seid gespannt.

Der Kampf der Generationen ist ein fieser kleiner Geheimtipp, den Brian Taylor gewohnt durchgestylt inszeniert hat. So sieht der Vorspann aus, als würden wir einen 70er FOXY BROWN-Film zu Gesicht bekommen. Nur eine von vielen Spielereien. Doch der Film kann auch auf allen anderen Ebenen überzeugen. Zum Beispiel wenn Mann und Frau sich endlich wieder näher kommen, da beide ein gemeinsames Ziel haben, nämlich ihre Kinder zu ermorden, dann erspielen sich die beiden Hauptantagonisten tatsächlich Sympathie.

Eine gute Synchro (Martin Keßler auf Nic Cage), ein wenig Bonusmaterial (Featurettes, Trailer, Bildergalerie) und ein Wendecover ohne FSK Flatschen, hier gibt es keinen Grund zu meckern. Nur eine Kaufempfehlung und der Hinweis, dass der unten verlinkte Trailer einen der geilsten Gags vorweg nimmt. Wer sich also überraschen lassen möchte, klickt lieber nicht und kauft sofort.

Trailer:

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