Hurenween-Gaming #1 – Texas Chainsaw Massacre (1983) – Atari 2600

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An unserem großen Hurenween-Fest sollen natürlich auch die Gamer nicht zu kurz kommen. In meinem ersten Artikel stelle ich euch eine Filmversoftung aus dem Jahre 1983 vor, die kurz vor dem großen Videogame-Crash für Ataris kultige 2600er Konsole erschien. Kein geringerer als B-Movie Guru Charles Band war es, der mit dem Eintritt in den Adult-Game Markt ein Stück vom digitalen Kuchen abhaben wollte…

Entwickler: VSS

Publisher: Wizard Video Games

Releasedatum: 1983

Verfügbar auf: Atari 2600

Artikel von Victor Grytzka

Bevor Charles Band mit dem Label Full Moon den B-Horror aus eigener Hand in die Videotheken brachte, zeichnete er sich für das Vertriebslabel Wizard Video verantwortlich, die sich auf die Vermarktung derber und umstrittener Horrorkost spezialisiert hatten. Filme wie „The Boogeyman“, „Driller Killer“ und „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“ aka „Zombie 2“ zählten zum Repertoire des Labels. 1982 bekamen sie „The Texas Chainsaw Massacre“ in die Finger und verbreiteten damit einen Evergreen des Terrorfilms in den amerikanischen Haushalten. Und weil Mr. Band nun mal ein cleverer Geschäftsmann ist, sah er ebenso großes Potenzial in der Vermarktung der damals angesagten Videospiele. Schnell ließ er also ein Spiel zum VHS-Blockbuster aus der Hand von Tobe Hooper zusammenbauen, und brachte damit ein kontrovers diskutiertes Spiel auf den Markt. Viele Händler weigerten sich die „Schlachtplatte“ in ihren Regalen zu führen, so dass der Pixelsäge schwingende Leatherface – damals wie heute – ein gesuchtes Objekt unter Atari Fans ist.

Doch wie stellt man das nun an? Wie könnte man einen Nerven zerfetzenden Horrorfilm auf Pixelgröße reduzieren, ohne dabei die Essenz des Stoffes aus den Augen zu verlieren?Ganz einfach – man schleudert ein simples Spiel ohne Sinn und Verstand auf den Markt, das lediglich durch einen hohen Gewaltfaktor punkten möchte. Das Spielprinzip ist also sehr übersichtlich. Der Spieler steuert Leatherface und seine Säge, die hier allerdings aussieht wie ein großer Penis der mit einem Motor ausgestattet ist – irgendwie charmant-witzig und haarsträubend zugleich. Nun gut, sei es drum. Ihr rennt also mit besagtem Antihelden durch die texanische Einöde und killt mit eurer Säge alles was euch vor die Kette kommt. Dabei gilt es dann noch Objekten auszuweichen, die nach dem Zufallsprinzip auf dem Bildschirm erscheinen.

Auch wenn es so aussieht, wir pinkeln hier nicht an einen Busch!

Selbiges gilt übrigens auch für eure Opfer. Und da haben wir schon das erste große Problem. Für jeden zersägten Teenager bekommt ihr 1000 Punkte. Dabei verbraucht eure Säge stetig Benzin. Im Leerlauf verbraucht ihr wenig Treibstoff, bei Knopfdruck und Aktivierung der Säge jedoch deutlich mehr. Bei 5000 Punkten bekommt ihr ca. 1/3 frisches Benzin und füllt so eure Säge wieder auf. Das würde funktionieren, wäre denn die Anzahl der potenziellen Opfer konstant hoch.  Durch schlampige Programmierung ergibt sich hier allerdings ein großer Mangel. So bekommt ihr manches mal Teenager ohne Ende serviert, es kann aber auch mal vorkommen dass ihr minutenlang durch eine leere Landschaft lauft.  Wohl gemerkt verbraucht ihr dabei auch weiterhin Benzin. Wenig förderlich ist auch der Umstand dass ihr an Objekten hängen bleiben könnt, sollte es euch nicht gelingen Diesen mit der Präzision eines Chirurgen auszuweichen. Wenn ihr auch nur mit einem halben Pixel eines der Hindernisse (Büsche, Zäune, Rollstühle !WTF! ) berührt, so müsst ihr die Säge anwerfen und euch den Weg freimachen.

Ratatata… bis auf eine matschige Pfütze bleibt nichts zurück!

Es gibt dabei zwei Spielmodi. Einmal den Modus für einen Spieler und einen Zwei-Spieler Modus. In beiden ist es Ziel mit drei Tankfüllungen möglichst viele Opfer in kleine Häppchen zu schneiden, und so einen möglichst hohen Score zu erzielen.

Technisch ist das Spiel gerade noch okay. Die Grafik scrollt flott durch die Gegend und bietet dabei sogar noch einen netten, auf mehreren Ebenen stattfindenden Scrolling-Effekt. Der Sound ist allerdings nervtötend. Das Rattern der Säge klingt wie ein Grizzly mit Durchfall, die Schreie der Opfer bestehen aus einem hochfrequenten Piepen, sowie einem undefinierbaren „Klingeling-Doing“, wenn man sie dann (recht blutig) zersägt hat.

Game Over – wir werden mit einem Arschtritt aus dem Bild befördert!

Abschließend kann ich sagen dass das Spiel wirklich nichts dolles ist, aber in kurzen Schüben durchaus Spaß machen kann. Besonders die Highscore-Jagd mit 2 Spielern kann für ein wenig Freude sorgen. Die hohen Preise für ein Original (100 Dollar und mehr) würde ich allerdings nicht zahlen wollen, auch wenn es ein nettes Sammlerstück ist. Wer das Spiel nun selbst einmal testen möchte, der kann es hier direkt in seinem Browser spielen:

Texas Chainsaw Massacre im Browser spielen

Wir lesen uns beim nächsten schaurig-schönen Game für ein gelungenes Hurenween! Rängädängedäng…. Das soll eine Kettensäge sein !

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