Hurenween-Gaming #3 – Ghostbusters (1987) – Sega Master System (inkl. Longplay-Video)

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Als die Kult-Komödie Ghostbusters 1984 die Kinokassen sprengte, war eine Portierung des Stoffes als Spiel eine logische Konsequenz. Noch bevor der Film in die Kinos kam erwarb Gamedesign-Legende David Crane (Pitfall) die Rechte an einer Spielumsetzung. Im Jahr 1987 portierten die Leute bei Sega das Spiel auf ihre 8-Bit Konsole, und schufen damit wohl die beste Version des Geisterjäger!

Entwickler: Activision / Sega

Publisher: Sega

Releasedatum: 1987 (Originalspiel 1984)

Verfügbar auf: Amstrad CPC, Apple II, Atari 800, Atari 2600, Commodore 64, MSX, Nintendo NES, PC, Sega Master System, ZX Spectrum

Artikel von Victor Grytzka

Noch bevor ich im Jahre 1992 mit dem SEGA Master System, das mein Bruder von seinem Kommunionsgeld angeschafft hatte, so richtig in die Welt der Videospiele einstieg, waren die Ghostbusters mir natürlich ein Begriff. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich den Kinofilm aus dem Jahre 1984, hatte natürlich die Cartoon Serie („The Real Ghostbusters“) gesehen und hatte ein paar Actionfiguren in meiner Spielkiste.

Vielleicht kennt das manch ein Leser noch. Es gab „feste Zeiten“ im Jahr an denen neue Spiele für die heißgeliebte Konsole angeschafft wurden. Meist Geburtstage und Weihnachten. Denn da bekam man genug Geld um sich ein neues Spiel zu kaufen. Allerdings muss ich zugeben dass ich schon als Kind ein „Sparfuchs“ oder auch „Geizkragen“ war. Während die meisten Menschen sich mit brandaktuellen Spielen eindeckten, kaufte ich Spiele aus den Grabbelkisten. Diese hatten zwar schon etliche Jahre auf dem Buckel, kosteten aber meist nicht mehr als 30 – 40 DM, und damit rund die Hälfte eines neuen Titels.

Und so kam es dass ich eines Tages für schmales Geld ein Ghostbusters Modul für unser Master System einpackte. Ob nun mein Bruder oder meine Wenigkeit das Spiel bezahlt hat weiß ich nicht mehr, aber ich weiß noch dass ich damals verdammt lange gebraucht habe das Spielprinzip zu verstehen – wer liest denn schon Anleitungen?

Irgendwann hatte ich es dann doch raus, und das Spielprinzip ist eigentlich ganz einfach. In New York sind die Geister los, also müsst ihr – in der Rolle der Ghostbusters – nicht nur die Stadt von jeglichem Spuk befreien, sondern auch Gozer den Garaus machen. Zu Beginn des Spiels gibt euch die Stadt einen Kredit in Höhe von 10.000 Dollar, den ihr im Verlauf des Abenteuers wieder reinholen müsst um überhaupt gegen Gozer antreten zu dürfen. Das Geld braucht ihr um euch zunächst ein Auto und Ausrüstung zu besorgen. Dabei könnt ihr aus 4 Fahrzeugen wählen, die sich in Eigenschaften wie Geschwindigkeit und Ladekapazität (die Anzahl der Items die ihr mitnehmen könnt) unterscheiden. Zu besagter Grundausstattung gehören neben Geisterfallen nützliche Items wie ein Geister-Staubsauger mit dem ihr herumfliegende Spukgestalten einfangen könnt, PK-Detektoren die euch anzeigen wo der nächste Spuk erscheint, Geisterköder mit denen ihr den Marshmallow-Mann (der von Zeit zu Zeit erscheint) von der der Zerstörung diverser Gebäude abhalten könnt und Vieles mehr.

Ihr bewegt euch dabei auf eine Karte von New York, fahrt von Auftrag zu Auftrag und macht so einen riesen Gewinn – wenn ihr denn gut genug seid. Es gibt grundsätzlich 2 Arten von Geistern zu fangen. Die gelben Geister sind dabei recht langsam und bringen euch relativ wenig Geld, die Slimer sind schnell und bringen dementsprechend mehr. Am Ort des Geschehens werft ihr also eurer Protonen-Pack an, lockt die Geister damit über die Falle und schnappt zu. Sind alle eure Fallen gefüllt oder verliert ihr zu viele Ghostbusters im Einsatz, so müsst ihr ins Hauptquartier fahren. Geisterjäger können Einsatzunfähig werden indem ihr es nicht schafft alle Geister in die Falle zu ziehen. Dann wird einer eurer Männer vollgeschleimt und muss im HQ erst wieder „gesäubert“ werden.

Dies geschieht in 3 Phasen. In Phase 1 ist die Anzahl der Einsätze überschaubar und am Einsatzort findet ihr die langsamen gelben Geister in überschaubarer Zahl. In Phase 2 gesellen sich die Slimer dazu und die Anzahl der Einsätze erhöht sich, sowie die Anzahl der Geister. Phase 3 steigert das Ganze noch einmal und bringt den Marshmallow-Mann ins Spiel. Dieser versucht dann und wann ein Gebäude platt zu machen. Dies könnt und solltet ihr mit einem Geisterköder (Ghost Bait) verhindern, denn sonst zieht man euch einen dicken Batzen eures Guthabens ab. Zusätzlich sollte man Dana und Louis ausweichen, die auf der Stadtkarte ihren Weg zueinander suchen. Jeglicher Kontakt mit ihnen kostet euch ebenso bares Geld.

Habt ihr die 3 Runden überstanden, so gilt es zunächst am Marshmallow-Mann vorbei in den Hochhauskomplex (Zuul) zu schleichen und sich dann durch das Treppenhaus nach oben zu kämpfen. Dort trefft ihr auf weitere Geister die ihr mit einem gezielten Schuss vernichten könnt. Solltet ihr auch das gemeistert haben, dann müsst ihr euch Gozer stellen. Ein paar gezielte Schüsse sollten reichen, allerdings müsst ihr dabei stetigem Beschuss der Wächter ausweichen. Bei einem „Game Over“ bekommt ihr eine Kontonummer. Mit dieser Nummer dürft ihr dann das Spiel erneut spielen, allerdings habt ihr dann das Geld zur Verfügung, das ihr euch in der Vorrunde erspielt habt.

Warum habe ich aber in der Einleitung gesagt, dass die Master System Version die Beste ist? Nun, in den frühen Versionen war das Spielprinzip zwar sehr ähnlich, allerdings gab es deutlich weniger Geister zu fangen und das Spiel endete nachdem man am Marshmallow-Mann vorbei geschlichen war. Für die NES Version wurde dann der Aufstieg im Treppenhaus hinzu gefügt, und auch der Bosskampf gesellte sich hinzu. Allerdings haben den die wenigsten Spieler zu Gesicht bekommen, da man beim Nintendo-Port durch wildes Knopfhämmern den Aufstieg meistern muss ohne sich gegen Geister wehren zu können. Viel zu schwer, viel zu unpräzise, viel zu NERVIG!

David Crane (Game Designer)

Sega verpasste dem Spiel dann noch einmal ein gehöriges Update. So hat man das Feature des „Strähle kreuzens“ entfernt (welches in den anderen Versionen für Frustmomente sorgen konnte, da dies einen sofortigen Verlust eurer Recken zur Folge hatte), vereinfachte die Steuerung und programmierte die Treppenhaus-Sequenz und den Bosskampf komplett neu. Mehr Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit die Geister im Treppenhaus zu erledigen machen das Spiel endlich frustfrei spielbar. Auch grafisch präsentiert sich die Master System Version als die schönste Variante des Spiels. Okay, ein kleiner Fauxpas hat sich dennoch eingeschlichen. Gozer heißt hier „Gorza“. Ein witziger Typo, und allemal besser als das furchtbare Englisch der NES Version (CONGLATURATION!).

Ghostbusters auf dem Master System ist die ultimative Version des Spiels, und sollte von jedem Fan der Jungs aus New York mal gespielt werden. Eigentlich wollte ich für diesen Bericht nur ein paar Screenshots machen, doch als ich gerade so im „Flow“ war, habe ich das Spiel dann gleich durchgespielt. Wer sich das ansehen möchte, der kann gerne auf das folgende Video klicken. Ghostbusters in 19 Minuten – have Fun!

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