The Night Comes for Us (2018) – ab sofort auf NETFLIX verfügbar!

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Bringt die Handkanten in Position und wetzt die Macheten! Mit „The Night Comes for Us“ (2018) serviert uns der Streaming-Gigant NETFLIX den neusten Action-Kracher aus Indonesien. Ob das blutige Werk an Glanztaten wie „The Raid 2“ (2014) heranreicht oder doch nur stumpfes „Auf die Fresse“-Kino bietet, erfahrt ihr unserer Kritik!

Originaltitel: The Night Comes for Us

Drehbuch & Regie: Timo Tjahjanto

Darsteller: Joe Taslim, Iko Uwais, Julie Estelle, Sunny Pang, Zack Lee…

Artikel von Christopher Feldmann

Indonesien ist momentan der heiße Scheiß, wenn es um saftige Martial-Arts Action geht. Mit seinen beiden „The Raid“-Filmen (2011, 2014) legte Regisseur Gareth Evans die Messlatte ziemlich hoch und bannte knochenharte, sowie exzellent durchchoreographierte Fights auf Film. Hauptdarsteller Iko Uwais wurde schnell zum Shooting-Star und durfte schließlich im Actioner „Headshot“ (2016), inszeniert von Kimo Stamboel und Timo Tjahjanto, wieder kräftig austeilen. Schon bei diesem Film schien NETFLIX Blut geleckt zu haben, bot der Streaming-Dienst den Streifen doch parallel zu seiner Heimkino-Veröffentlichung in seinem Programm an, ungeschnitten mit SPIO-Freigabe. Die Zuschauer dankten es und somit machte sich NETFLIX selbst an die Produktion eines adäquaten Follow-Ups. Dieser heißt „The Night Comes for Us“ und hat nicht nur Tjahjanto wieder auf dem Regiestuhl, sondern mit Uwais, Joe Taslim und Julie Estelle auch die Stars aus „Headshot“ wieder vor der Kamera. Dieses Unterfangen hat sich, mit Abstrichen, gelohnt, denn der Film bietet knallharte Kampfkunst-Action mit deftigem Blutzoll, auch wenn die Story leider im Nichts verläuft!

Handlung:
Ito (Joe Taslim) arbeitet als Vollstrecker in einer Elite-Truppe der South East Asia Triaden, die zum Einsatz kommt, wenn hart durchgegriffen werden muss. Als er es nicht über das Herz bringt, ein kleines Mädchen zu töten, erschießt er seine Mannschaft und flieht mit ihr zu seinem alten Clan in Jakarta. Doch die Triaden schicken reihenweise Killer hinterher, die Ito, sowie das Mädchen, ausschalten sollen. Mit von der Partie: Itos alter Weggefährte Arian (Iko Uwais).

Wer auf harte Action-Kost mit ordentlichen Handkantenschlägen steht, ist bei „The Night Comes for Us“ an der definitiv richtigen Adresse. Der Martial-Arts Film, der exklusiv auf NETFLIX zur Verfügung steht, macht keine Kompromisse. Die Fights sind gut durchchoreographiert und bieten immer wieder lange Kämpfe vor interessanten Kulissen. Lagerhalle, Gefangenentransporter, Fahrstuhl, Schlachthaus…, in „The Night Comes for Us“ geht es äußerst rabiat zur Sache. Das liegt vor Allem an dem überdurchschnittlichen Gewaltpegel. Während die beiden „ The Raid“-Filme und auch „Headshot“ schon wenig zimperlich waren, was Gewaltdarstellung angeht, legt Timo Tjahjanto hier nochmal ein paar ordentliche Schippen Gore drauf. Der Film ist schon fast ein Action-Splatter Film geworden, bei dem die genannten Verwandten schon wie Kindergeburtstage wirken. Es werden Körperteile abgetrennt, Kehlen aufgerissen und ein Kopf hat eine sehr unangenehme Begegnung mit ein paar Billardkugeln. Hier wurden anscheinend viele Liter Kunstblut verbraucht, was sich als positiv erweist, da die Splatter-Effekte durchweg handgemacht daher kommen. Der Regisseur hat hier, was die Ästhetik der Fights angeht, gute Arbeit geleistet und liefert bessere Arbeit ab, als es noch bei „Headshot“ der Fall war, zudem ist der Schnitt sauberer und die Kamera findet bessere Positionen, was der Action eine bessere Dynamik gibt. An Evans‘ „The Raid 2“ kommen die Kämpfe jedoch nicht heran aber das ist auch ein unfairer Vergleich. Bei „The Night Comes for Us“ kann jeder Action-Fan zugreifen, denn hier derbe die Sau rausgelassen.

Allerdings wirkt sich das negativ auf die Story und die Charaktere aus. Nach ca. 20 Minuten hat der Film nämlich Nichts mehr zu erzählen und verharrt im Stillstand. Nachdem die Fronten geklärt sind und Ito das Mädchen beschützen will, lässt man eine Action-Szene auf die Nächste folgen. Somit wirkt das Ganze etwas wie „Tekken“, haben Ito und seine Verbündete die Angreifer-Welle überstanden, kommt auch schon die Nächste. Dies hat zur Folge, dass auch die Figuren extrem statisch bleiben und kaum Entwicklung durchlaufen. Sie bleiben lediglich ein Werkzeug und werden im Wesentlichen nur für die Unterscheidung zwischen Gut und Böse genutzt. Das schmälert den Film leider in seinem Sehgenuss, denn, auch wenn man sich an der Action und dem Gore berauschen kann, so richtig spannend ist es nicht. Aber das kommt auch immer darauf an, was man erwartet. Auch die Darsteller spielen lediglich routiniert und sind eher auf ihre Physis abonniert, aber was Anderes habe ich auch nicht erwartet.

Fazit:
„The Night Comes for Us“ (2018), der neue indonesische Action-Knaller, erscheint dieses Mal direkt über NETFLIX und ist ein Streifen, der sich gewaschen hat. Die Action ist hart, die Handkanten sitzen und es wird eimerweise Blut vergossen. Martial-Arts trifft Splatter, ein Fest für Genre-Fans und Gorehounds, auch wenn die Story und die Charaktere eigentlich keine Relevanz haben. Doof aber ein optisches Erlebnis, welches ordentlich fetzt!

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