X-Factor – Das Unfassbare kehrt zurück (2018) – Die neuen Folgen (oder so)…

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Gerade noch im TV, jetzt schon bei uns auf der Seite! Ach ja, X-Factor. Von 1997 – 2002 verblüffte uns zunächst James Brolin mit unheimlichen Geschichten, bis er bereits in der zweiten Staffel von Jonathan Frakes abgelöst wurde. Vor genau 20 Jahren startete die Sendung im deutschen TV auf RTL II, und bescherte uns viele harte Kopfnüsse aus dem Reich des Übernatürlichen. Nach einem „Best of“ Tag hat RTL II selbst nun nachgelegt, und für die Fans zwei brandneue Folgen produziert. X-Factor oder Nix-Factor, das ist hier die Frage…

Produktionsjahr: 2018

Moderation: Detlef Bothe

Artikel von Victor Grytzka

Das wird eine Doppel-Premiere. Nicht nur der Umstand dass wir zwei neue Folgen einer heißgeliebten Kultserie bekommen, nein, ich schreibe diesen Artikel quasi „Live“ während die Sendung läuft. Den ersten Dämpfer allerdings gab es gleich beim Trailer. Kein James Brolin, kein Jonathan Frakes, keine US-Produktion. Also dann doch mehr eine Hommage, als eine wirkliche Fortsetzung. Nun ja, Detlef Bothe ist auch eine imposante Erscheinung, ein talentierter Schauspieler und besticht durch eine markante Stimme. Schauen wir mal, sprach der Blinde…

Geburtstag: Der erste „WTF“ Moment. Sunnyboy Leon flirtet auf „Berlin Tag und Nacht“ Niveau mit Andrea, seinem gesprächigen Alexa-Ripoff! Er hat Geburtstag, feiert sich selbst und ist auch sonst ein selbstverliebtes Arschloch. Dann kriegt er SMS von Julia, telefoniert währenddessen mit „Checker-Bro“ Mike und zack – lädt er die Olle zum Essen ein. Natürlich will er die Nuss knacken, was denn sonst? Doch da ist ja noch Andrea – die Super-KI! Und die ist eifersüchtig auf Julia. Muhahahahahahaha…….

Menschenfeind: Im Schrebergarten tollt eine Dame mit ihrem allseits beliebten Hund „Drago“ rum. Und dann kommt der grantelige Schrebergarten-Boss. Der mag aber keine Hunde. Also will er dafür Sorgen dass Drago verschwindet. Deshalb versucht er ihn eines Morgens zu entfernen und wird dabei gebissen. Kurz darauf bricht er zusammen und man findet einen Tumor bei ihm. Friede, Freude, Fick dich doch. Was für eine Scheiße!

Der Untermieter: Eine alte Dame lebt schon seit 60 Jahren in ihrer Wohnung. Mutti wird allerdings langsam dement und soll bei ihrem Töchterchen einziehen. Die will aber nicht und erzählt ihrer Tochter, dass immer wieder Sachen aus ihrer Wohnung verschwinden. Die hält das natürlich für Mumpitz. Mumpitz ist allerdings auch diese Episode, so langsam weiß ich wie der Hase läuft, und es wird wohl nicht besser.

Der Bruch: Tim arbeitet als Bediensteter bei dem reichen Herrn Löwenstein. Eines Tages kommt unverhoffter Besuch. Ein zwielichtiger Bursche möchte afrikanische Scheißkunst kaufen. So ’n Holzkopp mit Nägeln drin. Das Ding soll den Besitzer schützen und Feinde vertreiben. Der Typ will das Ding kaufen, Löwenstein gibt das allerdings nicht her. Dabei ist das Ding 300.000 Eier wert. Tim kriegt das Spitz, lallt allerdings was von 500.000 und ruft Yuri an. Der soll das Dingen klauen. Na ja, wenigstens nennt er das Ding „Nagel-Gott“. Meinen Porno-Namen hab ich jetzt schon mal. Dann „Nageln“ sie das Ding, und der Nagelkopp wehrt sich. Buh — ich kotz gleich mein Abendessen über den Tisch.

Der Fluch der alten Damen: Bei Nick klingelt es und dann steht da der Tobi, sein alter Schulfreund. Der ist ziemlich abgebrannt und braucht 10.000 Öcken. Aber Nick scheißt ihm was. Da erinnert ihn Tobi an die Sache als sie mal gemeinsam ein paar alte Damen ausgeraubt haben. Ein rotes Töff-Töff mit schwarzem Häubchen sollte es sein. Nee, jetzt kommt kein Song der „Oliver Onions“, sondern eine rabiate alte Dame mit großer Schnauze. Also wird nix aus dem Autoklau. Die Bande beschließt den Alten einen dicken Böller auf die Veranda zu schmeißen. Und zack da bumm und Gomorrha – die Ommas fallen wie die Hühner tot von der Stange. Also nix wie hin und – ja leck mich fett – noch schnell den faulenden Damen 100.000 Mark klauen. Alle der Bande verrecken jetzt irgendwie, und auch Tobi pfeift auf dem letzten Loch. Verfluchte Moneten. Und ich bin gerade kurz davor mich selbst zu verletzen! Mach es weg!

Das war dann Episode 1 von 2 – und weil ich die Fresse jetzt schon voll hab, werde ich Episode 2 nur kurz zusammenfassen. Es geht los mit DAS DEJA-VU VIDEO. Trödelprofi Olaf nimmt einem Obdachlosen einen ollen Camcorder ab. Dabei sind auch noch dreckelige Bumsaufnahmen von Olafs Frau Betty und einem anderen Kerl. Auf weiteren Videos ist ein Blick in die Zukunft zu sehen, in der Olaf den bumsfidelen Don Juan in die Finger kriegt. Es wird einfach nicht besser… Dann folgt  GRUß AUS DEM JENSEITS. Die reiche Beate ist mausetot! Töchterchen und Sohnemann suchen nun das Testament, den Beate war reich – stinkreich. Und die missratenen Gören wollen Moneeeeey (Bitches)! Sohnemann erbt Geld, Töchterchen das große Haus. Dann kommt plötzlich eine SMS von Muttern an. „Hilfe, holt mich hier raus!“. Genau dasselbe habe ich mir auch gerade gedacht! DIE KATZE MIT DEN ROTEN AUGEN ist der nächste Hirnfurz der den Autoren eingefallen ist. Zuerst streitet sich ein Paar um eine Möhre, und dann taucht plötzlich eine Katze auf. Die nimmt die Dame des Hauses in ihre Obhut, denn sie hortet Tiere. Ihr Checker-Macker (mit Panda-Basecap YO!) ist nicht so begeistert. Also gibt es STREIT! Aber frag mal nicht nach Sonnenschein! Die Katze und der Macker sind nun also keine Freunde mehr, und er setzt sie aus. Doch die Miezemusch kommt immer wieder – rote Augen inklusive. Rote Augen hab ich jetzt auch – teils vom lachen, teils vom weinen. Was solls, die Shit-Show muss weiter gehen! Ich hab den TITEL DER EPISODE nicht mitbekommen, ich war kurz davor einzunicken. Aber ist ja auch Wurst. In einer WG fressen sie Spaghetti. Dann geht ein Kerl (Tom) feiern. Mit Rocko (Rocco, Rokko, Roccoco????). Marie, seine Mitbewohnerin und Rollstuhlfahrerin, will nicht dass er geht. Sie hat ein ungutes Gefühl. Party, Party, Saufen – auf der Rückfahrt erscheint Marie… nee, ein Kind… ein… ach.. leck mich RTL II! Finaaaale – bald ist der Scheiß vorbei. Aber ich muss noch durch IRGENDWAS MIT LOST PLACES frag mich nicht. Ich hab schon (gedanklich) abgeschaltet. Gruseliges Gebäude, Witchboard, Klischee – Buh! Danke für Nichts!

Sie denken die Sendung war Scheiße? Glückwunsch, damit liegen sie richtig!

Heiliger Frakes, Hilf! Ich hatte ja geahnt dass es furchtbar wird! Aber DAS? Typisches Hartz IV TV. „X-Factor“ war zwar nie die Krone des Horrors, aber es war eine Sache – unterhaltsam. Doch was uns hier serviert wurde, das spottet jeder Beschreibung. Grottenschlechte Stories auf Daily-Soap Niveau. Laiendarsteller aus der Kleingarten-Theater Gruppe. Und eine Inszenierung, die jeder Amateurfilmer mit seiner Handykamera überzeugender darstellen könnte. Wenigstens bleibt die RTL-Gruppe sich treu, und bewegt sich auf dem üblichen Niveau von „Helf mich doch!“, „Ich zeich dir an“, „Beate sucht Ficker“ und „Bauer sucht Sau“! Keine Hommage, kein Horror – einfach nur SCHEIßDRECK! Danke für NICHTS!

Mich hat auch nicht interessiert, was denn nun der „Wahrheit“ entsprechen soll, und was frei erfunden ist. Kein lustiges Ratespiel, wie man es sonst von „X-Factor“ gewohnt ist.

Lediglich Detlef Bothe war hier ein kleiner Lichtblick. Seine Zwischenmoderationen brachte er überzeugend rüber, konnte allerdings auch nicht viel retten. Da kann man ihm noch nicht mal einen Vorwurf machen. Hoffentlich hat wenigstens die Gage gestimmt. Zu wünschen wäre es ihm.

Theoretisch kann man sich das Zeug auf RTL NOW (RTL NAU für die begeisterten RTL-Zuschauer) ansehen, ich würds lassen!

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