Boarding School (2018) – Ab sofort auf DVD, Blu-ray und Digital im Handel erhältlich

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Schule war für mich der Horror. Als Träger eines Kassengestells und mit dazugehörigem Pisspottschnitt war ich Daueropfer der Krawallkinder. Von daher wirken Horrorfilme, in denen Außenseiterkinder an einer gruseligen Schule unterrichtet werden, eine besondere Wirkung auf mich. Mal schauen ob dieser filmische Ausflug an ein Internat der besonderen Kinder Gänsehaut erzeugen kann.

Regie: Boaz Yakin

Darsteller: Luke Prael, Samantha Mathis, Will Patton, Robert John Burke

Artikel von Christian Jürs

Jacob (Luke Prael) ist ein Außenseiter. In seiner Freizeit liest er gerne Superheldencomics und schaut Horrorfilme. Das klingt irgendwie nach meiner Jugend. Doch im Gegensatz zu Jacob bin ich nicht jede Nacht schreiend, von Albträumen geplagt, aufgewacht. Seine Mutter (Samantha Mathis), die nach dem Tod von Jacobs Vater mit einem anderen Mann (David Aaron Baker) liiert ist, gerät ans Ende ihrer Kräfte. Immer häufiger geht sie aggressiv auf den Jungen los. Als eines Tages die Großmutter verstirbt, die Jacob niemals kennenlernte, durchstöbert dieser heimlich das Hab und Gut der alten Dame und kleidet sich, unbeobachtet fühlend, in den Gewändern seiner Oma. Als sein Stiefvater und seine Mutter ihn dabei erwischen, ist das Fass übergelaufen und Jacob wandert in ein Internat. Eltern können scheiße sein.

Doch es ist nicht irgendein Internat. Denn in diesem titelgebenden Haus gibt es nur einen Lehrer, den streng religiösen Schulleiter Dr. Sherman (Will Patton). Dieser unterrichtet an seiner Schule nur sieben Kinder (wie finanziert sich sowas?), von denen neben Jacob eigentlich nur die smarte Christine (Sterling Jerins) halbwegs normal zu sein scheint. Der Rest der Truppe setzt sich aus Kindern zusammen, die beispielsweise an Tourette oder aber an schweren Verbrennungen leiden. Als Lehrmittel dienen den Kindern gerade einmal drei Bücher, von denen eines die Bibel ist, mit der hauptsächlich gearbeitet wird. Doch auch mit körperlicher Züchtigung wird hier vorgegangen. Ein richtig tolles Plätzchen für Heranwachsende halt. Doch das ist noch lange nicht alles, was hier nicht stimmt…

Regisseur Boaz Yakin dürfte den wenigsten Lesern etwas sagen, dabei haben die Meisten von Euch ganz sicher schon ein Werk des Mannes, der sich in keine Genreschublade stecken lässt, gesehen. So stammt das Sportdrama GEGEN JEDE REGEL mit Denzel Washington ebenso von ihm, wie der grandios kurzweilige Actionklopper SAFE – TODSICHER, der zu den unterhaltsamsten Werken Jason Stathams gehört. Hier versucht sich Yakin im Horrorgenre und auch hier beweist er Talent. Doch sollte man keinen Jumpscare geschwängerten Schocker erwarten. Mehr eine ruhig erzählte Coming-of-Age Geschichte mit Gruselelementen. Doch keine Angst, vor allem gegen Ende nimmt der Film Fahrt auf. Doch auch bis dahin bleibt man gerne aufmerksam dabei. Dies ist vor allem der Verdienst der tollen Darsteller. Ob jung (Luke Prael spielt fantastisch) oder alt (Will Patton spielt eigentlich immer fantastisch), so jeder mag in seiner Rolle überzeugen. Trotzdem war ich beim Anblick von Samantha Mathis entsetzt. Ich habe die Frau, die in HART AUF SENDUNG und BROKEN ARROW noch wirklich heiß war, nicht mehr wiedererkannt. Das Zahn der Zeit und so. Naja, ein Blick in den Spiegel offenbart mir, dass auch ich nicht mehr ganz so frisch aussehe wie einst.

Bild und Ton jedoch sehen frisch aus und sind bei einem so neuen Film natürlich ohne Makel. Auch die Synchronisation ist wirklich hochwertig, wie man es von CAPELIGHT PICTURES gewohnt ist. Lediglich im Bonusbereich sparte man Potential ein. Hier gibt es nur den Trailer zum Hauptfilm und weitere Filmtipps, was ein klein wenig schade ist. Dafür bekam die Amaray ein Wendecover und einen äußeren Pappschuber mit abziehbarem FSK-Flatschen verpasst. Sehr löblich.

Trailer:

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