Mad Mission 4 – Man stirbt nicht zweimal (1986) – Ab sofort als 4-Disc Complete Edition (2 x DVD & 2 x Blu-ray) im Handel erhältlich

1077total visits.

Lang, lang hat´s gedauert, doch jetzt ist die MAD MISSION Reihe mit der Veröffentlichung des 4. Teils aus dem Hause Digi Dreams komplett. Somit ist jetzt natürlich auch die Komplettbox mit allen 5 Teilen endlich erhältlich. Im 4. Teil, den ich in jungen Jahren sogar im Kino bestaunen durfte, wird jedoch, entgegen des Untertitels, nicht nur JAMES BOND gespooft, sondern vordergründig der Abenteurfilmklassiker JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES. Ob dies dem kürzlich verstorbenen Actionregisseur Ringo Lam gelungen ist, klären wir in den folgenden Zeilen…

Originaltitel: Zui jia pai dang 4: Qian li jiu chai po / Aces Go Places IV / Mad Mission 4 – You never die twice

Regie: Ringo Lam

Darsteller: Sam Hui, Karl Maka, Sylvia Chang, Sally Yeh, Ronald Lacey

Artikel von Christian Jürs

Wie üblich gerät Sam (Sam Hui) wieder einmal in die Bredouille. Doch diesmal stellt der ehemalige Juwelendieb gar nichts unrechtes an. Im Gegenteil, er eilt einem Wissenschaftler zur Hilfe, dessen Darsteller so wichtig ist, dass er in der imdb keinen Eintrag bekommen hat. Für die bösen Buben, die hinter ihm her sind, ist er allerdings schon wichtig, denn er hat ein Prisma bei sich, welches normale Menschen in Superhelden mit übermenschlichen Kräften verwandeln kann.

Sam selbst sollte das erste Versuchsobjekt werden, wozu es beinahe nicht gekommen wäre, da die Bad Guys den armen Herrn Wissenschaftler bereits vor Sams Eintreffen tödlich verletzt haben. Doch vor der Leichenstarre kann er Sam noch flugs das Prisma zuschanzen, woraufhin dieser zu Professor Bright (Roy Chiao) flüchten kann. Dieser leitet nun das Experiment, welches jedoch misslingt. Sam überlebt knapp sowohl das Dasein als Versuchskaninchen, als auch die Erste Hilfe-„Attacke“ von Brights Tochter Sally (Sally Yeh). Doch damit ist die Gefahr längst nicht gebannt, denn plötzlich stürmen die bösen Buben das Labor und dezimieren mit Maschinengewehren das gesamte Personal samt Professor auf die Überlebenden Sam und Sally. Diese können, dank einer spektakulären Flucht, dem Killerkommando entkommen.

Sam sucht natürlich sofort Hilfe bei seinem Kumpel Kodijack (Karl Maka), der jedoch gerade mitten in einem Eishockeyspiel zwischen der Hongkonger Polizei und dem F.B.I. steckt. Gemeinsam rocken sie das Spiel und entkommen erneut den antrabenden Bad Guys. Doch die Freude ist von kurzer Dauer, denn die Fieslinge entführen Kodis Frau Ha Tung (Sylvia Chang), wobei ihr gemeinsamer Sohn Dackelmann (Cyrus Wong) beinahe das Zeitliche segnet. Zusammen machen sich Sam, Kodi (mit Dackelmann im Gepäck) und Sally auf, Ha Tung zu befreien. Schnell machen sie Bekanntschaft mit dem Kopf hinter den Verbrechen, den Fans der INDIANA JONES Reihe sofort erkennen dürften.

Diesen verkörpert nämlich kein Geringerer als Ronald Lacey. Der Name sagt Euch nix? Nun, es ist der wiederliche, Hut und Mantel tragende Nazi mit der Brandwunde an der Hand. Eben diese und auch sein Outfit aus dem Spielberg Film trägt er auch hier zur Schau. Die Nazis wollen also das Prisma haben. Das gilt es zu verhindern…

Während sich Teil 3 im Stil bereits von seinen beiden Vorgängern unterschied, indem Tsui Hark, entgegen zu Regisseur Eric Tsang, weniger auf spektakuläre Stunts und stattdessen auf technische Gimmicks setzte, zumindest aber den Humorton der beiden Vorgänger traf, geht Teil 4 noch einen Schritt weiter. Zwar gibt es auch hier den typischen Kodijack / Sam – Humor, der auch in Teil 4 wieder in der deutschen Fassung dank Danneberg und Elsholtz voll zur Geltung kommt. Der Grundton ist jedoch wesentlich ernster. Die Action ist brutal und es gibt haufenweise Tote. Ringo Lam war halt mehr der Mann fürs Grobe, wie er in seinen Filmen mit Chow Yun-Fat (City on Fire / Prison on Fire / Full Contact) oder aber dem Van Damme Vehikel MAXIMUM RISK einst eindrucksvoll unter Beweis stellte. Dafür bot er wieder die spektakuläre Action und Stuntshow, die man von MAD MISSION gewohnt war, nur halt eine Spur ernster.

Sylvia Chang hatte derweil allerdings keine Lust mehr auf ihre alberne Rolle der Ha Tung. Sie suchte nach neuen Herausforderungen, wie dem Rennfahrerdrama ALL ABOUT AH LONG mit Chow Yun-Fat oder weniger slapstickhaften Komödien wie SHANGHAI BLUES. Ihre Rolle fiel daher wesentlich kleiner aus, weswegen man die Figur der Sally erfand, die Sängerin Sally Yeh bestritt. Diese dürften Hongkong Filmfans seit ihrer Darstellung der erblindeten Sängerin in THE KILLER ganz fest in ihr Herz geschlossen haben. Ich hab schon wieder einen Ohrwurm.

Erneut bietet uns Herr Krekel ein rundum sorglos Paket in Bezug auf diesen MAD MISSION Film. Zwar ist die Bildqualität in allen vier (!) Filmversionen nicht sensationell, aber durchaus ordentlich. Der Film hat halt ein paar Jahre auf dem Buckel. Dafür bekommt man auf der Hauptscheibe eine „Integralfassung“, die den Großteil der Szenen aller Fassungen vereint. „Großteil“, da diverse Szenen in der Hongkongfassung etwas alberner ablaufen als in der internationalen Fassung. Diese Versionen sind übrigens ebenfalls auf der jeweils zweiten Scheibe vorhanden. Die alternativen Szenen gibt es zusätzlich im reichhaltigen Bonusmaterial zu bestaunen. Ebenso wie Trailer, Outakes, Bildergalerien und die alte, deutsche Kinofassung, die ich im Alter von 11 Jahren in einem beinahe leeren Kino bestaunen durfte und die sich im Bonusmaterial ebenfalls befindet.

MAD MISSION 4 ist sicherlich nicht der beste Teil (für mich bleibt das Teil 2), ordentliche Actionunterhaltung mit einer genialen Synchro (auch Wolfgang Hess ist dabei) bekommt man aber trotzdem. Ich empfehle, gleich zur Komplettbox zu greifen. Dann hat man die volle Dröhung Sam und Kodi.

Trailer:

Zurück zur Startseite