Match Point (2005) – Ab 6. September 2019 auf Blu-ray im Handel erhältlich

MIt Woody Allen ist es so eine Sache. Für die einen sind seine Filme wie beispielsweise MANHATTAN wahre Meisterwerke, andere langweilen sich bei BANANAS hingegen zu Tode. Im Jahre 2005 jedoch kam der Meisterregisseur mit einem Streifen daher, der von beiden Lagern weitestgehend gefeiert wurde. MATCH POINT sieht auf den ersten Blick so gar nicht wie ein Woody Allen Film aus und verzichtet auch (weitestgehend) auf seinen typischen Humor. Ob das Krimidrama mit Allens später Muse Scarlett Johansson auch heute noch überzeugen kann und was die Blu-ray von PROKINO zu bieten hat, klären wir im Artikel.

Drehbuch und Regie: Woody Allen

Darsteller: Jonathan Rhys Meyers, Emily Mortimer, Scarlett Johansson, Brian Cox

Artikel von Christian Jürs

Der stets nach Erfolg suchende Ire Chris Wilton (Jonathan Rhys Meyers) beendet seine professionelle Tenniskarriere, um in London in einem exklusiven Club als Tennislehrer zu arbeiten. Sein erster Schüler wird der aus gutem und wohlhabenden Hause stammende Tom Hewett (Matthew Goode). Schnell finden beide eine gemeinsame Leidenschaft: Die Oper.

Euphorisch lädt Tom seinen neuen Lehrer desgleich zum Besuch einer Opernaufführung ein und schon nach kurzer Zeit geht Chris ein und aus bei den Hewetts. Sowohl Toms Vater Alec (Brian Cox), als auch seine Frau Eleonor Hewitt (Penelope Wilton) sind beeindruckt von dem jungen Mann. Chloe (Emily Mortimer), die Tochter der Hewetts, verliebt sich in den charismatischen Tennislehrer und beide beginnen eine Beziehung.

Für Chris scheint das Tor zu Glück und Erfolg offen zu stehen, wäre da nicht Toms Verlobte Nola Rice (Scarlett Johansson). Die erfolglose, amerikanische Schauspielerin hat einen weitaus schwereren Stand bei Toms Eltern, vor allem aufgrund ihrer brotlosen Kunst. Zwischen ihr und Chris hingegen scheint es zu knistern, nicht zuletzt, da er mit ihr wesentlich tiefgründigere Unterhaltungen führen kann als mit der zwar niedlichen, jedoch recht oberflächlichen Chloe. Chris bleibt jedoch bei ihr, verlobt sich und übernimmt dankend einen Managerposten in der Firma der Hewitts.

Schließlich heiraten Chris und Chloe und ziehen gemeinsam in ein stattliches Anwesen an der Themse. Tom beendet derweil seine Beziehung zu Nola, die von Chris immer noch heimlich begehrt wird. Er stellt ihr nach und beginnt eine Affaire mit der schönen Amerikanerin. Sein Doppelleben funktioniert zunächst, doch dann wird Nola schwanger…

MIt diesem Thriller-Melodram betrat der leidenschaftliche Regisseur und Schauspieler Woody Allen ungewohntes Terrain. Wesentlich ernster als sonst und nur mit gelegentlich aufkeimendem Humor erzählt er vollkommen lässig die Geschichte des stetig erfolgreicher werdenden Chris, den die Leidenschaft ins Straucheln geraten lässt. Dabei fungiert ein Tennisball, der in der ersten Szene in Zeitlupe auf eine Netzkante trifft und senkrecht nach oben prallt als Metapher für die folgenden Ereignisse. Wir erfahren nicht, ob der Ball die Kante überquert oder auf der Aufschlagsseite zu Boden geht. Eine Frage des Glücks und genau darum geht es in Match Point.

Während der für Allen typisch altmodische Vorspann mit den Credits in simplen Texttafeln die Vertrautheit seines Filmschaffens suggeriert, irritiert die Musikwahl. Denn Match Point verfügt nicht über den sonst so oft genutzten Jazzsound, den der Filmemacher so liebt, sondern, passend zur Handlung, diverse Opernstücke. Diese sind allerdings bewusst und geschickt gewählt und unterstreichen das Gezeigte treffend. Das Drama, dem wir hier beiwohnen, eröffnet sich langsam und in ruhigen Bildern, jedoch niemals ermüdend. Tatsächlich verfügt der Film über eine gewisse Nähe zu Hitchcocks Werken. Warum, wird hier jedoch nicht verraten.

Ein weiterer Pluspunkt sind die durch die Bank weg gut gewählten Darsteller. Jonathan Rhys Meyers, dessen Figur einen gewissen Kotzbrockencharakter trägt, schafft es trotzdem, dass man mit ihm mitfiebert. Emily Mortimer spielt die naiv-doofe, jedoch ungeheuer süße Chloe mit Bravour. Highlight ist aber zweifelsohne Scarlett Johansson als Femme Fatale, die einmal mehr ihren verführerischen Charme spielen lässt, dem schon Bill Murray zuvor erlag. Der Rest des Casts agiert ebenfalls hervorragend.

Die vorliegende Blu-ray von Prokino ist nicht die erste Veröffentlichung des mehrfach oscarnominierten Streifens auf blauer Scheibe. Vor sieben Jahren erschien der Film bereits im Hause Paramount. Wer den Film jedoch noch nicht besitzt, sollte jetzt zuschlagen. Das Bild (HD 1080p / 1,78:1) ist gestochen scharf und auch der Ton kommt in Deutsch & Englisch in sauberem DTS-HD MA 2.0 daher. Als Bonus gibt es Interviews mit Cast & Crew, 7 Featurettes und den Kinotrailer.

Wer Lust auf gut gefilmtes, intelligentes Schauspielerkino hat, der kommt an Woody Allens Drehbuch- und Regiewerk Match Point nicht vorbei. Fraglich ist allerdings, was die FSK einst geritten hat, hier eine “ab 6”-Freigabe zu vergeben. Es dauert zwar, bis etwas nicht kindergeeignetes geschieht, eine Garantie, dass die lieben Kleinen bis dahin seelig weggeschlummert sind aufgrund der für sie nicht nachvollziehbaren Handlung, gibt es allerdings nicht. Ein FSK ab 12 wäre hier angebrachter gewesen. Das ist allerdings auch der einzige Kritikpunkt, den ich hätte. Kaufempfehlung!

Trailer:

Zurück zur Startseite

[page_visit_counter_md id=’13378′]

 

 

Diesen Artikel auf Facebook teilen