Ein Mann jagt sich selbst (1970) – Ab sofort auf DVD im Handel erhältlich

6727total visits.

Zwischen den beiden Serien SIMON TEMPLAR und DIE 2 drehte Sir Roger Moore die Thriller TÖDLICHER SALUT und EIN MANN JAGT SICH SELBST. Während Ersterer bereits vor Jahren auf DVD erschien, bekommt nun auch der Zweitgenannte, innerhalb der Reihe „Film-Klassiker“ im Hause PIDAX, die Ehre, auf Silberling veröffentlicht zu werden. Mit an Bord hat die DVD neben einem Audiokommentar mit dem Star persönlich auch noch 2 Synchronfassungen. Mehr dazu im Artikel.

Originaltitel: The Man Who Haunted Himself

Regie: Basil Dearden

Darsteller: Roger Moore, Hildegard Neil, Alastaire Mackenzie, Hugh Mackenzie, Olga Georges-Piscot, Anton Rodgers

Artikel von Christian Jürs

Harold Pelham (Roger Moore), seines Zeichens pflichtbewusster Manager einer großen Londoner Firma, hat eines Tages, während einer Autofahrt einen Aussetzer. Ohne erkennbaren Grund löst der ansonsten biedere Familienvater und Ehemann seinen Sicherheitsgurt und rast wie ein Besessener durch die Straßen bis es schließlich zum Unfall kommt, bei dem er sich schwer am Kopf verletzt. Bei der folgenden Notoperation kommt es dann zu Komplikationen. Kurzzeitig hört Pelhams Herz auf zu schlagen. Kurz darauf schlägt es sogar kurz doppelt, ehe sich sein Zustand wieder normalisiert. Eine fehlerhafte Anzeige? Oder steckt mehr dahinter?

Nach seiner Genesung sind diese Vorkommnisse in Vergessenheit geraten und der erfolgreiche Manager geht wieder seiner gewohnten Arbeit nach. Doch plötzlich will nichts mehr so klappen, wie bisher. Daheim hängt der Haussegen mit seiner Frau Eve (Hildegard Neil) gewaltig schief und im Büro gelangen brisante Firmengeheimnisse in falsche Hände. Hinzu kommt, dass Pelham immer wieder von Freunden und Kollegen auf gemeinsame Abende angesprochen wird, an denen er niemals teilnahm. Es kommt alles soweit, dass man ihm die Werkspionage in die Schuhe legen möchte. Verzweifelt versucht der stets korrekte Manager, dem Geheimnis um seinen scheinbar existenten Doppelgänger zu lüften…

Regisseur Basil Dearden, der später noch diverse Episoden der Serie Die 2 inszenieren sollte, ehe er bei einem Verkehrsunfall sein Leben ließ, wandelt mit seinem Thriller auf Hitchcocks Spuren. Einzig der britische Charme und das entsprechende Setting deutet darauf hin, dass hier nicht der Meister selbst am Werke war (und vielleicht auch der teils in Zeitraffer gefilmte Unfall zu beginn, der etwas hilflos inszeniert wirkt). Roger Moore füllt seine Rolle mit dem gleichwertigen Charisma eines James Stewart, trägt dabei aber eine gewöhnungsbedürftige Rotzbremse. Er schafft es, dass das Publikum mit seinem, nicht gänzlich sympathischen Charakter mitfiebert, bis dem Zuschauer bei der finalen, nicht wirklich vorhersehbaren, Auflösung die Kinnlade hinunterfällt. Ein wirklich gelungener Plottwist, mit dem die Romanverfilmung von Anthony Armstrongs The Case of Mr. Pelham hier aufwarten kann.

Apropos „wirklich gelungen“, kommen wir zur DVD Veröffentlichung. Diese kann mit sauberem Bild (1,85:1) und gutem Ton in Deutsch und Englisch (DD 2.0) aufwarten. Weiterhin sind ein Audiokommentar von Sir Roger Moore und Filmemacher Bryan Forbes, der Kinotrailer und die Pressehefte (in digitaler Form) enthalten. Besonders erfreulich ist, dass hier gleich zwei deutsche Synchronfassungen vorliegen. So kann man sich zwischen der deutschen Kinosynchro aus dem Jahre 1980 und der TV Version aus dem Jahre 1982 entscheiden. In der Kinofassung spricht Niels Clausnitzer, wie auch in allen Bondfilmen, die Hauptrolle. Außerdem sind hervorragende Sprecher wie Jürgen Thormann, Arnold Marquis und Siegfried Schürenberg dabei. In der TV Version bekam Roger Moore das Organ von Randolf Kronberg verliehen, was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Doch auch hier fbekommt man weitere tolle Sprecher wie etwa Wolfgang Völz, Joachim Tennstedt und Wolfgang Spier zu hören. Die dritte, ebenfalls fürs TV entstandene Synchronfassung aus dem Jahre 1989 glänzt leider durch Abwesenheit.

Wer den sonst so strahlenden James Bond- und Lord Brett Sinclair-Darsteller einmal am Rande des Nervenzusammenbruchs erleben möchte, dem sei dieser Film wärmstens ans Herz gelegt. Moore selbst bezeichnete den Film als seine beste Arbeit. Ich neige dazu, ihm zuzustimmen, wäre ich nicht so ein großer Fan seiner James Bond Filme. Nobody does it better.

Trailer:

Zurück zur Startseite