Lancaster Skies – Gemeinsam für die Freiheit (2019) – Ab 07. November 2019 auf DVD und Blu-ray im Handel / Digital bereits erhältlich

Was ist denn da gelandet? Ein Film über einen Piloten eines Lancaster Bombers im 2. Weltkrieg, der mit seiner Flotte zum Angriff auf Berlin gerufen wird – das klingt doch schon mal spannend! Viel Budget für Effekte und Besetzung wird es sicher nicht gegeben haben, aber das muss ja nicht hinderlich sein, einen einigermaßen unterhaltsamen Film zum Thema zu machen, frisch dargeboten von KSM. In froher Erwartung wird die Scheibe in den Player geworfen und die Maschine aufs Rollfeld geschoben. Auf geht´s.

Originaltitel: Lancaster Skies (Our Shining Sword)

Regie: Callum Burn

Darsteller: Jeffrey Mundell, David Dobson, Kris Saddler, Rosa Coduri, Josh Collins

Artikel von Kai Kinnert

Frühling 1944 – Der ehemalige Spitfire-Pilot Douglas Miller (Jeffrey Mundell) wird zur Bomberflotte versetzt und soll dort den Piloten Alf ersetzen, der bei einem Einsatz ums Leben kam. Doch er tut sich schwer das Vertrauen seiner neuen Crew zu gewinnen. Erst langsam und Stück für Stück schafft es Bordingenieur George, Douglas die militärische Steifheit zu nehmen. Doch auch die hübsche Soldatin Kate hat ihren Anteil daran. Als die Crew schließlich zu einem Einsatz über Berlin aufbricht und in ein Luftgefecht verwickelt wird, schafft es Douglas die Maschine vorerst vor Unheil zu bewahren. Doch dann werden sie von einer Flak getroffen und ein unerbittlicher Kampf beginnt, es lebend nach Hause zu schaffen.

Der Film beginnt und man ahnt gleich: Hier stimmt was nicht. Die kurze Actioneröffnung mit Douglas Miller im Luftkampf wirkt wie ein günstiger Amateurfilm. Die Trickaufnahmen mit den Flugzeugen sind scheinbar hängende Modelle im neblig-dunklen Raum und der Rest ist in sparsamer Requisite vor der Greenscreen abgekurbelt. Und so geht es munter weiter. Als Miller wieder daheim ist und zu einem neuen Einsatz gerufen wird, spielt auch das in günstigen Kulissen aus dem Baumarkt. Und ich weiß, wovon ich schreibe. Der Film wurde tatsächlich über weite Strecken vor Stellwänden in einem großen Raum abgedreht und bedient sich dabei einer stets gleichen Beleuchtung und einer einfallslosen, laienhaften Kameraführung. Zwar starten in diesem Film drei Museumsflieger in den Himmel, aber jede Flugszene spielt dann wieder vor Stellwänden, nur hier sind sie dann auch mal gebogen.

Was geht denn da ab? LANCASTER SKIES ist ein semi-professionelles Filmprojekt, dass den Weg auf den internationalen Filmmarkt gefunden hat und nun im Laden steht. Der Kurzfilmer Callum Burn kratzte ca. 80.000 britische Pfund zusammen und wollte mit seinem ersten, langen Spielfilm, der in fünf Etappen über einen Zeitraum von zwei Jahren gedreht worden ist, den Piloten eine Widmung setzen. Kein Problem, man kann auch mit sehr wenig Geld und günstigen Kulissen einen unterhaltsamen Film drehen. Doch das setzt voraus, das man mit Licht und Kamera umzugehen vermag und das mangelnde Budget wegfilmt oder es zur trashigen Kunstform erhebt. Beides gelingt bei LANCASTER SKIES nicht.

Der Hauptdarsteller macht seine Sache eigentlich ganz gut und der Rest der Besetzung ist soweit in Ordnung. Doch Inszenierung und Tricks sind so gleichbleibend schlicht und ohne Drive, dass das Drama um den gebrochenen Piloten wie der Abschlussfilm einer ambitionierten Film AG an der Gemeinschaftsschule wirkt. Ich habe selber mal Spielfilmkurse geleitet und meine Laien-Truppe hatte mit 4000 Euro bessere Optiken und mehr Unterhaltung hinbekommen, als Callum Burn mit 80.000 Pfund.

Der Luftkampf am Ende des Films findet in drögen Kulissen und einfachsten Tricks statt, so das man dem Regisseur schlicht mangelndes Talent unterstellen muss, so hartnäckig hält er an seiner günstigen Optik fest. Drei Maschinen erheben sich in die Luft, man durfte drei Bomber von Außen filmen, und schon schwingen sich wieder Modelle durch den dunkel-nebligen Raum. Der Luftkampf kommt von einem Tonspur-Loop und der Rest bleibt rudimentäre Zimmermanns-Kunst, an der ab und zu mal gewackelt wird. Das reicht nicht. Hier geht die Low-Budget-Nummer einfach nicht auf.

So gibt es auch kein Making Of in den Extras. Stattdessen findet man dort eine schwarz-weiß Version des Films, was dem Streifen besser steht. Das Bild der BD ist in seinen Farben gewollt blass, der Ton ist gut.

Trailer:

Zurück zur Startseite