Airport ´77 – Verschollen im Bermuda Dreieck (1977) – Ab sofort auf Blu-ray in der “Airport-Edition” erhältlich

Katastrophenfilme gehörten in den 80ern zu den Highlights im Programm der Öffentlich-rechtlichen Sender. Mit gerade mal 10 Jahren (so um den Dreh) war ich regelrecht begeistert von Filmen, wie „ERDBEBEN“, „DIE HÖLLENFAHRT DER POSEIDON“ und überhaupt die ganzen Desaster-Streifen aus den 70er-Jahren. Das ging soweit, dass ich sogar anfing mir eigene Geschichten auszudenken, die als Katastrophenfilm funktionieren könnten. Ein Flugzeug, dass auf ‘nem Berg notlandet und jederzeit vom Gipfel rutschen könnte, wenn sich jemand falsch bewegt, erschien mir dann aber doch als allzu unwahrscheinlich. (Dass so etwas tatsächlich doch funktionieren könnte, wurde mir dann in „BALDUIN, DER SONNTAGSFAHRER“ eindrucksvoll demonstriert). Doch kommen wir zum dritten Teil der „Airport“-Reihe, den KOCH FILMS innerhalb der AIRPORT-EDITION nun veröffentlicht hat.

Originaltitel: Airport ´77

Alternativtitel: Airport III – Verschollen im Bermuda Dreieck

Regie: Jerry Jameson

Darsteller: Jack Lemmon, Lee Grant, Brenda Vaccaro, Joseph Cotten, Christopher Lee, George Kennedy, James Stewart

Artikel von Holger Braasch

Eine luxoriöse Boing 747 ist auf dem Weg nach Miami. An Bord befinden sich neben vielen illustren Gästen auch mehrere wertvolle Kunstschätze aus dem Fundus des Millionärs Philip Stevens (James Stewart). Dies ruft Gangster auf den Plan (u. A. Robert Foxworth und Monte Markham), welche die gesamte Belegschaft mit Betäubungsgas in den Tiefschlaf schicken, den Jet entführen und in den Tiefflug gehen, um dem Radar zu entkommen. Im Bermudadreieck kollidiert das Flugzeug jedoch mit einer Bohrinsel und sinkt 70 Meter tief auf dem Meeresgrund.

Als die Besatzung wieder zu sich kommt, gilt es für die Crew erst einmal die Passagiere zu beruhigen, denn eine Panik ist nun das Letzte, was man gebrauchen kann. Eine große Rettungsaktion bahnt sich an, doch erst einmal muss die Maschine gefunden werden. Währenddessen wird der Sauerstoff knapp und die Nerven liegen blank. Funk fällt flach, es hilft also nichts – jemand muss an die Wasseroberfläche, um einen Notruf abzusenden. Doch wie kann man aus der Maschine rauskommen, ohne dass alles überflutet wird? Ein Freiwilliger ist schnell gefunden, doch die Aktion verläuft nicht so, wie geplant. Währenddessen dringt an den Fenstern Wasser in die Maschine ein, denn diese halten dem Wasserdruck nicht lange stand. Die Zeit rennt und die Nerven werden dünner…

Der dritte Film der Reihe kommt in Kritiken oft vergleichsweise schlecht weg. Für mich war dies schon immer der beste Teil der Reihe. War schon „Giganten am Himmel“ (1974) für mich ein echter Nagelkauer-Film, als ich die „Airport“-Reihe in den 80ern auf ARD gesehen hatte, verfolgte mich „Verschollen im Bermuda-Dreieck“ sogar bis in den Schlaf. Christopher Lee hat mich hier als Wasserleiche weit mehr erschreckt, als in seinen Auftritten als Dracula. Übrigens hatte man ihm vier Jahre später die Rolle des Dr. Rumack in “Die unheimliche Reise in einem verrückten Flugzeug” (1980) angeboten, was Lee aber ablehnte. Diese Rolle übernahm dann Leslie Nielsen (und das ist auch gut so).

Überhaupt hat man hier wieder eine hochkarätige Star-Riege zusammengetrommelt, welche die Vorgänger in den Schatten stellt. Auf der Besetzungsliste stehen u. A. Jack Lemmon (gegen den Strich besetzt), Darren McGavin, James Stewart (nicht im Flugzeug), Joseph Cotten, Lee Grant (stark als psychisch labile Ehefrau von Christopher Lee), Olivia de Havilland, Brenda Vaccaro, M. Emmet Walsh (als sympathischer Tierarzt, der nun zeigen muss, dass er auch Menschen verarzten kann). George Kennedy ist als alter Haudegen Joe Patroni auch wieder mit von der Partie.

Statt halsbrecherischer Rettungsaktionen in schwindelnder Höhe gibt es nun klaustrophobischen Thrill unter Wasser. Eingeschlossen auf engstem Raum entwickelt sich das Ganze zu einem fesselnden Kammerspiel, denn Spannungen gibt es reichlich. Inwieweit das Szenario nun realitätsnah ist, wird da eigentlich zur Nebensache, denn die Inszenierung weiß zu überzeugen und hält den Spannungsbogen bis zur letzten Minute aufrecht. Der routinierte TV-Produktion-Regisseur Jerry Jameson weiß seine Darsteller hervorragend in Szene zu setzen, so dass nie Leerlauf entsteht und man stets auf Spannung gehalten wird und mitfiebert. Unter seiner Regie durfte zwei Jahre zuvor in „Turm des Schreckens“ (1975) ein junger Kurt Russell auf ahnungslose Zivilisten ballern. Jameson inszenierte auch „Starflight One – Irrflug ins All“ (1983), wo ein Überschallflugzeug mit 59 Passagieren in den Weltraum abschmiert. Auch so ein TV-Highlight in den 80ern, über den auf dem Pausenhof geschwärmt wurde.

Auch tricktechnisch wird einiges geboten. An den visuellen Effekten arbeitete u. A. Albert Whitlock mit, der zu den besten Matte Painting-Künstlern seiner Zeit zählte und mehrmals für Alfred Hitchcock arbeitete. Er sorgte auch bei John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ (1982) für den richtigen Hintergrund (wenn die Amerikaner das UFO finden) und kreierte auch das UFO in „Noch mehr Rauch um überhaupt nichts“ (1980), das verblüffende Ähnlichkeit mit dem UFO aus Carpenters Film aufweist. John Cacavas komponierte schon den Score zu „Giganten am Himmel“ und liefert auch hier wieder einen sehr schönen und eingängigen Soundtrack. Er machte auch die Musik für die mMn sehr gelungene Agentenfilm-Parodie „Agent wider Willen“ (1980), die hoffentlich auch bald den Weg auf BD/DVD findet.

Auch nach erneuter Sichtung der Reihe, ist dieser dritte Film der „Airport“-Quadrologie für mich immer noch der Höhepunkt der Filmreihe, dicht gefolgt von „Giganten am Himmel“.

Die Scheibe von Koch hat ein glasklares Bild. Der deutsche Ton rauscht minimal, ist aber ebenfalls klar und deutlich. Das Bonusmaterial beinhaltet die Super 8 Fassung (die aber ziemlich grisselig und dunkel daher kommt), den Trailer und eine Bildergalerie.

Die Airport Box enthält außerdem diese weiteren Titel:

 

 

Airport

Giganten am Himmel

Airport ´79 – Die Concorde

 

Trailer:

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