The Beast (2019) – Ab sofort auf DVD, Blu-ray und Digital erhältlich

Gerard Depardieu lässt Grüßen, denn dies ist eine Variation des Thrillers 36 – TÖDLICHE RIVALEN von 2004, nur geht es hier um Entführung und Mord und nicht um die Überfälle auf Geldtransporter. Ansonsten bleibt die Story gleich, nur das es hier noch düsterer und unsympathischer zur Sache geht, als in der französischen Vorlage. Ein entführtes Mädchen wird zerstückelt aufgefunden und Ermittler Han-su geht bis zur Selbstzerfleischung als True Detective der Sache auf den Grund. Dabei verwischen sich die Grenzen zwischen Gut und Böse und Zwietracht und Missgunst bestimmen das Geschehen. Dank CONSTANTIN FILM darf nun auch der heimische Filmfan am dunklen Treiben der Protagonisten teilhaben.

Originaltitel: Biseuteo

Regie: Lee Jung-ho

Darsteller: Lee Sung-min, Yoo Jae-myung, Kim Ho-jung

Artikel von Kai Kinnert

Who is the beast? Der brutale Mord an einem Mädchen, das mit amputierten Gliedmaßen aufgefunden wird, erschüttert ein ganzes Land! Daraufhin werden die beiden rivalisierenden Ermittler Han-su (Lee Sung-min) und Min-tae (Yoo Jea-myung) auf den Fall angesetzt. Durch die Festnahme eines Verdächtigen scheint die grausame Tat aufgeklärt und der Mörder gefasst. Min-tae zweifelt jedoch an der Schuld des Angeklagten.Zeitgleich trifft Han-su auf einen Informanten, der den wahren Täter zu kennen verspricht. Doch dieser tötet vor den Augen des Ermittlers einen Drogenhändler und schlägt ihm anschließend einen geheimen Deal vor. Es ist Zeit für Han-su, die richtige Entscheidung zu treffen – wird er den Rachemord des Informanten decken, um zum Mörder des Mädchens zu gelangen?

Wahrlich, der Streifen ist düster. Jeder ist schlecht drauf und der Druck ist hoch. Han-su gerät so richtig unter die Räder bei seinen Ermittlungen und lässt in Leidens- und Nehmerqualitäten Matthew McConaughey als True Detective alt aussehen. Grund ist nicht nur die Jagd auf den Serienmörder, sondern auch seine Informantin, die eine aufgebrachte Stange Dynamit ist und Han-so später noch so richtig ein paar auf´s Maul haut. Sie ist im Grunde die sympathischste Figur im gesamten Film. Der Rest der filmischen Ermittlungen in diesem Streifen besteht aus koreanischen Zutaten des Polizeithriller-Kinos, die atmosphärisch gut durch die elektronische Filmmusik von Mowg unterstrichen werden. Kamera und Licht geben sich bedeckt zurückhaltend und es gibt auch durchaus spannende Momente in dem Streifen, zum Beispiel wenn die Polizei mit einigem Aufwand eine Traiden-Wohnung in einem Block stürmen will und Han-so sich plötzlich in den Einsatz einmischt oder er, schon fast als Wrack, heulend am Boden liegt. Die dramaturgischen Eckdaten des Streifens stimmen so weit, dennoch klemmt es in The Beast.

Der Streifen hat seine Längen, ständig wabert eine gewisse Zähigkeit in vielen Szenen mit. Der Regie gelingt das fragwürdige Kunststück, den Film immer wieder in ein inszenatorisches Loch zu manövrieren, das den Film ausbremst und ihm seine Spannung nimmt. Timing ist nicht die Stärke von The Beast. Da gibt es die an sich starke Szene, wo Han-so in die Pathologie eindringt, um Projektile auszutauschen. Doch aufgrund seiner zittrigen Hände fallen ihm alle Projektile zu Boden und er muss auf Knien die falschen und echten Projektile suchen und sie zuordnen. Plötzlich ist echte Spannung da, denn die Szene funktioniert bis zu der Stelle, bei der ihm die Beweismitteltüte aufplatzt und das Unheil seinen Lauf nimmt. Obwohl die Zeit für Han-so knapp ist, hat er doch alle Zeit der Welt, denn die Pathologin braucht ewig, um an ihren Arbeitsplatz zurück zu kehren. Länger als wirklich nötig wiederholt die Regie die szenisch gleichbleibenden Abfolgen und nimmt dem Ganzen so die Spannung. Und genau das ist das Problem von The Beast, denn in jeder Szene schlappert diese Länge, dieses fehlende Gespür für Timing mit.

Zwar hat der Film die schon erwähnten spannenden Szenen, jedoch ist auch hier alles am Ende nur knapp gelungen, denn The Beast ist, bei aller Liebe zum asiatischen Thriller-Kino, nur ein durchschnittlicher Streifen, der selten aus dem Quark kommt und sich selber im Wege steht. Es gibt bessere Thriller aus Korea.

Das Bild der DVD ist sauber und satt, der Ton und die Synchronisation ist gut. Als Extras gibt es Trailer.

Trailer:

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