The Witch Next Door (2019) – Ab 13. August 2020 im Kino

Heute haben wir einen weiteren Kinotipp für Euch. Eigentlich sollte der hier besprochene Film in den kommenden Tagen im Heimkino aufschlagen. Doch KOCH FILMS nutzt nun die Gunst der Stunde, dass derzeit kaum neue Titel in den Lichtspielhäusern starten und bringt den Hexenhorrorfilm doch erstmal auf die große Leinwand. Ob der Film den Gang ins Kino lohnt oder ob Ihr doch besser auf das Heimkinorelease warten solltet, erfahrt Ihr im Artikel.

Originaltitel: The Wretched

Regie: Brett Pierce, Drew T. Pierce

Darsteller: John-Paul Howard, Piper Curda, Jamison Jones, Azie Tesfia, Blane Crockarell

Artikel von Christian Jürs

Der Teenager Ben (John-Paul Howard) hat die Scheidung seiner Eltern nicht besonders gut verkraftet. Er ist straffällig geworden und wurde erwischt. Um den Jungen wieder auf den rechten Weg zu bringen, schickt seine Mutter ihn den Sommer über in ein kleines Küstenstädtchen, in dem sein Vater Liam (Jamison Jones) wohnt. Dort soll er im Hafen arbeiten und wieder Disziplin lernen. Zunächst läuft alles recht gut, Ben lernt außerdem Mallory (Piper Curda) kennen. Diese ist seine sympathische Kollegin für den Sommer. Beide verstehen sich auf Anhieb und ein leichtes Knistern ist in der Luft zu vernehmen. Auch mit dem kleinen Nachbarsjungen Dillon (Blane Crockarell), der mit seiner Familie gerade das Haus nebenan bezog, versteht Ben sich blendend. Es bleibt jedoch nicht so harmonisch in der Küstenstadt, denn eines Abends entdeckt Ben, dass sich etwas im Nachbarhaus verschanzt hat. Doch statt ihn anzuhören, verjagt die Familie ihn von ihrem Grundstück.

Am Tag darauf verhält sich die Mutter äußerst bedrohlich und aggressiv, als Dillon bei Ben Unterschlupf sucht. Ben ahnt natürlich nicht, dass die bedrohliche Dame ihm gegenüber nicht mehr die treusorgende Mami, sondern eine kinderfressende Hexe ist, sonst hätte er Dillon mit Sicherheit nicht wieder herausgegeben. So aber verschwindet der Junge am nächsten Tag. Als Ben bei Dillons Vater nachfragt, behauptet dieser steif und fest, niemals ein Kind gehabt zu haben. Da die Hexe die Fähigkeiten besitzt, die Menschen um sich herum durch Gedankenmanipulation zu kontrollieren, will niemand Bens Geschichte Glauben schenken. Stattdessen bringt sie die Bewohner des Ortes gegen den netten Teenager auf. Der Junge sieht sich einem übermächtigen Gegner gegenüber, gegen den er keine Chance zu haben scheint…

Was die beiden Filmemacher Brett und Drew T. Pierce ihrem Publikum hier servieren, ist ein herrlicher Oldschool-Gruselfilm, der direkt aus den Achtzigern zu stammen scheint. Zwar spielt die Geschichte, die irgendwo zwischen Fright Night – Die Rabenschwarze Nacht, Das Ding aus einer anderen Welt und William Friedkins Das Kindermädchen angesiedelt ist, in der Gegenwart, doch atmet der Film durchgehend die Luft eines Klassikers aus meiner Jugend. Dabei hämmern die Macher dem Zuschauer dieses Retro-Feeling nicht so penetrant entgegen wie es bei Stranger Things oder der Es-Neuverfilmung der Fall war. Es zeigt sich stattdessen in der Inszenierung, dem Verzicht auf allzu harte Effekte zugunsten von angenehmem Grusel, der altmodischen (nicht altbackenen), atmosphärischen  Inszenierung und den liebenswerten Figuren, denen ausreichend Platz zur Entfaltung gelassen wird. Diese wurden auch allesamt passend, mit nicht allzu bekannten Mimen, besetzt, die alle wunderbar in ihren Rollen aufgehen.

Ich gebe es zu, als ich las, dass ein eigentlich für den hiesigen Videomarkt geplanter Film nun doch den Sprung auf die große Leinwand schaffen sollte, war ich mehr als skeptisch. Zu Unrecht, wie ich nach der Sichtung dieses kleinen, feinen Gruselfilms feststellen durfte, der sogar eine recht originelle Geschichte vorzuweisen hat. Wer sich also mal wieder so richtig schön gruseln möchte, der sollte sein Kino unterstützen und eine Karte für The Witch Next Door lösen. Aber lasst Eure Kinder nicht ohne vertrauenswürdige Aufsicht daheim zurück. Wer weiß, ob sie sonst nicht auf dem Speiseplan einer fiesen Hexe landen…

Trailer:

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