Das Traum-Team (1989) – Ab sofort auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich

KOCH FILMS schließt eine weitere Lücke im Blu-ray-Sammlerregal und veröffentlicht die sympathische Mischung aus EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST und KEVIN ALLEIN ZU HAUS erstmals in HD und erneut auf DVD, da deren Erstauflage längst vergriffen ist. Letztmalig trat hier die Vokuhila-Frise von Michael Keaton auf, die er für den direkt im Anschluss gedrehten BATMAN ablegen musste. An seiner Seite agieren “Doc Brown” Christopher Lloyd, Peter Boyle und Stephen Furst als Psychiatrieinsassen, denen auf einem gemeinsamen Ausflug der Arzt abhanden kommt und die sich nun ohne Aufsicht durch den Großstadtdschungel schlagen müssen. Ob die Pointen auch 31 Jahre nach Entstehung des Streifens noch sitzen, erfahrt Ihr im Artikel.

Originaltitel: The Dream Team

Regie: Howard Zieff

Darsteller: Michael Keaton, Christopher Lloyd, Peter Boyle, Stephen Furst, Lorraine Bracco, James Remar

Artikel von Christian Jürs

Billy Caulfield (Michael Keaton) hat seine Aggressionen nicht im Griff, was ihm einen längeren Aufenthalt in einer Psychiatrie in New Jersey einbringt. Zum Glück ist sein behandelnder Arzt Dr. Weitzman (Dennis Boutsikaris) ein Nettmensch, der bei ihm und drei weiteren Mitinsassen zunächst die Medikamente absetzt und ihnen dann auch noch einen gemeinsamen Ausflug zu einem Baseballspiel der New York Yankees ermöglicht. Auf diesem Weg sollen die Jungs einmal Abwechslung vom Klinikaufenthalt bekommen, der für einige von ihnen von längerer, wenn nicht sogar lebenslanger Dauer sein dürfte.

Und so macht sich der freundliche Arzt mit seinen Schützlingen im Minivan auf, um einen fröhlichen Nachmittag mit der gestörten Gruppe zu verbringen. Zu Billy gesellen sich noch der unter einer Zwangsstörung leidende Henry Sikorsky (Christopher Lloyd), der neben einem Ordnungswahn auch noch dem Irrglauben unterliegt, er sei selber behandelnder Arzt, der ehemals erfolgreiche Geschäftsmann Jack McDermott (Peter Boyle), der sich für die Reinkarnation von Jesus Christus hält und der unter einer schweren, sozialen Phobie leidende Albert Ianuzzi (Stephen Furst), der sich seiner Umwelt nur durch das Zitieren diverser Sportkommentatoren mitteilen kann. Letzterer ist der hoffnungsloseste Fall, der auf dem Weg zum Stadion die Gruppe zum Zwischenstop zwecks Pinkelpause aufhält. Da als einzige Entleerungsmöglichkeit eine einsame Seitengasse zur Verfügung steht, begleitet Dr. Weitzman den eingeschüchterten Patienten kurzerhand. Dabei wird er Zeuge eines kaltblütigen Mordes, bleibt von den Tätern allerdings nicht unentdeckt. Diese schlagen den Arzt auf ihrer Flucht besinnungslos, woraufhin dieser ins Krankenhaus eingeliefert wird. Albert, der von den Gangstern unentdeckt geblieben ist, kehrt derweil, völlig aufgelöst, zum Minivan zurück, kann sich aber aufgrund seiner Störung den anderen gegenüber nicht mitteilen. Als schließlich der Abend einbricht und es immer noch kein Lebenszeichen ihres Arztes gibt, beschließen die Männer, sich auf eigene Faust auf die Suche zu begeben. Dabei machen sie die Großstadt auf ihre ganz eigene Art unsicher, ohne zu ahnen, dass Dr. Weitzman in höhster Lebensgefahr schwebt. Denn bei den Gangstern handelt es sich um zwei korrupte Polizisten (James Remar und Philip Bosco), die keinesfalls zulassen wollen, dass der unbekannt ins Krankenhaus eingelieferte Arzt zu sich kommt, um eine Aussage zu machen…

Das Traum-Team ist eine jener typischen familienfreundlichen Komödien mit sanftem Krimianteil, die in den Achtzigern und Neunzigern zuhauf die Kinos fluteten und einigermaßen Kasse machen konnten. Ob Ein Vogel auf dem Drahtseil, Crocodile Dundee 2 oder Stakeout – Die Nacht hat viele Augen, das Konzept der Komödie mit etwas Action wusste damals zu gefallen und galt als sichere Einnahmequelle, die für jeden Etwas zu bieten hatte. Die Kids erfreuten sich am Humor, Papa an der Krimihandlung und für Mama gab es immer eine Lovestory (in diesem Fall diente die junge Lorraine Bracco als Love-Interest von Vokuhila-Keaton). Perfektes Familienkino also. Was kann da schon schiefgehen?

Nicht viel, dachte sich Regisseur Howard Zieff wohl und sollte recht behalten. Die schrullige Komödie spielte knapp 30 Mio Dollar ein bei einem Budget von etwa der Hälfte. Einen guten Riecher hatte Zieff, dessen Filmographie als Regisseur gerad einmal neun Filme beinhaltet. Seine letzten Filme waren der zu Tränen rührende My Girl und dessen immerhin brauchbares Sequel. Auch heute noch funktioniert Das Traum-Team recht gut. Es gibt zwar keine großen Lacher, trotzdem sitzt man durchweg mit einem breiten Grinsen im Gesicht da, vor allem, wenn Christopher Lloyd im Monk-Modus agiert. Natürlich wirds kurz vor dem Finale nochmal melancholisch, dass ist Ehrensache für diese Form von Hollywood-Komödie, allerdings passen die Szenen hier gut, vor allem in der Szene, in der Henry seine Frau und Tochter aufsucht. Ein schöner Moment.

Der Film ist nicht der ganz große Wurf, dass war er auch damals nicht. Als kurzweiliges Unterhaltungs-Fast Food funktioniert er aber bestens. Trotz Laufzeit von 113 Minuten geht dem Film nur leicht, gegen Ende, die Puste aus. Dafür versöhnt er uns aber mit einem schönen Ende. Hit the road, Jack.

Die Bild und Tonqualität (Englisch und Deutsch in DD 2.0 Stereo) der Neuveröffentlichung sind dem Alter entsprechend gut. An Bonusmaterial gibt es lediglich eine Bildergalerie und den Trailer. Den dafür aber sowohl im englischen Original, als auch in deutscher Fassung.

Trailer:

Zurück zur Startseite

 

Diesen Artikel auf Facebook teilen