Podcast: “Gelb ist eine warme Farbe” – Der italienische Giallo (Gast: Thomas Hortian)

Buongiorno, liebe Hörer! Wir haben mal wieder einen kleinen Podcast aufgezeichnet. Unter dem Motto GELB IST EINE WARME FARBE widmen wir uns in dieser Spezialausgabe dem italienischen Giallo. Das heißt, es gibt schwarzbehandschuhte Serienkiller, stylische Bilder und nackte Tatsachen en Masse auf unserem Streifzug durch den südeuropäischen Psychothriller. Zusammen mit unserem Gast Thomas Hortian haben wir eine kleine aber feine Filmauswahl getroffen, die von sadomasochistischen Verwirrspielen mit Edwige Fenech, über eine klassische Mörderhatz mit Uschi Glas bis hin zum Donald-Duck-Triebtäter am Big Apple reicht. Viel Vergnügen!

Folge: Spezialausgabe 002
Mit Christian Jürs & Christopher Feldmann
Gast: Thomas Hortian

Musik: Ozarks – Seven Blood-Stained Orchids

Der Begriff “Giallo”bedeutet übersetzt schlichtweg Gelb und geht auf die, in gelben Einbänden gehaltenen, Groschenromane zurück, die besonders in den 1950er und 1960er Jahren in Italien reißenden Absatz gefunden haben. Unter diesem Label wurde seiner Zeit alles verlegt, was reißerische Unterhaltung bot. Gruselgeschichten aber vor allem Krimis waren der Dauerbrenner unter den Pulp-Lesern aus dem südeuropäischen Stiefelland. Es dauerte nicht lange, bis die Italiener die eingekauften Murder-Mysterys von Edgar Wallace und Co. selbst adaptierten und sich daraus ein ganz eigenes Sub-Genre des Psychothrillers entwickelte. Der “Giallo” steht seit jeher für spannende, stylische und nicht gerade mit nackten Tatsachen und blutigen Statements geizende Erwachsenenunterhaltung, die ihr Schmuddel-Image schon lang abgelegt hat und mit den Jahren auch in einschlägigen Filmkennerkreisen Beachtung gefunden hat.

Besonders die Regisseure Mario Bava und Dario Argento prägten das Genre entscheidend und schufen wegweisende Klassiker, die auch noch heute ein großes Renommee genießen.

Da auch wir von Die Medienhuren erklärte Giallo-Liebhaber sind, haben wir es uns nicht nehmen lassen, in dieser neuen Podcast-Spezialausgabe einmal über eine kleine Auswahl von Filmen zu reden, die bei uns einen besonderen Eindruck hinterlassen haben. Unterstützt werden wir dabei von Thomas Hortian, der uns mit genügend Expertise und Fachkompetenz zur Seite steht. Der brachte mit dem experimentellen DEATH LAID AN EGG (1968) auch gleich den wohl ungewöhnlichsten Film des Abends mit, sorgte aber auch dafür, dass wir uns ausführlich über die Mutter aller Gialli, nämlich Mario Bavas BLUTIGE SEIDE (1964), unterhalten können.

Christopher geht es derweil konventioneller an und hat sich für Tonino Valeriis MY DEAR KILLER (1972) entschieden, in dem Genre-Ikone George Hilton den Mord an einem kleinen Mädchen aufklären muss. Mit DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS (1972) wird zudem der letzte offizielle Edgar-Wallace-Film in den Ring geworfen, der freilich nichts mehr mit den deutschen London-Krimis zu tun hat, sondern die Geschichte eines Serienkillers erzählt, der in Rom und Umgebung besonders attraktiven Damen nach dem Leben trachtet.

Christian hat sich mit DER KILLER VON WIEN (1971) einen echten Klassiker mit der Giallo-Queen Edwige Fenech ausgesucht, der mit zur Speerspitze seiner Art gehört. Da aber auch die gehörige Portion Sleaze nicht fehlen darf, gibt es zum Schluss noch einen berühmt berüchtigten Beitrag von Lucio Fulci, nämlich DER NEW-YORK RIPPER (1982).

Viel Spaß beim Lauschen!

Zum Podcast: Hier klicken!

Die Trailer zu den einzelnen Filmen findet ihr hier:

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