Klingelt der kleine David bei der Linnea.

David: “Kommst Du raus? Wir spielen eine Runde Alien in den Hinterhöfen.”

Linnea: “Aber nur, wenn ich zwischendurch duschen darf. Ich bin ganz schmutzig.”

David: “Klar, die Kim sollte sich eigentlich nackig machen, will aber nicht. Dann könnt Ihr die Rollen tauschen.”

5 Minuten später rauscht das Wasser, während Linnea Quigley unter der Dusche mit ihrem Filmpartner rumfummelt. David DeCoteau steht mit der Kamera im Anschlag direkt daneben. Der ganze Spaß ist erhältlich als VoD und in 3 Mediabookvarianten von WICKED VISION, die sogar noch einen Bonusfilm an Bord haben. Wer wissen will, was die günstig produzierte Monster- und Schleimparade außer einer nackigen Linnea sonst noch so zu bieten hat und welcher Bonusfilm auf Blu-ray beiliegt, findet Antworten im Artikel.

Alternativtitel: Creep Zone / Creepzone / Creepozoids – Angriff der Mutanten

Regie: David DeCoteau

Darsteller: Linnea Quigley, Ken Abraham, Michael Aranda, Kim McKamy, Richard L. Hawkins, Joi Wilson

Artikel von Christian Jürs

David DeCoteau ist ein fleißiges Lieschen. Laut der IMDb kann er stolze 118 Produktions- und sogar stolze 168 Regiecredits zum jetzigen Zeitpunkt (Januar 2021) für sich verbuchen. Nicht schlecht für einen 59 Jährigen. Dass dabei keine großen Meilensteine der Filmgeschichte entstanden sind, dürfte klar sein. Tatsächlich befinden sich unter seinen Werken auch eine ganze Menge Sexfilmchen, teils soft, manchmal hart und meistens aus dem homoerotischen Sektor. Seine wohl erfolgreichste Phase bestritt er Ende der 80er- / Anfang der 90er Jahre, als seine Spielfilme auf dem Videosektor einigermaßen erfolgreich liefen. So gingen damals Werke wie der kultig-trashige Nightmare Sisters, Sorority Babes in the Slimeball Bowl-O-Rama (bei uns schlicht als Beast You! verramscht), Dr. Alien, Murder Weapon und vor allem der dritte Teil der Puppet Master-Reihe Toulon´s Rache auf sein Konto. Aus eben dieser Ära stammt auch Creepozoids, der bei uns von Wonder Video oder alternativ Mike Hunter Video unter dem Titel Creep Zone vertrieben wurde.

Wir schreiben das weit in der Zukunft liegende Jahr 1998 (lol). Die Erde ist im Arsch, seit nunmehr sechs Jahren. Denn zu dieser Zeit, so will uns der einleitende Text weissmachen, brach der Atomkrieg der Großmächte aus, der immer noch andauert. Derweil arbeitet eine junge, namenlose Wissenschaftlerin (Joi Wilson) in einem Labor an irgendetwas (nicht falsch verstehen, sie hat bestimmt einen Namen, nur wir kennen den halt nicht). Auf einmal klopft es an der Tür. Vorsichtig öffnet Madame selbige und blickt in das Antlitz des Creepozoids, einem mannshohen Gummialien. – Kreisch und Vorspann. Im weiteren Verlauf folgen wir fünf Kriegsdienstverweigerern, drei männlich und zwei weiblich, wie sie durch die verlassenen Hinterhöfe von Endzeitcity schleichen. Alle sind schmutzig und suchen Schutz vor dem radioaktiven Niederschlag, der gleich vom Himmel zu platzen droht. Zuflucht finden sie schließlich in einem verlassenen Laborkomplex (ratet mal, wer da zuvor forschte!), der irgendwie nach verlassenem Lagerraum einer Fabrik ausschaut. Obwohl wir uns in einem Endzeitszenario befinden, wundern sich die Deserteure, warum niemand mehr hier arbeitet. Pflichtbewusstsein scheint nicht nur beim Militär kleingeschrieben zu werden. Gott sei dank findet der Computergeek unter den Ex-Kämpfern Informationen im Computertagebuch des Labors, die sich aus wissenschaftlichem Kauderwelsch zusammensetzen. Fest steht, die Lage ist ernst.

Die ziemlich schmuddelige (Rrrrrr) Linnea Quigley, die 50% der weiblichen Deserteure darstellt, geht im Anschluss, zusammen mit einem ihrer Kollegen, den Schmutz von ihrem Körper duschen, wodurch wir eine Gratis-Sexszene geboten bekommen. Ursprünglich sollte Kim McKamy diesen Part übernehmen, doch die zierte sich damals und wollte keine Nacktszenen drehen. Ein Brüller, wenn man sich ihren weiteren, beruflichen Werdegang anschaut. Denn Kimberly Ashlyn McKamy startete nur drei Jahre später eine äußerst erfolgreiche Pornokarriere unter dem Namen Ashlyn Gere. Wer erinnert sich nicht an Filmhits wie Lethal Squirt oder Put it in Gere? Sie war außerdem das Body-Double von Sharon Stone in Basic Instinct. Nur in Creepozoids durften wir sie noch nicht hüllenlos bewundern. Aber Linnea nackig ist auch eine Bank.

Danach verliert der Film keine Zeit mehr, denn die Laufzeit von 72 Minuten ist knapp bemessen und das fröhliche 10-kleine-Deserteure-Spiel kann beginnen. Dabei begegnen wir nicht nur dem Creepozoid-Alien-Hybrid, sondern auch riesigen Monsterratten, die herrlich unbeweglich erscheinen und von den Darstellern putzig umhergeschleudert werden, um die perfekte Illusion zu erzeugen. Einfach toll. Sowieso ist der Film ein Fest für Trashfans und genau diese sollten sich den Film auch ins Regal stellen. Freunde aufwändiger Science Fiction Horrorfilme sollten hingegen eher fernbleiben, denn die werden hier keinen Spaß haben. Mein Herz aber schlägt für den Gummi-Creepozoid. Und für Linnea. Und für Ashley.

Das Meisterwerk gibt es als Mediabook aus dem Hause Wicked Vision in drei Covervarianten. Zu Beginn begrüßt uns Charles Band mit einem kurzen Vorwort. Der Hauptfilm liegt in guter Bild- (1,78:1) und Tonqualität (2.0 Stereo) vor. Die alte Synchro geht in Ordnung. Außerdem gibt es einen Audiokommentar von David DeCoteau, den Trailer, eine Bildergalerie und den Bonusfilm Shadowzone (nur auf Blu-ray), einem weiteren Alien-Rip dessen Bildqualität zwar nur gehobenes VHS-Niveau erreicht, der aber durchaus unterhaltsam ist und mit James Hong und Louise Fletcher gut besetzt wurde. Auch zu diesem Streifen liegt der Trailer vor. Das beiliegende 24-seitige Booklet wurde von Michael Humberg und Christoph N. Kellerbach verfasst. Eine schöne Veröffentlichung, die qualitativ weit über der VoD-Variante von Amazon Prime angesiedelt ist.

Trailer:

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