Seddok – Der Würger mit den Teufelskrallen (1960) – Erstmals in restaurierter Fassung ungekürzt im Handel erhältlich

Aus dem Hause STUDIO HAMBURG kommen derzeit immer wieder Filme, deren Existenz mir bislang verborgen blieb. SEDDOK, der im Englischen den völlig abstrusen Titel ATOM AGE VAMPIRE trägt, ist so ein Fall. Vampire sind hier nämlich mitnichten vorhanden. Stattdessen geht es um einen Wissenschaftler, der sich in eine, durch einen Unfall entstellte, Stripperin verliebt. Beim Versuch, die gute Dame zu heilen, verwandelt er sich allerdings in ein frauenmordendes Monster. Wir haben uns den, in stimmigem Schwarzweiß inszenierten, Grusler aus Italien einmal genauer angesehen.

Originaltitel: Seddok, l’erede di Satana

Regie: Anton Giulio Majano

Darsteller: Alberto Lupo, Susanne Loret, Sergio Fantoni, Franca Parisi

Artikel von Christian Jürs

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Never Grow Old (2018) – Ab 22. August 2019 auf DVD und Blu-ray / Digital bereits erhältlich

Es klingt wie ein Western, es ist aber kein Western, was uns KOCH FILMS hier präsentiert. Klar, man trägt Colt. Und der Boden ist schlammig, es gibt Pferde, eine Bande und einen Totengräber, der an dem Morden der Bande partizipiert. Es ist eher ein Drama über den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, eine politische Metapher ebenso, dargeboten in einer kleinen Western-Stadt. Das ist soweit nicht schlimm, doch es geht etwas schief im Städtchen.

Regie: Ivan Kavanagh

Darsteller: Emile Hirsch, John Cusack, Danny Webb

Artikel von Kai Kinnert

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Wie Blitz und Donner (1977) – Ab sofort auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich

Roger Corman hat bis dato 415 Filme produziert, einer davon war dieser hier. Kein anderer hat die B-Movie Landschaft so geprägt, wie Corman. Viele Filme wurden als Nebenprogramm produziert oder liefen in unabhängigen Kinos, gerne auch im Autokino. Spaß, Thrill, Action, Sex, Gewalt und gute Laune waren stetiger Schwerpunkt der Produktionen. In vielen der Filme traten oftmals gute Leute auf und die Regisseure lernten, wie man mit wenig Geld und noch weniger Drehzeit mit einfachsten Mitteln das Maximum an Effekt und Produktivität erreichen konnte. Ein weiteres Beispiel aus dem Roger-Corman-Kosmos ist dieser Film von EXPLOSIVE MEDIA, quasi der Low-Budget Klon des ausgekochten Schlitzohrs Burt Reynolds aus dem gleichen Jahr.

Originaltitel: Thunder and Lightning

Regie: Corey Allen

Darsteller: Kate Jackson, David Carradine, Charles Napier, Sterling Holloway

Artikel von Kai Kinnert

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Bowfingers große Nummer (1999) – Ab sofort auf Blu-ray im Handel

KOCH FILMS schließt derzeit so manche Lücke im Regal der Filmliebhaber. Diesmal haben sie den einzigen gemeinsamen Film der Comedylegenden Steve Martin und Eddie Murphy auf blauer Scheibe und somit endlich in HD veröffentlicht. Die beste Gelegenheit, sich diese, in Deutschland einst im Kino leider zu unrecht untergegangene, aber geniale Satire auf die Filmlandschaft Hollywood, anzuschauen.

Originaltitel: Bowfinger

Regie: Frank Oz

Drehbuch: Steve Martin

Darsteller: Steve Martin, Eddie Murphy, Heather Graham, Christine Baranski, Jamie Kennedy, Terence Stamp

Artikel von Christian Jürs

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Gaming aus dem Nähkästchen – Resident Evil – „Durchzug auf dem Dachboden“…

Gaming soll ja nun wieder einer meiner Schwerpunkte werden. Den Startschuss gibt dabei die neue Kategorie „Gaming aus dem Nähkästchen“. Keine Review, keine Analyse, keine History of Gaming. Einfach nur persönliche Erinnerungen an Spiele, an die ich mich gerne zurück erinnere. Den Startschuss gibt dabei ein wahrer Genre-Klassiker ab, der den meisten Gamern der 90er ein Begriff sein dürfte. Ein Herrenhaus ist ja auch richtig fein – wenn man keine unangenehmen Gäste darin vorfindet.

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Dazed and Confused (1993) – Ab 22. August 2019 als Mediabook (Blu-ray & Bonus-DVD) im Handel erhältlich

Während die Sommerferien hierzulande gerade hinter uns liegen und die lieben Kleinen endlich wieder die Schulbank drücken müssen, zelebriert KOCH FILMS bereits das Ende des Schuljahres. Keine Angst, liebe Eltern, es handelt sich hier nur um einen Film. Eure Kids müssen weiterhin die Schulbank drücken. Zeit genug für die Großen, eine nostalgische Reise zurück zum Beginn des Sommers ´76 zu unternehmen. Wir werden einen Tag und eine Nacht lang Zeuge, wie die Seniors einer texanischen High School die Neuankömmlinge mit ihren Ritualen willkommen heißen und anschließend eine ausgelassene Party am Standrand zelebrieren. Mehr Handlung gibt es nicht, bedarf es aber auch nicht. Ein typischer Film von Richard Linklater halt in einem tollen Mediabook.

Titel der dt. Erstveröffentlichung: Confusion – Sommer der Ausgeflippten

Regie: Richard Linklater

Darstller: Jason London, Wiley Wiggins, Ben Affleck, Adam Goldberg, Anthony Rapp, Matthew MacConaughey, Milla Jovovich, Sasha Jenson

Artikel von Christian Jürs

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Shin Chan (2017) – Die neuen Folgen – Volume 4 auf DVD im Handel erhältlich!

Und schon ist der Spaß wieder vorbei. Mit Volume 4 präsentiert das Team von Polyband die letzte DVD mit neuen Folgen rund um die Familie Nohara. Aber kein Grund zur Traurigkeit! In satten 18 Episoden mal darf man noch mal herzlich über die Chaostruppe aus Japan lachen. Auf zum großen Finale!

Originaltitel: Crayon Shin-Chan

Produktion: Shin-Ei Animation

Deutsche Sprecher: Arlette Stanschus, Tanja Dohse, Rasmus, Borowski, Daniela Redies, Jannika Jira, Tim Kreuer, Kerstin Draeger

Japanische Sprecher: Akiko Yajima, Miki Naharashi, Keiji Fujiwara, Satomi Kōrogi, Tamao Hayashi, Mari Mashiba, Yumi Takada

Anzahl Folgen: 18 pro DVD, Spieldauer ca. 8 Minuten pro Folge

Artikel von Victor Grytzka

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Kannibalinnen im Avocado-Dschungel des Todes (1989) – Ab sofort als Full Moon Classic Selection Nr. 2 auf Blu-ray erhältlich

Der Preis für den besten Titel ever geht zweifelsohne an Troma für ihren Film SURF NAZIS MUST DIE. Doch Charles Band und seine Full Moon Schmiede sind mit diesem Streifen ganz dicht dran an der Pole Position. Doch was verbirgt sich genau hinter dieser Titelbombe mit Playmate des Jahres ´82 Shannon Tweed und Horror-Ikone Adrienne Barbeau? Wir haben uns furchtlos in den Urwald gewagt und den Kannibalinnen zum Fraß angeboten, denn Wicked Vision hat sich dieses Remake eines Klassikers (really) als Film Nummer Zwo in der Full Moon Classic Selection ausgeguckt. Welcher Film, bzw. welches Buch hier zugrunde lag, erfahrt Ihr im Artikel.

Originaltitel: Cannibal Women in the Avocado Jungle of Death

Drehbuch und Regie: J.F. Lawton (als J.F. Athens)

Darsteller: Shannon Tweed, Bill Maher, Karen M. Waldron (als Karen Mistal), Adrienne Barbeau

Artikel von Christian Jürs

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Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra (2008) – Seit 01. August 2019 erstmals auf Blu-ray / Auf DVD und Digital ebenfalls im Handel erhältlich

Als der neapolitanische Schriftsteller und Journalist Roberto Saviano sein tief recherchiertes Buch GOMORRHA 2004 veröffentlichte, veränderte sich sein Leben drastisch. Fortan von Morddrohungen heimgesucht, steht Saviano seit dem unter Polizeischutz und musste eine Zeit lang untergetaucht bleiben, da er ein fetter Dorn im Auge der süditalienischen Mafia geworden ist. Mit seinem Buch lieferte er Hintergründe über das Wirtschaftssystem der Camorra, über Schmuggel, illegale Waffen, Drogenhandel und Produktfälschungen – und er nennt Namen. Der Film hat nun Passagen und Zusammenhänge aus dem Buch zur Vorlage, welches später mit der Serie GOMORRHA (2014) weiter verfilmt worden ist.  Es ist ein trister, kompromissloser Film über das Leben in der Mafia geworden und hat so gar nichts mit DER PATE (1972) und Co zu tun. Prokino hat den Film nun erstmals auf Blu-ray veröffentlicht.

Originaltitel: Gomorra

Regie: Matteo Garrone

Darsteller: Salvatore Abruzzese, Toni Servillo, Maria Nazionale, Salvatore Cantalupo

Artikel von Kai Kinnert

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Medienhuren Sommer – Der weiße Hai 3 (1983)

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Ich war gerade einmal acht Jahre alt, als die CINEMA über das 3D Ereignis schlechthin berichtete, welches kurz vor Weihnachten 1983 in den Bundesdeutschen Kinos startete. Da ich leider noch viel zu jung für den Erwerb einer Kinokarte von DER WEISSE HAI 3D war, musste ich auf die flache Heimkinopremiere warten. Ob sich diese Wartezeit gelohnt hat und wie die 3D Version auf Blu-ray ausschaut, klären wir in den folgenden Zeilen.

Originaltitel: Jaws 3-D

Regie: Joe Alves

Darsteller: Dennis Quaid, Bess Armstrong, Louis Gossett Jr., Simon MacCorkindale, Lea Thompson

Artikel von Christian Jürs

DAM DAM DAM DAM DAM DAM… wir alle kennen die vertraute Musik, mit der DER WEISSE HAI einst begann. John Williams schrieb Filmgeschichte mit seinem schlichten Horrorsound. Doch nach dem Start von DER WEISSE HAI 3 fangen dem Filmfan sofort die Ohren an zu bluten. Denn anstelle von Williams Kultmusik ertönt der neue Soundtrack von Komponist Alan Parker, welcher, samt akustischem Wasserblubbern, eher an Frezeitparkuntermalung, als an einen Horrorfilm erinnert. Tatsächlich hat dieser Wahn- einen Sinn, denn, wie wir in wenigen Sekunden erfahren werden, spielt die Handlung des zweiten Hai-Sequels tatsächlich in einem Freizeitpark, nämlich in Seaworld.

Doch zunächst betrachten wir wie gewohnt die Welt aus der Sicht des Hais. Während dieser im ersten Teil zu Beginn die arme Chrissie Watkins verspeiste und im Sequel gleich zwei Taucher auf einmal auf seiner Speisekarte standen, gibt es im dritten Teil, ganz im Sinne einer Steigerung….einen halben Fisch. Wtf? Dessen vordere Hälfte treibt nun vor den Augen des Publikums (wir haben hier einen 3D Film und das will man unmissverständlich klar machen). Das titelgebende JAWS 3 kommt dann auch in Kieferoptik sogleich auf den Zuschauer zugeflogen (3D, Baby) und bekam in der alten VHS Fassung ein lapidares HAI 3 als Untertitel verpasst.

Danach wird aufgetaucht und wir erblicken das Wasserballet von Seaworld. Doch der Hai hält sich zurück. Anscheinend war ein halber Fisch genug zum Frühstück. Dafür lernen wir kurz darauf unsere Hauptdarsteller kennen und treffen dabei auf einen alten Bekannten. Mike Brody (Dennis Quaid), der ältere Sohn von Chief Brody, ist der Hauptverantwortliche für die Arbeitsabläufe im Unterwasserpark von Calvin Bouchard (Louis Gossett Jr.). Dr. Kathryn Morgan (Bess Armstrong), die Freundin von Mike, arbeitet als Trainerin für Killerwale und Delphine, die so süße Namen wie Cyndi und Sandy tragen. Die Angestellten haben alle Hände voll zu tun, denn Seaworld steht kurz vor der großen Eröffnung.

Natürlich wird für diesen feierlichen Anlass auch die Prominenz geladen. Diese erscheint in Form des arroganten Tierjägers und -fotographen Phillip FitzRoyce (Simon MacCorkindale) mitsamt seines Assistenten Jack Tate (P.H. Moriarty), der einen schmucken Tom Selleck Gedächtnisschnauzer trägt. Auch Mikes Bruder Sean (John Putch) lässt sich dieses Ereignis nicht entgehen, obwohl er, wie einst sein Vater, nach den Ereignissen des Vorgängerfilms, an Aquaphobie leidet. Trotzdem lohnt sich der Besuch für ihn, da er an seinem ersten Abend in der nahegelegenen Kneipe die hübsche Wasserballetnixe Kelly Ann Bukowski (Lea Thompson) kennenlernt, der es sogar gelingt, den jungen Burschen seine Wasserscheue vergessen zu machen, um im Teich zu knutschen. Wer könnte es ihm verübeln? Höchstens George McFly.

Der Abend läuft allerdings nicht für jedermann so richtig rund. Neben zwei schlauchbootfahrenden Muschelschmugglern wird auch Seaworld-Mitarbeiter Shelby Overman (Harry Grant) bei einem abendlichen Tauchgang, bei dem er eines der Unterwassertore reparieren muss, zum Haifutter. Denn der weiße Hai gelangte durch eben dieses Tor in die unschuldige Welt von Seaworld. Immerhin bietet sein Tod Anlass für einen weiteren 3D Effekt in Form eines im Wasser treibenden Arms (sieht aber doof aus) .

Da Overman des öfteren „auf Tour“ ging und verschwand, wird er lediglich von seiner Freundin Liz (Liz Morris), die abends in der besagten Kneipe jobbt, vermisst. Einer Eröffnung des Parks steht also nichts im Wege. Doch dann geschieht es. Mike und Kathryn werden bei einem Routinetauchgang von einem weißen Hai angegriffen, der eigentlich nicht in die Anlage gehört. Dieser entpuppt sich als Jungtier, den Mr. FitzRoyce gerne, von der Kamera begleitet, vor die Flinte bekommen möchte. Doch Kathryn hat eine bessere Idee: Warum nicht lieber das Tier einfangen und in Seaworld großziehen? Ihr Boss, Clavin Bouchard, ist begeistert von der Idee und tatsächlich gelingt es, das Tier zu betäuben und in einem Becken zu pflegen.

Am Tag der Eröffnung wird dann der Fisch, ohne Absprache mit Dr. Morgan, dem Publikum präsentiert. Doch soviel Rummel verkraftet der kleine Hai (Dim Dim DimDimDim Dim) nicht und verendet vor dem zahlenden Publikum. Das macht seine Mami, die sich natürlich ebenfalls im Park befindet (hat irgendwer geglaubt, dass Shelby Overman und die zwei Taucher tatsächlich vom Babyhai gefressen wurde?), sauer und sie eröffnet die Jagd auf die Parkbesucher…

3D war in den frühen Achtzigerjahren, ebenso wie vor ungefähr 10 Jahren, der heiße Scheiß auf der Kinoleinwand. ALLES FLIEGT DIR UM DIE OHREN (1981), AMYTIVILLE 3D (1983), DER KILLERPARASIT (1982) und auch Kultkiller Jason in UND WIEDER IST FREITAG DER 13. (1982) beherrschten das Event Kino für einen kurzen Zeitraum. Dabei war man, im Gegensatz zu dem langweilig hochgerenderten Quatsch den man heute für jeden Blockbuster erstellt, damals auf den Pop-Out Effekt aus um das Publikum zu begeistern. Und so schwimmen hier und da mehr schlecht als recht reinkopierte U-Boote, Gliedmaßen oder auch ein albernes Haigebiss vor den Augen des Zuschauers umher. Die Rechnung der Produzenten ging dabei zunächst auch auf. Satte 13,4 Mio Dollar spülte das mit 20 Mio budgetierte Sequel am Startwochende zurück in die Kassen. Danach ebbte der Hype jedoch wieder ab  und so wurden es weltweit nur knapp 88 Mio Dollar Einspiel.

Doch woran lag das plötzliche Desinteresse am zweiten Sequel? Nun, das hat mehrere Gründe. So waren die Effekte beispielsweise eher als lachhaft zu bezeichnen und ein deutlicher Abstieg gegenüber den beiden Vorgängern. Schaut man sich das Bild direkt hier drüber an, sieht der Hai ein wenig wie ein Penis mit Vorhaut aus. Höhepunkt der mies reinkopierten 3D Effekte ist der Hai, der unbeweglich wie ein U-Boot gegen Ende auf die Kamera zuschwimmt. Ein schrecklich lachhafter Effekt, auch für 1983.

Doch nicht nur die miesen Effekte waren schuld an der Misere, die den Film aktuell mit 3,6 von 10 Punkten bei der IMDb wegkommen lässt. Verantwortlich war auch Regisseur Joe Alves, der zuvor als Second Unit Director bei den beiden Vorgängern tätig war und hier seinen Ein- und zugleich Ausstand als Regisseur feierte. Talent wird halt belohnt. Insbesondere das Finale, in dem (vorsicht Spoiler) Dennis Quaid den Hai erlegen darf, hat er mal so richtig in den Sand gesetzt. Während Roy Scheider in den beiden Vorgängern mit einem coolen Spruch auf den Lippen den Bösewicht erlegen durfte, bleibt Quaid stumm. Gut, eigentlich ist es verständlich, spielt die Szene doch unter Wasser. Aber der gefressene Taucher mit der Granate in der Hand, der aus dem Maul des Hais herausragt, war schon eine höchst alberne Nummer. Zumal der Hai eh jeden Moment an dem großen Brocken ersticken dürfte. Quaid honorierte den Film später in einem Interview, in dem er nach JAWS 3D gefragt wurde lapidar mit den Worten „I was in Jaws what??“.

Roy Scheider witterte den Braten und unterschrieb fix, um einer Anfrage nach einem erneuten Auftritt als Chief Brody zu entgehen, für den Actionreißer DAS FLIEGENDE AUGE. Definitiv die bessere Wahl. Dabei war die Idee, den Hai in einem Unterwasserfreizeitpark Amok zu laufen, gar nicht einmal schlecht (ein früheres Konzept sah vor, dass der Hai sich in einen kleinen See verirrt). Leider verstanden es die Drehbuchautoren (u.a. Carl Gottlieb, der auch an den beiden Vorgängern schrieb) und auch Regisseur Alves nicht, aus dieser Ausgangssituation etwas halbwegs Spannendes zu kreieren. Die Gäste des Parks geraten zwar bei einem müden Angriff im Selbststeuerbootbecken, bei dem lediglich Lea Thompson ein Happen aus dem Oberschenkel geknabbert wird, sowie bei einem Leck in einem der Unterwassertunnel, in Gefahr. Doch so wild ist auch die Nummer nicht. Das Wasser steigt zwar etwas mehr als Hüfthoch an, doch Suspense oder das Gefühl, dass hier in letzter Sekunde ein rettender Eingriff vorgenommen wird, darf man nicht erwarten. Lediglich ein paar dicke Touris, die jammernd im Wasser stehen. Unter Spielberg wäre das wohl anders gewesen.

Apropos Spielberg: Dieser entpuppte sich als Spielverderber, denn die Produzenten der beiden Vorgänger Zanuck und Brown planten eigentlich einen Spoof-Film als Fortsetzung. JAWS 3, PEOPLE 0 sollte der Titel lauten (ein Gag, den die SHARKNADO-Macher später aufgriffen). In dieser sollte Peter Benchley, Autor des Originalromans, am Anfang in seinem Pool von einem Hai gefressen werden. Außerdem sollte Bo Derek nackt auftreten (womit der Film alleine schon besser gewesen wäre als dieser Mist) und außerdem noch Aliens in Haikostümen. Als Regisseur war niemand geringeres als Joe Dante vorgesehen. Doch Spielberg drohte, nachdem er von dem Projekt erfuhr, seinen Vertrag bei Universal zu beenden. Stattdessen verließen David Brown und Richard D. Zanuck schließlich Universal und das Projekt war gestorben.

Kommen wir nun zu den deutschen Veröffentlichungen des Sequels. Zur VHS Zeit selbstverständlich, wie damals üblich, im bildschirmfüllenden 4:3 Format veröffentlicht, gab es ansonsten an der Tape-Version nichts auszusetzen. Die Ausstrahlung im ARD Fernsehen von anno dazumal konnte zwar mit einer besseren Qualität punkten, musste jedoch Federn lassen. Dies geschah dank des blutigen Abgangs Shelby Overmans und seiner entstellten, von allerlei Getier zerfressenen Leiche. Man fühlte sich nicht instande, den ab 16 Jahren freigegebenen Film zu später Stunde unzensiert zu versenden. Dabei ist sein Leichnam ziemlich interessant. Immerhin hat Mama Hai es fertig gebracht, ihn teilweise zu häuten und einen Augapfel aus seinem Gesicht zu beißen. Nicht schlecht für ein Tier, dass laut Aussage der Hauptfiguren 10 Meter groß sei (in Teil eins waren es gerade einmal 7 Meter). Die späteren TV-Ausstrahlungen waren allerdings uncut.

Mit den Auswertungen auf Scheibe in Deutsche Land ist es mal wieder so eine Sache. Die DVD, die als erstes auf den Markt kam, besticht zwar durch eine ordentliche Bildqualität, der deutsche Ton ist jedoch abermals für die Tonne. Hier und da ist er schlichtweg zu dumpf, was zum Inhalt aber irgendwie passt. Außerdem liegt der Ton nur in Mono vor, obwohl der Film in Stereo gedreht wurde. Als Bonus bekommt man nur die Originaltrailer zu den 3 Sequels. Die Blu-ray kommt nur geringfügig besser weg. Der Ton ist, entgegen mancher Quellen, ebenfalls nur in Mono vorhanden. Die Bildqualität nervt zudem mit leichten Farbüberlappungen, die dem alten 3D Verfahren (welches noch mit rot/blau Filterbrillen geschaut werden musste) geschuldet sind. Apropos 3D: Eine angepasste Version für das heutige Heimkino in 3D wurde lieblos ins Bonusmaterial auf die gleiche Scheibe gequetscht (immerhin gibt es Bonus) und bereitet nach wenigen Minuten Kopfschmerzen und Augenkrebs. Ein Fest der Doppelkonturen. Absolut unerträglich.

Ein Film wie ein Verkehrsunfall. Man will es einfach nicht wahrhaben, kann aber auch nicht wegschauen und irgendwie bereitet der Trash dann auch noch Spaß. Dies liegt vor allem am Cast, der mit Quaid, Gossett Jr, MacCorkindale und der jungen Lea Thompson in ihrem ersten Filmauftritt durchaus sehenswert ist. Müll ist der Film trotzdem, aber einer, den ich nicht übers Herz bringe, zu entsorgen.

Trailer:

Zur Kritik „Der weiße Hai“

Zur Kritik „Der weiße Hai 2“

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