Dsching, Dsching, Dschingis Khaaaaaaaaan…. nein, hier geht es nicht um einen mongolischen Herrscher und auch nicht um eine von Ralph Siegel gegründete Popband, sondern um einen besonders üblen Bösewicht aus dem Star Trek Universum, der Captain Kirk und seiner Crew im zweiten Kinofilm der Reihe nicht zum ersten Mal zusetzt. Mit dem Sequel sollte das Raumschiff Enterprise dann auch auf der Kinoleinwand endlich richtig durchstarten, nachdem der Erstling noch hier und da mit stotterndem Motor durchs Weltall flog. PARAMOUNT HOME ENTERTAINMENT serviert das bei Fans sehr beliebte Filmabenteuer in der remasterten Auflage wahlweise in der Kinofassung und dem hier und da verlängerten Directors Cut. Grund genug, der Crew bei ihrem härtesten Kampf zur Seite zu stehen und zu rufen: KHAAAAAAAAN!!!

Originaltitel: Star Trek II – The Wrath of Khan

Regie: Nicholas Meyer

Darsteller: William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley, Ricardo Montalban, Kirstie Alley

Artikel von Christian Jürs

Pavel Chekov (Walter Koenig) geht fremd. Normalerweise ist er auf der U.S.S. Enterprise NCC-1701 Admiral James T. Kirk (William Shatner) unterstellt, doch jetzt arbeitet er als Commander auf dem Föderationsraumschiff Reliant. Dieses befindet sich auf der Suche nach unbewohnten, toten Planeten, um diese im Rahmen des sogenannten Genesis-Projekts wieder mit Leben zu versorgen, um neue Welten besiedeln zu können. Als Chekov gemeinsam mit seinem neuen Captain Clark Terrell (Paul Winfield) einen Wüstenplaneten untersucht, treffen sie unverhofft auf dort lebende Menschen, die die beiden Forscher in ihre Gewalt bringen.

Die Gestrandeten fristen ihr dasein nämlich nicht freiwillig auf dem toten Planeten. Sie wurden einst in dieses Exil von niemand geringerem als James T. Kirk himself (siehe Raumschiff Enterprise / Season 1 / Folge 22 – Der schlafende Tiger) verbannt. Damals noch ein fruchtbarer Planet, gibt es jetzt nichts mehr zu holen. Anführer der Exilgruppe ist Khan Noonien Singh (Ricardo Montalban), der noch immer auf Rache an Kirk sinnt, da seine Frau im Exil ums Leben kam. Chekov und Terrell bekommen von ihm Parasiten durch die Ohrmuschel ins Hirn gepflanzt, durch die beide gefügig gemacht werden. Es kommt, was kommen muss. Khan kapert die Reliant, damit er das Genesis Projekt in seine Finger bekommt und endlich seine Rache an Kirk und der Enterprise ausführen kann.

Kirk hat sich derweil als Ausbilder neuer Rekruten zurückgezogen. Er begleitet einen Probeflug, unter der Leitung der noch in der Ausbildung zum Captain stehenden Vulkanierin Saavik (Kirstie Alley), dem neben den Neulingen natürlich auch Spock (Leonard Nimoy), Uhura (Nichelle Nichols), Scotty (James Doohan), Sulu (George Takei) und “Pille” McCoy (DeForest Kelley) beiwohnen. Ausgerechnet mit dieser teils unerfahrenen Crew wird die Enterprise gerufen, um bei der Reliant nach dem Rechten zu sehen. Die Falle von Khan schnappt zu…

Geriet der Vorgänger Star Trek – Der Film noch ein wenig behäbig, gibt Flucht in die Zukunft Regisseur Nicholas Meyer bei seinem Sequel von vornherein Vollgas. Eine kurze Ausbildungsszene reicht, um die Crew um Kirk und Co einzuleiten, man kennt seine Pappenheimer halt. Neu ist, dass Kirk hier erstmals ironisch auf sein Alter anspielt, wenn Pille ihm zum Geburtstag eine Lesebrille schenkt. Eine Gemeinsamkeit, die Star Trek II – Der Zorn des Khan mit dem neuen James Bond Abenteuer Keine Zeit zu Sterben hat, in der Bond ebenfalls ein wenig in die Jahre gekommen ist. Nicht die einzige Parallele zwischen den beiden Franchises, Stichwort: Kind. Auch Khans Rache sollte gegen Ende die Fangemeinde schocken und zu massiven Buhrufen bei den alteingesessenen Trekkies führen. Wer Bond gesehen hat, weiss wovon ich hier schreibe. Bei Star Trek knickten hinterher allerdings die Produzenten und ein Star, der eigentlich keine Lust mehr hatte, wieder ein und stellten mit dem Nachfolger alles wieder weitestgehend auf Anfang. Ich rate, sofern Ihr Star Trek II – Der Zorn des Khan noch nicht kennt, vor dem Klick auf die Kritik zu Teil 3 unbedingt diesen Film zu sichten, es lohnt sich.

Die goldene Fanregel, die über viele Jahre galt, dass im Star Trek Universum nur die gerade nummerierten Filme wirklich Klasse sind, bewahrheitet sich somit, zumindest für die ersten beiden Teile. Auch hinsichtlich der Effekte haben die Leute von Industrial Light & Magic hier eine ordentliche Schippe draufgelegt. Die Effekte sind zwar nicht gänzlich zeitlos, sehen aber auch heute noch, in der neuen remastered Version, richtig gut aus.

Apropos richtig gut aussehen, die Bildqualität (2,40:1 / 1080p) sieht fantastisch aus. Der Ton liegt in der Originalversion in Dolby TrueHD / TrueHD 7.1 vor und klingt bombastisch. Die deutsche, spanische und französische Sprachfassung gibt es lediglich in Dolby Digital 2.0 Surround, klingen aber auch gut. Wer japanisch versteht, darf sich auf Dolby Digital 5.1 Ton freuen. Der Film liegt sowohl in der Kinofassung, als auch im erweiterten (und teils mit anderen Sprechern in entsprechenden Szenen) nachsynchronisierten Directors Cut vor, der ein klein wenig mehr ins Detail geht (so gibt es eine kurze Geschichte um Scottys Neffen, die aber nicht zwingend zur Handlung beiträgt). Beide Versionen erhielten einen separaten Audiokommentar. Diverse Featurettes, ein Storyboard und der Kinotrailer runden das Bild ab.

Bezüglich der Synchronisation sei noch erwähnt, dass William Shatner hier nicht von Gerd Günther Hoffmann eingesprochen wurde, sondern von Klaus Sonnenschein, der außerdem noch in Teil 3 auf Admiral Kirk zu hören ist. Danach war dann wieder Hoffmann am Mikrofon. Dies stört aber nur wenig und man hat sich in kurzer Zeit an den Stimmwechsel gewöhnt. Bei Leonard Nimoy hören wir Herbert Weicker. Lediglich in den neuen Szenen spricht Norbert Gescher, der nach Weickers Tod (1997) seinen Part einnahm.

Außerdem in der 4-Movie-Collection enthalten

Star Trek – Der Film

Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock

Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart

Star Trek II – Der Zorn des Khan gehört bis heute zu den wichtigsten und besten Streifen des Franchises. Auch wenn die Fans von einst erzürnt waren, beruhigten sich später die Gemüter, sodass Khan später sogar im Soft-Reboot Star Trek Into Darkness erneut gegen Kirk antreten durfte. Aber das ist eine andere Geschichte…

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