Bevor wir unser Hurenween dieses Jahr endgültig abschließen, widme ich mich noch einem der kultigsten Filmmonster aller Zeiten, nämlich Jason Voorhees, dem Hockeymaskenzombie aus der Freitag der 13. Filmreihe. Das Franchise bekam nun auch hierzulande von PARAMOUNT HOME ENTERTAINMENT eine nicht ganz günstige Box spendiert, die die ersten, bis Ende der Achtziger Jahre entstandenen acht Filme der Reihe umfasst. Der Abschlussfilm findet sogar, soviel sei verraten, ein richtiges Ende für die Reihe – aber dazu kommen wir später. Die danach von New Line Cinema produzierten Sequels und das Remake befinden sich nicht in der Box. Wie hart und vor allem spannend die einst indizierten, ja teilweise verbotenen Slasherfilme heute noch wirken, ergründe ich in acht Artikeln, die jeden Teil einzeln beleuchten. Den Anfang macht natürlich das Original.

Originaltitel: Friday the 13th

Regie: Sean S. Cunningham

Darsteller: Adrienne King, Jeannine Taylor, Kevin Bacon, Betsy Palmer, Robbi Morgan, Harry Crosby, Laurie Bartram

Artikel von Christian Jürs

1980 war das Jahr der Geburtsstunde von Kultkiller Jason Voorhees. Naja, zumindest ansatzweise. Zunächst hatte Regisseur Sean S.Cunningham nur einen Titel parat. Mit diesem ging er bei den Filmstudios hausieren, bis sich endlich Produzenten für seinen Film gefunden hatten. Aus der Not heraus schrieb Drehbuchautor Victor Miller eine Slasherstory, die ganz klar im Fahrwasser des zwei Jahre zuvor entstandenen Halloween nach Beachtung buhlte.  Doch Freitag der 13. sollte weit mehr als eine Eintagsfliege in der anrollenden Teenager-haben-Sex-und-werden-von-Killer-aufgeschlitzt-Welle werden. Er wurde zu einem weltweiten Phänomen, welches dieses Genre erst so richtig in Schwung bringen sollte. Und so spielte Freitag der 13., bei Produktionskosten von gerade einmal einer halben Million Dollar, alleine in den USA knappe 40 Millionen an der Kinokasse ein.

Das Franchise startet in einer warmen Nacht des Sommers 1958 im Feriencamp Crystal Lake. Während der Vollmond am Himmel erstrahlt, stehlen sich zwei junge Aufpasser vom gemeinschaftlichen Singen am Lagerfeuer davon, um in einer Scheune Nachhilfe in Sachen Sexualkunde zu nehmen. Doch die subjektive Kamera einer durch die Schlafräume schleichenden Person lässt nichts Gutes für unsere beiden Biologieschüler erahnen. Und schon trifft der unbekannte Schleicher auf dem Dachboden der Scheune bei den beiden hormongesteuerten Kids auf und beendet den Beischlaf mit dem Messer.

Danach hat der Zuschauer Zeit zum Entspannen, während die Credits in weißer Farbe aud schwarzem Grund einer nach dem Anderen vor uns abgespielt werden. Harry Manfredinis aufregende, geniale Musik spricht derweil eine andere Sprache. Im Anschluss springt die Handlung in die damalige Gegenwart – in den Sommer des Jahres 1979. In diesem soll das Feriencamp, welches nach den Morden von den Leuten der Gegend in „Blutcamp“ umgetauft wurde, wieder eröffnet werden. Erste Vorbereitungen für die kommende Saison werden im Camp Crystal Lake gestartet (die sind übrigens spät dran, denn Freitag der 13., der Tag, an dem die Handlung spielt, fand 1979 im Juli statt). Währenddessen befindet sie die Campköchin Annie (Robbi Morgan) noch auf dem Weg zu ihrem Sommerarbeitgeber. Bei der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit trifft sie auf Crazy Ralph (Walt Gorney), den vermeintlichen Dorftrottel, der sie vor dem Blutcamp warnt („You´re all doooooomed.“). Auch der LKW-Fahrer (Rex Everhart), der sie schließlich ein Stück mitnimmt, empfiehlt ihr, nachdem er Ralph als Spinner abgestempelt hat, wieder umzudrehen. Doch Annie lässt sich von derlei Geschwätz nicht abhalten, ihren Weg fortzuführen. Dumme Entscheidung, denn gemäß dem Motto : „Wer nicht hören will, muss fühlen“ endet die Screentime von Annie mit einem wirklich super getrickstem Kehlenschnitt im nahegelegenen Wald. Apropos super getrickst: Die Spezialeffekte aus Freitag der 13. stammen von Effektespezialist Tom Savini und sind, wie von ihm gewohnt, einfach toll.

Im Camp taucht statt Annie nun Crazy Ralph auf und sorgt für einen ziemlich lächerlichen Jump-Scare. Spätestens wenn er mit dem quietschenden Drahtesel davonradelt, wird seiner Figur wirklich jeglicher Schrecken genommen. Nicht minder lächerlich wirkt übrigens der Motorradcop, der kaugummikauend im Camp auftaucht, um Ralph einzukassieren und um vor den jungen Leuten den dicken Max zu machen. Die einzig erhellende Erkenntnis während dieser unfassbar spannenden Szenen ist die Tatsache, dass einer der Campangestellten vom jungen Kevin Bacon gespielt wird. Ansonsten passiert die nächsten Filmminuten eigentlich nichts, was auch nur im Ansatz spannend wäre oder gar die Handlung vorantreibt.

Kurz zusammengefasst:

  • Der Campleiter Steve Christie fährt nochmal in die Stadt um Besorgungen zu machen (thrill pur)
  • Eine Schlange taucht in einer der Hütten auf und wird zerhackt (Glückwunsch, Tiersnuff in einer Hollywoodproduktion – Umberto Lenzi ist stolz auf Euch Filmemacher)
  • Lustige Badespiele im sommerlichen See inkl Vollidiot, der den Ertrinkenden spielt (welch toller Witz…ha ha ha…ist immer voll komisch wenn jemand einen Tod simuliert)

Mit Einbruch der Dunkelheit und eines atmosphärefördenden Unwetters, kommt dann aber plötzlich sowohl Spannung, als auch Atmosphäre in den Streifen. Die jungen Leute ziehen sich, zum Schutz vor dem Gewitter, in die umliegenden Hütten zurück. Und während die eine Gruppe sich zu einer Partie Strip-Monopoly zusammentut (Jawoll, Strip-Monopoly…eine wahnsinns Idee…hab ich damals auch mal versucht…hat viele Stunden gedauert…war nicht so geil, dafür aber verdammt kalt), verschwinden Jack (Kevin Bacon) und seine Filmfreundin Marcie (Jeannine Taylor) zwecks Beischlaf in eine der anderen Hütten. In Horrorfilmen dieser Art immer die beste Idee.

Und plötzlich geht’s Schlag auf Schlag los. Nach und nach dezimiert der unbekannte Killer die Belegschaft. “Wieso unbekannt, es steckt doch Jason Voorhees unter der Hockeymaske“, meint Ihr? Nein, die legendäre Hockeymaske taucht erst in Teil 3 auf. Wer Scream – Schrei zudem kennt, weiss, dass Jason hier nur eine kleine Nebenrolle spielt und eben NICHT der Mörder in Freitag der 13. ist). Im Schutze der Nacht schlägt der Killer immer wieder zu, bis letztlich kaum noch jemand übrig ist. Besonders zu loben sind dabei die Spezialeffekte von Tom Savini, die wirklich toll aussehen. Es mit Filmblut nicht gespart, denn Teil 1 liegt in der unzensierten Unrated-Fassung vor, die wir in Deutschland übrigens immer schon zu sehen bekommen haben, da der Film hierzulande von Warner Bros. aufgekauft wurde und denen die ungeprüfte Version übergeben wurde. Es ist übrigens neben Teil 3 und 7 der einzige Teil, der keine Schnitte seitens der FSK davon trug. Wohl auch, weil man ihn für die damalige Videoauswertung gar nicht erst den Jugendschützern vorlag. Es folgte dann lediglich eine Indizierung. In der Erwachsenenecke der heimischen Videothek war er aber stets zu finden.

Freitag der 13. Ist eine der Kultreihen aus den 80er Jahren. Teil 1 war zwar sehr sehr erfolgreich, den eigentlichen Kult begründeten jedoch erst spätere Teile. Denn denkt man an diese Filmreihe, so kommt einem als erstes der machetetragende Eishockeymaskenkiller Jason in den Sinn. Und der taucht hier kaum auf. Vor allem nicht in der geläufigen Form. Und auch wenn der Film ein quasi offenes Ende in Richtung „Jason ist noch da.“ bietet, so war zur Produktionszeit nie eine Fortsetzung geplant.

Der erste Teil des Kulthorror-Franchises bietet inhaltlich leider ziemlichen Leerlauf. Die Figuren sind blass und austauschbar, die Logik bleibt auf der Strecke. In der ersten Hälfte passiert weitestgehend nichts. Trotzdem gehört der Film zu meinen Lieblings-Horrorstreifen. Das mag so manchen hier verwirren. Fans der Reihe dürften es allerdings verstehen. Anfangs ist es einfach nett, in die Welt des Sommercamps entführt zu werden. Die zweite Hälfte macht den lahmen Anfang dann auch für Horror- und Thrillerfans wieder wett. Die Atmosphäre ist richtig schön düster und unheimlich geraten und die Kills recht saftig. Lediglich die Auflösung ist an den Haaren herbeigezogen und lässt keine Chance zum Mitraten. Da die meisten Horrorfans den Film aber schon hundertmal gesehen haben, dürfte sich heute kaum noch niemand daran stören.

Die Bildqualität (1,78:1 / 1080p) ist sehr gut. Der Ton liegt auf Englisch in Dolby TrueHD 5.1 vor und klingt super. Aber auch die anderen Tonspuren (Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch) in Dolby Digital 1.0 gehen in Ordnung. Im Bonusbereich gibt es einen Audiokommentar von Sean S. Cunningham, diverse Featurettes und den US-Trailer. Die Scheibe ist identisch mit der Einzelveröffentlichung von Warner Bros.

Außerdem in der 8 Movie Collection enthalten:

Freitag der 13. Teil 2 – Jason kehrt zurück

Freitag der 13. Teil 3 – Und wieder ist Freitag der 13.

Freitag der 13. Teil 4 – Das letzte Kapitel

Freitag der 13. Teil 5 – Ein neuer Anfang

Freitag der 13. Teil 6 – Jason lebt

Freitag der 13. Teil 7 – Jason im Blutrausch

Freitag der 13. Teil 8 – Todesfalle Manhattan

8 Sammelkarten

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