Obwohl der Erfolg langsam nachließ, schlossen viele Fans insbesondere den nunmehr siebten Teil in ihr Herz. Dabei war der Film so gar nicht mehr gruselig und die MPAA schlug erbarmungsloser zu, als Jason in unseren schlimmsten Albträumen. Nein, es war der Einstieg von Kane Hodder in der Rolle des Hockeymaskenkillers, der die Fans frohlocken ließ. Sein Auftreten hatte etwas Gewaltiges. Leider kann man das vom restlichen Film eher nicht behaupten, den PARAMOUNT HOME ENTERTAINMENT ebenfalls in die Movie-Collection gepackt hat.

Originaltitel: Friday the 13th Part VII: The New Blood

Regie: John Carl Buechler

Darsteller: Lar Park-Lincoln, Terry Kiser, Susan Blu, Kevin Spirtas, Elizabeth Kaitan, Kane Hodder

Artikel von Christian Jürs

Nachdem Teil 6 des Franchises von den Fans zwar bejubelt wurde, an der Boxoffice aber im Vergleich zu seinen Vorgängern absoff (Es war der erste Teil mit einem Einspiel von unter 20 Mio Dollar), mussten unbedingt neue Ideen her. Da hatten die Produzenten eine irrwitzige Idee. Warum nicht den Hockeymaskenmongo gegen eine zu der Zeit noch viel populärere Horrorikone antreten lassen? Freddy vs Jason klang irgendwie vielversprechend. Aber Paramount Pictures (Team Jason) konnte sich nicht mit New Line Cinema (Team Pizzafresse) einigen. Dann gab es eine neue Idee : Carrie vs Jason. Doch irgendwie hatte Stephen King da etwas gegen (ein kluger Mann). Die Idee war aber geboren und so wurde aus Carrie halt Tina. Merkt eh keiner den Unterschied.

Als Regisseur holte man sich den Effektekünstler John Carl Buechler, der mit den Werken Troll und Cellar Dwellar aka Underground Werewolf bereits bewiesen hat, dass er sein Handwerk beherrscht. Immerhin gelang es ihm, den wohl blutigsten Teil der Saga zu drehen. Leider versalzte ihm die MPAA die Suppe und so blieb nichts… wirklich gar nichts von Buechlers Blutsuppe übrig. Wohl kein anderer Teil wurde so konsequent kastriert wie dieser hier (8 Szenen wurden radikal runtergekürzt). Nach dieser Zwangsrasur seitens US-Zensurbehörde hatte nicht Mal die FSK in den 80ern etwas zu meckern und gab den Film ungekürzt ab 18 Jahren frei. Auch heute noch, nach einer Neuprüfung, ist ihm diese Freigabe erhalten geblieben (why???).

Der Film beginnt, ähnlich wie Teil 4, mit einer trailerartigen Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse. Walt Gorney durfte hier die einleitenden Worte sprechen. Jener war der coolste Charakter des Originals : Der drahteselfahrende Crazy Ralph. Direkt danach sehen wir die populäre Hockeymaske, die plötzlich in zwei Hälften zerbricht (foreshadowing!). Im Anschluss gibt’s (wen wunderts?) weiße Credits auf schwarzem Grund. Aber irgendwas ist anders. Es ist der Soundtrack. Anstelle der atmosphärischen Klänge Harry Manfredinis (dessen alte Themen teilweise im Film verwendet wurden), hören wir nun die neue Musik von Fred Mollin. Sein Titelthema klingt dabei verdächtig nach dem Terminator-Score in halber Geschwindigkeit. Im Klartext : Irgendwie Scheiße.

Dann geht’s aber los. Es ist mal wieder Freitag der 13. am Crystal Lake. Die zwölfjährige Tina (Jennifer Banko), die irgendwie aussieht wie Carol Ann (geh nicht ins Licht, Tina!), verbringt lauschige Tage am Serienkiller-See mit Mami (Susan Blu) und Papi (John Otrin). Doch Tinas Eltern genießen nicht die Idylle, sie streiten sich lieber und brüllen sich an. Als Tinas Papa sich auf Die Ärzte beruft (Manchmal haben Frauen ein kleines bisschen Haue gern!), wird’s Tina zu bunt und sie setzt sich ins Ruderboot um auf den Crystal Lake zu fliehen (ist so´n Frauending, die machen das jeden zweiten Film). Papa kommt raus auf den Steg um sich zu entschuldigen, doch Car… ich meine Tina wird’s zu bunt. Blubberwasser und ein wackelnder Steg zeigen, sie kann Telekinese. Der Steg bricht zusammen und Papa säuft ab.

Schnitt

Tina wacht im Auto auf und ist jetzt ein Teenager. Ihren Part übernimmt fortan Lar Park-Lincoln (House 2 – The Second Story) Sie und ihre Mutter fahren zurück zum Ort des Geschehens, wo ihr Psychiater Dr. Crews (Terry Kiser) seine Behandlung durchführen möchte. Wo auch sonst, wenn nicht am Ort des Traumatas, hat in Teil 5 ja schon so gut funktionert. Aber was soll man auch von einem Psychiater erwarten, der von Terry Kiser gespielt wird? Dieser war einst Bernie in der Komödie Immer Ärger mit Bernie. Dort, wie hier, fungiert er als Kotzbrocken. Nur starb er bei Bernie wesentlich früher als hier.

Dr. Crews liegt Tinas Gesundheit selbstverständlich überhaupt nicht am Herzen. Viel lieber möchte er mit ihren Fähigkeiten Kohle scheffeln. Von ärztlicher Schweigepflicht haben sowohl er, als auch die Drehbuchautoren, noch nie etwas gehört. Doch er ist nicht der einzige Unsympath vor Ort. Gleich nebenan findet sich eine Gruppe Jugendlicher ein, um einen Geburtstag zu feiern (sprich: saufen, kiffen, vögeln). Praktisch, denn so hat Jason später eine Menge zu tun.

Unter den Jugendlichen befindet sich bereits erwähnte Kackbratze in Gestalt von Melissa (Susan Jennifer Sullivan). Sie ist die arroganteste Zicke aus dem gesamten Franchise (bislang) und natürlich Nebenbuhlerin von Tina beim wetteifern um die Gunst des smarten Nick (Kevin Spirtas). Dieser ist der Bruder des Geburtstagskindes. Und somit unterscheidet sich Freitag der 13. Teil 7 – Jason im Blutrausch bereits jetzt von allen vorangegangenen Teilen. War dort immer Friede, Freude, Eierkuchen unter den Protagonisten, so sind wir jetzt bei GZSZ gelandet, Intrigen und Herzschmerz inklusive. Hierfür gibt’s dann gleich die volle Ladung Klischeefiguren. Da haben wir das weibliche Pummelchen (Diana Barrows), den erfolglosen SciFi-Romanautoren (Jeff Bennett), sowie diverse Nymphomaninnen, damit es endlich wieder Frischfleisch im Franchise zu bewundern gibt. Jawoll, die Liste an austauschbaren Hans-Wursten ist lang.

Wie aber kommt nun Jason zurück vom Grund des Sees, wo er im Vorgängerfilm endete? Nun, da hatten die Drehbuchautoren eine unfassbar geniale Idee:

Nachdem Dr. Crews die gute Tina mal wieder psychisch unter Druck gesetzt hat, um per VHS-Camcorder ihre telekinetischen Fähigkeiten für die Sensationspresse auf Band zu speichern, rennt diese zum Steg um per Blubberwasser ihren Papi aus dem nassen Grab zu befreien. – Echt jetzt? Telekinese kann Tote zum Leben erwecken? Und noch viel besser: Den Steg hat man repariert, aber Papas Leiche hat man vergessen zu bergen? (Der Holzweg ähnelt übrigens dem aus der Anfangssequenz so gar nicht!). Und am allerbesten: Das soll jemand glauben????

Trotzdem, die versehentliche Reanimation des Jason Voorhees, der anstelle von Papi seinem nassen Grab entsteigt, ist ein echter Wow-Effekt. Nicht nur, dass Jason hier erstmals von Kane Hodder dargestellt wurde, dessen physische Präsenz wunderbar zur Killerikone passt, auch das Make Up ist sensationell. Teil 7 ist übrigens der einzige Teil, in dem Jasons Rippen aus den zerschlissenen Klamotten hervorragen – einfach hervorragend.

Und schon kann das Schlachtfest beginnen. Jason darf sich recht kreativ durch den eher unkreativen Cast meucheln. Und wäre der Film unzensiert, wäre der Spaß wohl grenzenlos. Leider blieb hier, wie bereits erwähnt, nur ein Rumpf der urspünglichen Fassung übrig. Leider hat Paramount Pictures verlauten lassen, dass das unzensierte Material in brauchbarer Qualität vernichtet wurde. Von dem was übriggeblieben ist, verdient der Schlafsackmord die größte Aufmerksamkeit. Jason greift sich eine Camperin, stopft sie in ihren Schlafsack und donnert den Sack mal ordentlich gegen den nächsten Baum. Die Szene ist aber wirklich komisch und Hodders persönlicher Lieblingsmord, weswegen er diesen in Jason X nochmals durchführen durfte. Auch sonst greift der gute Herr Voorhees dieses Mal zu unterschiedlichsten Werkzeugen. Von der Heckenschere bis zum Rasentrimmer ist alles dabei.

Im Finale treten sich Pseudo-Carrie und Eishockey-Schlitzer gegenüber. Und hier beginnt – bei allem Schwachsinn – der eigentliche Spaß des Films. Jawoll, Tina schenkt dem ollen Mumienmann so gar nichts und setzt ihm dank ihrer Fähigkeit ordentlich zu. Die Carrie-Fähigkeiten dienen tatsächlich der Erheiterung. Jason wird unter Strom gestellt, ein Dach kracht über ihm zusammen, er wird mit Benzin übergossen, etc. Doch das haut einen Voorhees noch lange nicht aus den Latschen.

Gegen Ende gibt es dann nochmal geballten Blödsinn, bei dem der tote Papi nochmals eine Rolle spielt. Der schwächste Moment des Films. Die eigentliche Schlußszene, in der Jason einen Angler in den Crystal Lake zieht (eine Anspielung an Teil 1), blieb in den ewigen Jagdgründen des Schneideraums. Somit haben wir mit Teil 7 den ersten Film der Reihe, der KEINE Anspielung auf eine Fortsetzung bietet. Wahrscheinlich wollte man dank sinkender Zuschauerzahlen auf Nummer sicher gehen und der Reihe ggf somit den Todesstoß versetzen. Doch auch diesmal genügte das Einspiel noch, um einen letzten Teil von Paramount Pictures bewilligen zu lassen.

Ein abschließendes Wort zu den Darstellern :

Neben Terri Kiser und Kane Hodder sind eigentlich nur noch Lar Park-Lincoln als Tina und Susan Jennifer Sullivan als Melissa erwähnenswert. Letztere spielt das Biest wirklich gut, beendete ihre Schauspielkarriere allerdings bereits 1990. 2009 ging die Meldung um, sie sei leider verstorben, worüber sich die putzmuntere Ex-Schauspielerin doch sehr wunderte. Lar Park-Lincoln wollte ursprünglich in Teil 8 erneut die Tina geben, wollte allerdings mehr Geld und auf solche Ansprüche reagieren die Produzenten des Franchise ziemlich allergisch (fragt mal nach bei Amy Steel). Auch in den Folgejahren hatte sie wenig Glück und musste sich auch noch mit Brustkrebs herumschlagen, den sie glücklicherweise besiegt hat. Ein Wiedersehen gibt es in Marc Fehses Sky Sharks, den ich an dieser Stelle in Kürze vorstellen werde.

Freitag der 13. Teil 7 – Jason im Blutrausch ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits versucht man, den Geist des Vorgängers zu erhalten mit dem unverwüstlichen Zombie-Jason, andererseits bemüht man sich „Neues Blut“ mit Telekinesen-Tina zu beschreiten. Frisst man diesen Schwachsinn, so kann man an Teil 7 durchaus Spaß haben. Die MPAA-Schnitte, das ganz schwache Ende mit Papi und die fehlende Ironie machen aus Teil 7 aber letztlich nur ein weiteres, mäßiges Sequel.

Auch hier gilt wieder: die Bildqualität (1,78:1 / 1080p) ist sehr gut, der Ton (Englisch DTS-HD Audio Master 5.1 und 2.0 / Deutsch DTS-HD Master Audio 2.0) ebenfalls. Im Bonusbereich gibt es einen Audiokommentar vom leider verstorbenen Regisseur John Carl Buechler, zusammen mit Kane Hodder und Lar Park-Lincoln, ein paar Featurettes und den Trailer.

Außerdem in der 8 Movie Collection enthalten:

Freitag der 13.

Freitag der 13. Teil 2 – Jason kehrt zurück

Freitag der 13. Teil 3 – Und wieder ist Freitag der 13.

Freitag der 13. Teil 4 – Das letzte Kapitel

Freitag der 13. Teil 5 – Ein neuer Anfang

Freitag der 13. Teil 6 – Jason lebt

Freitag der 13. Teil 8 – Todesfalle Manhattan

8 Sammelkarten

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