Wem die klassische, englische Literatur einer Jane Austen zu dröge ist, der kann sich jetzt, dreißig Jahre nach dessen Entstehung, die Teenie-Komödie Clueless – Was sonst! in hübscher Glitzerverpackung mit einigen Goodies innendrin, als limitiertes 4K UHD-Steelbook ins Regal stellen. Hierbei handelt es sich um eine modernisierte Variante des Erfolgsromans Emma aus Austens Feder, in der zahlreiche damalige Jungstars wie Paul Rudd, Brittany Murphy und Alicia Silverstone ihr Stelldichein gaben. PARAMOUNT PICTURES brachte die launige Komödie zum Jubiläum auch bei uns heraus, allerdings etwas abgespeckter als auf dem internationalen Markt. Was bei uns fehlt, erfahrt Ihr in der Kritik.

Originaltitel: Clueless

Regie: Amy Heckerling

Darsteller: Alicia Silverstone, Stacey Dash, Brittany Murphy, Paul Rudd, Donald Faison

Artikel von Christian Jürs

Bevor ich mich mit Clueless – Was sonst! intensiv befasse, muss ich zunächst einmal mit einem Gerücht aufräumen! Nein, Paul Rudd, dem man nachsagt, er würde nicht altern, ist definitiv kein unsterblicher Vampir, wie man in diesem Film aus dem Jahr 1995 deutlich sehen kann. Denn im 1995 entstandenen Clueless – Was sonst! sieht Paul Rudd mindestens fünf Jahre jünger aus als zuletzt in Death of a Unicorn, den aber vermutlich kaum jemand gesehen hat. Scherz beiseite, dies hier ist allerdings nicht das Kinofilm-Debüt des Hollywood-Stars, wie allgemein angenommen. Tatsächlich spielte er zuvor bereits die Hauptrolle im ziemlich dämlichen Halloween 6 – Der Fluch des Michael Myers. Da der Film aber an massiven Nachdrehs litt, wurde er erst nach Clueless – Was sonst! veröffentlicht.

Doch Paul Rudd steht nicht im Fokus dieser, auf Jane Austens Emma basierenden Teenager-Komödie, sondern die zuvor durch drei Aerosmith-Videos zu Berühmtheit gelangte Alicia Silverstone, die, wie auch der Rest des Casts, hier frisch und unverbraucht wirkt. Sie verkörpert Cher Horowitz, eine Tochter aus gutem Hause, die gemeinsam mit ihrem Vater, dem Witwer Melvin Horowitz (Dan Hedaya), einem erfolgreichen Anwalt, in einer Villa in Beverly Hills wohnt. Cher ist nicht die beste-, aber wohl die beliebteste Highschool-Schülerin vor Ort, die es mit Charme und Überredungskunst immer wieder schafft, die Lehrer um ihren Finger zu wickeln und dadurch gute Noten abzustauben. Ansonsten besteht ihr Alltag hauptsächlich aus Oberflächlichkeiten wie Mode, Partys und darin, auf andere Menschen möglichst positiv zu wirken.

So wie zum Beispiel auf die neue, verhuschte Schülerin Tai Frasier (Brittany Murphy), einem nerdigen Landei, die laut Cher dringend eine modische Generalüberholung, sowie einen coolen Boyfriend benötigt. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Dionne (Stacey Dash) stattet sie Tai mit neuer Mode aus und versucht sie anschließend, auf einer Highschool-Party, mit dem coolen und beliebten Elton (Jeremy Sisto) zu verkuppeln. Doch der Versuch schlägt fehl, da Tai bereits ein Auge auf den kiffenden Skaterboi Travis (Breckin Meyer) geworfen hat. Zu allem Überfluss zieht auch noch ihr Stiefbruder Josh (Paul Rudd), Melvins Sohn aus erster Ehe, bei den Horowitzes ein, mit dem sich Cher des Öfteren in den Haaren liegt. Die wiederum verguckt sich in den schulischen Neuzugang Christian (Justin Walker), einem echten Schönling. Doch ihre Annäherungsversuche scheitern auf ganzer Linie. Dabei übersieht sie das Naheliegendste, denn warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück doch so nahe liegt?

Komödienspezialistin Amy Heckerling (Kuck mal, wer da spricht!) verstand es bestens, die Jane Austen-Geschichte für ein junges Teenager-Publikum aufzuarbeiten. Ich habe den Film damals in einer Sneak Preview gesehen und habe den Kinosaal äußerst zufrieden verlassen. Auch jetzt, wo die Komödie und ich dreißig Jahre mehr auf dem Buckel haben, hat diese (und hoffentlich auch ich) nichts von ihrem Charme und Witz verloren und bereitet immer noch eine Menge Spaß.

Mir lag zur Rezension der 4K-Rohling vor. Qualitativ kann sich die Scheibe durchaus sehen lassen. Die Bildqualität ist top, der Ton im Englischen (DTS-HD Master Audio 5.1), während Synchronfans sich mit der (durchaus gut klingenden) Dolby Digital 2.0-Tonspur zufrieden geben müssen.

Des weiteren befinden sich im Steelbook Gimmicks wie Poster, Fotos, Artcards usw. In anderen Ländern liegt außerdem noch die Blu-ray bei, die neben dem Hauptfilm außerdem diverse Bonus-Featurettes beinhaltet. Ebenso wie vor Kurzem beim Titel Tommy Boy – Durch Dick und Dünn fehlt diese aber in der deutschen Verpackung. Der Grund hierfür liegt darin, dass es sich bei der Blu-ray um ein Repack der bereits erhältlichen Veröffentlichung handelt. Da Clueless – Was sonst! hierzulande aber nie auf Blu-ray erschienen ist, fehlt die Scheibe somit. Das ist zwar ärgerlich, der Film ist es aber natürlich trotzdem wert, im Regal zu landen, zumal das Genre der Highschool-Komödie leider mittlerweile zu Grabe getragen wurde.

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