Anfang der Neunziger mauserten sich die Muscles from Brussels, wie Jean-Claude Van Damme genannt wurde, vom B-Film-Recken zum A-Liga-Star. Dieser Science Fiction-Actionstreifen, basierend auf einer Dark Horse-Comicvorlage, entstand auf dem Zenit seines Erfolges und schaffte es, weltweit mehr als 100 Millionen Dollar einzuspielen (bei einem Budget von ca. 27 Millionen Dollar). Ob Timecop, der mittlerweile mehr als dreißig Jahre auf dem Buckel hat, immer noch gut funktioniert, könnt Ihr jetzt dank brandneuer 4K-Veröffentlichung im Mediabook von STUDIOCANAL und PLAION PICTURES herausfinden – oder Ihr lest einfach in meiner Kritik nach.

Regie: Peter Hyams

Darsteller: Jean-Claude Van Damme, Mia Sara, Ron Silver, Bruce McGill, Gloria Reuben

Artikel von Christian Jürs

Universal Soldier, Ohne Ausweg, Harte Ziele und Timecop – in den frühen Neunzigern war ich endlich alt genug, um brutalere Actionfilme im Kino zu sichten und so ließ ich, Street Fighter mal außen vor, keinen Van Damme-Prügelfilm im hiesigen Lichtspiel-Theater aus. Auch für Timecop, der, wie ein Jahr später Sudden Death, vom verlässlichen Regie-Routinier Peter Hyams (End of Days) inszeniert wurde, löste ich selbstverständlich ein Kinoticket – und sollte es nicht bereuen.

Auch wenn Ihr es alle nicht mitbekommen habt, im Jahr 1994 wurde die Zeitreise entdeckt. Nicht in die Zukunft, aber in die Vergangenheit konnte man nun endlich springen. Doch nicht nur Biff Tannen kam auf die Idee, sich dank des Sport Almanachs mit seinem Wissen über die Vergangenheit zu bereichern, auch im Universum von Timecop machen sich allerlei finstere Buben daran, ihr Leben in der Gegenwart mit ergaunerten Reichtümern aus der bereisten Vergangenheit zu erleichtern. Um den kriminellen Zeitreisen entgegenzuwirken, wird die Time Enforcement Commission (TEC) gegründet, deren erfolgreichster Agent Max Walker (Jean-Claude Van Damme) im Jahr 2004 ist. Der hat anno 1994 noch für die Polizei gearbeitet, bei einem Anschlag auf sein Leben jedoch seine Frau Melissa (Mia Sara) verloren.

Dieses Schicksal machte aus Max einen kompromisslosen Ordnungshüter, der eines Tages seinen Ex-Kollegen Lyle Atwood (Jason Schombing) beim Kauf billiger Ölaktien während der Weltwirtschaftskrise ertappt. Zwar gesteht Atwood Walker, dass er im Auftrag des kriminellen Senators Aaron McComb (Ron Silver) gehandelt hat. Um seine Familie zu schützen verweigert er aber die Aussage gegen den Politiker, da dieser die Existenz seiner ganzen Familie auslöschen könnte und wählt stattdessen den Freitod. Trotz neuer Partnerin an seiner Seite (Gloria Reuben), gibt Walker nicht auf, den Senator dingfest zu machen und stößt dabei in ein Wespennetz aus Korruption und Mord. Auch scheint es, dass der Anschlag auf Walkers Frau und ihn im Jahr 1994 im unmittelbaren Zusammenhang mit dessen Aktivitäten zu stehen scheinen.

Die Handlung von Timecop strotzt nicht gerade vor Überraschungen. Doch die kompetente Umsetzung, die durchaus guten Schauspieler (u.a. Bruce McGill) und das erstaunlich hohe Erzähltempo machen den Actioner auch heute noch zu einem kurzweiligen Guilty Pleasure. Sogar die Spezialeffekte können sich, von einem schrecklichen CGI-Morphing-Effekt gegen Ende mal abgesehen, immer noch sehen lassen. Das Team Jean-Claude Van Damme / Peter Hyams funktioniert bestens, wie der im Folgejahr entstandene Stirb langsam-Klon Sudden Death, aber auch der Heimkino-Kracher Enemies Closer aus dem Jahr 2013 (an den sich vermutlich niemand mehr erinnern kann), belegen. Peter Hyams war außerdem noch Kameramann beim 2009´er Universal Solder: Regeneration, den sein Sohn John Hyams inszenierte und der ebenfalls sehenswert ist.

Das Mediabook aus dem Hause Studiocanal / Plaion Pictures sieht mit seinem leuchtenden Prägedruck nicht nur äußerlich hübsch aus, auch im Inneren weiß es zu überzeugen. Die Bildqualität, vor allem der 4K-Scheibe, ist grandios für einen so alten Film. Den sauberen Ton (Deutsch und Englisch) gibt es wahlweise in DTS-HD MA 5.1 und 2.0.

Auch an Bonusmaterial wurde nicht gespart. So gibt es auf der 4K-Scheibe zwar nur den Trailer, die Blu-ray bietet darüber hinaus noch Interviews, eine Featurette, weitere Trailer und Spots und eine Bildergalerie. Das liebevoll geschriebene Booklet stammt von Tobias Hohmann.

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