Nichts ist wichtiger in einer Beziehung als eine gelegentliche, gemeinsame Auszeit, um die Batterien aufzuladen und die oftmals im Alltag verlorengegangene Intimität wieder aufzufrischen. So planen es auch die beiden Hauptfiguren in diesem neuen, schwarzhumorigen Erotik-Thriller, den uns die BUSCH MEDIA GROUP gemeinsam mit CENTRAL FILM VERLEIH GMBH jetzt in die deutschen Kinos bringt. Wie der Titel bereits andeutet, wird aus dem Verwöhn-Wochenende für unsere beiden Hauptfiguren natürlich nichts, denn plötzlich steht ein weiteres Pärchen vor der Haustür, dass augenscheinlich ebenfalls eine zeitgleiche Buchung für das Ferienhaus getätigt hat. Genre-Kenner ahnen, was daraufhin passiert – nur diesmal mit etwas mehr Sex und Gewalt im Reisegepäck.

Regie: Mercedes Bryce Morgan

Darsteller: Maddie Hasson, Marco Pigossi, Alex Roe, Andra Nechita

Artikel von Christian Jürs

Ein See voller menschlicher Knochen, in dem eine wunderschöne Frau ekstatisch gerade einen Mann umbringt – das Kinoplakat macht Lust auf mehr, weswegen ich auch ohne weitere Vorkenntnisse zur Handlung von Bone Lake umgehend zusagte, als mir ein Presse-Screener aus dem Hause Busch Media Group angeboten wurde. Horror, Erotik, Grusel und Thriller – was gibt es Besseres zur dunklen Jahreszeit? Ich war neugierig, was mich erwarten würde.

Ich wusste, wie erwähnt, quasi nichts über Bone Lake, als ich den Film gestern Abend startete, auch nicht die Grundprämisse, die ich Euch eingangs bereits erwähnt habe, war mir nicht geläufig. Der Film startet dann auch umgehend mit einer saftigen Horroreinlage, die mich auf eine falsche Fährte schicken sollte. Wir werden Zeuge, wie ein splitterfasernacktes Pärchen (Eliane Reis & Clayton Spencer) vor einem mit einer Armbrust bewaffneten Unbekannten durch den Wald gejagt werden – eine Flucht ohne Erfolg. Sie wird durch unachtsames Stolpern von einem Baumstumpf aufgespießt, er bekommt ein paar Pfeile in den Körper, davon einen in den… das müsst Ihr schon selbst sehen – Aua! Ein Einstieg, bei dem ich dachte „Cool. Ein neuer Backwoods-Slasher Marke Wrong Turn.“ – ich sollte mich irren.

Denn nun bekommen wir unsere beiden Haupt-Protagonisten zu Gesicht: den erfolglosen Schriftsteller Diego (Marco Pigossi) und seine Freundin Sage (Maddie Hasson), die sich ein einsam gelegenes Haus am See für das anstehende Wochenende gemietet haben, um einmal die Seele baumeln zu lassen und die etwas stockende Beziehung wieder in Schwung zu bringen. Schnell nach ihrer Ankunft im traumhaften Feriendomizil wird klar, dass beide diese Zeit auch bitter nötig haben, da ein eilig vollzogener Beischlaf wenig leidenschaftlich über die Bühne geht und Sage unbefriedigt zurücklässt.

Doch kaum ist zumindest Diego gekommen, da öffnet sich auch schon die Haustür und ein junges, äußerst attraktives Pärchen, namentlich Cin (Andra Nechita) und Will (Alex Roe), steht überraschend im Haus. Die beiden haben sich ebenfalls auf ein romantisches, einsames Wochenende in der Luxusbehausung gefreut und müssen nun aus der versehentlichen Doppelbuchung das Beste machen. Und so teilen sich die beiden Pärchen die Räumlichkeiten und schnell ist man sich sympathisch und freundet sich an. Ein Fehler, den zuvor schon viele Leinwand-Pärchen gemacht haben, wie zuletzt zum Beispiel im Remake von Speak no Evil oder dem kleinen Home-Invasion-Thriller Who Invited Them – Lass sie nicht rein.

Langsam, aber unaufhaltsam, beginnt die Situation dann unangenehmer zu werden, zumal Will und Cin (gesprochen wie Sin, die Sünde) sexuell aufdringlicher werden und das Paar in der Krise mehr und mehr auf die Probe stellen. So langsam dämmert es Sage, Diego und auch dem Zuschauer: Die jungen Leute haben keine guten Absichten im Gepäck. Das wird böse enden.

Das ist alles ziemlich vorhersehbar und bereits hundertmal zuvor durchgekaut worden. Doch das war uns damals, die wir Eine Verhängnisvolle Affäre bereits kannten, beim Kinobesuch von Die Hand an der Wiege, Der Feind in meinem Bett und all den anderen Varianten der immer gleichen Geschichte auch bereits bewusst und trotzdem egal. Man bekommt, was man erwartet – allerdings mit etwas mehr Sex und durchaus auch mit ein wenig mehr Gewalt und Splatter im Abgang. Regisseurin Mercedes Bryce Morgan versteht es, Figuren einzufügen und Spannung aufzubauen. Handwerklich ist die Nummer ziemlich gut geraten. Auch die vier Hauptdarsteller, die allesamt noch recht unverbraucht wirken, überzeugen in ihren Rollen.

Bone Lake erfindet weder das Rad neu, noch weiß der Film zu überraschen. Trotzdem ist der Thriller mit seinen 94 Minuten Laufzeit knackig geraten und funktioniert als kleiner, gemeiner Snack für zwischendurch ziemlich gut. Ob man dafür ins Kino gehen sollte, müsst Ihr selbst entscheiden. Im Januar folgt dann die Heimkinoveröffentlichung im Mediabook aus dem Hause Busch Media Group.

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