Anfang dieses Jahrtausends entdeckte Hollywood den japanischen Horrorfilm und flutete die Kinosäle mit US-Remakes, in denen meist schwarzhaarige, bleiche Kinder für Angst und Schrecken sorgen sollten. Den Anfang dieser Remake-Welle machte Gore Verbinskis Neuinterpretation des auch international für Furore sorgenden Ringu, in dem ein unheimliches Video sieben Tage nach Sichtung für ein schreckliches Ableben des Zuschauers sorgen sollte. Knapp 250 Millionen Dollar spielte der Schocker an der Kinokasse weltweit ein, weswegen weitere Remakes und eine eher misslungene Fortsetzung folgten. PARAMOUNT PICTURES spendierte dem Blockbuster letztes Jahr bereits eine Collectors Edition in 4K UHD, die selbstverständlich längst vergriffen ist. Jetzt folgte die abgespeckte Variante ohne Schnick-Schnack. Ich habe für Euch getestet, ob The Ring auch heute noch für stockenden Atem sorgt.

Deutscher Alternativtitel: Ring
Regie: Gore Verbinski
Darsteller: Naomi Watts, Martin Henderson, Brian Cox, David Dorfman, Jane Alexander, Lindsay Frost
Artikel von Christian Jürs
Hideo Nakatas Ring – Das Original (Ringu) zählt allgemein zu den populärsten, modernen Horrorfilmen aus Japan. Bei uns erschien der Film damals im Hause e-m-s mit einer Synchronisation zum Davonlaufen, weswegen ich meine damalige Sichtung nach wenigen Minuten abbrach. Zur seligen VHS-Zeit hatte man halt noch nicht die Option, auf die Originaltonspur mit Untertiteln auszuweichen. Vor zwei Jahren korrigierte der Verleiher Plaion Pictures zwar diesen Fauxpas und spendierte dem Streifen eine Neusynchronisation (die wirklich empfehlenswert ist), als aber The Ring anno 2002 unter dem Titel Ring in unseren Kinos anlief, hatte ich diese Option noch nicht, weswegen ich damals das Remake dem Original deutlich vorzog. Ob das heute immer noch so ist?

Die Journalistin Rachel Keller (Naomi Watts) ist bestürzt. Ihre Nichte Katherine (Amber Tamblyn), mit der sie ein sehr gutes Verhältnis pflegte, ist überraschend im Alter von nur 16 Jahren an einem Herzstillstand verstorben. Ihre beste Freundin Rebecca (Rachael Bella), die zu dieser Zeit bei ihr war, fristet seither ein verängstigtes Dasein in der Psychiatrie. Für Rachel Anlass genug, dem mysteriösen Ableben von Katie auf den Grund zu gehen.
Auf der Beerdigung erfährt sie von Freundinnen Katherines, dass sie, exakt eine Woche vor ihrem Ableben, mit drei Freunden das Wochenende in einer Hütte des Feriendorfes Shelter Mountain Inn verbracht hat. Eigentlich keine weitere Beachtung wert, wären ihre Begleiter nicht ebenfalls, am selben Abend und zur gleichen Zeit wie Katherine, auf unerklärliche Weise ums Leben gekommen. Für Katherine klingt dies nicht nach einem Zufall.

Augenblicklich begibt sie sich zur Ferienhütte und findet heraus, dass die Teenager sich vor Ort ein Videoband ausgeliehen haben, welches sich Rachel umgehend einsteckt und ebenfalls sichtet. Darauf zu sehen ist ein merkwürdiger Kreis, sowie eigenartige, surreale und scheinbar zusammenhanglose Bilder, die zunächst keinen Sinn ergeben. Als das Video beendet ist, klingelt das Telefon und eine unheimliche Stimme ertönt, die lediglich zwei Worte flüstert: Sieben Tage!
Rachel wendet sich daraufhin an ihren Ex-Freund Noah (Martin Henderson), einen Fotografen und Filmexperten, der aber auch nichts Ungewöhnliches auf dem Band entdecken kann. Als auch bei ihm das Telefon nach der Sichtung erklingt und zudem sowohl Rachel als auch Noah auf neu geschossenen Fotos nur noch verschwommen erscheinen, ist ihnen klar, dass ein Fluch auf ihnen liegt. Gemeinsam versuchen sie, dem Geheimnis des Videobandes auf die Spur zu kommen und den Fluch irgendwie abzuwenden. Als versehentlich auch noch ihr gemeinsamer, kleiner Sohn Aidan (David Dorfman) das Band in die Finger bekommt und in den Videorekorder steckt, beginnt ein verzweifelter Kampf um das Leben ihres Sohnes…

In tristen Bildern mit grünem Farbfilter entführt uns Regisseur Gore Verbinski (Fluch der Karibik) in seine Horror-Welt. Der Film startet gruselig mit dem letzten Abend von Katherines Leben, um danach in Richtung Mystery-Krimi zu wechseln. Dank einer hervorragenden Naomi Watts in der Titelrolle und einem geschickt aufgebauten Mysterium, welches sich grob ans Original hält, bleibt man auch heute noch bei der Stange. Der große Grusel, der sich vor über zwanzig Jahren in den Kinos einstellte, verpufft mittlerweile allerdings ein wenig. Dies ist, neben den selten auftauchenden Gruselszenen, auch der niedrigen PG-13-Freigabe geschuldet, die die wenigen Horrormomente leider nur dezent aufblitzen lässt, anstatt diese voll ausspielen zu können. So erblicken wir die schrecklichen Gesichter der Opfer des Videobandes leider nur für Sekunden. Trotzdem ist The Ring ein handwerklich ordentliches Remake, dass auch heute noch unterhält. Vor allem das Ende bleibt nachhaltig im Gedächtnis. ein guter Horrorfilm für Genre-Einsteiger.
Die Bildqualität des 4K-Updates ist gut, allerdings ist der Unterschied zur Blu-ray lediglich gering. Die englische Tonspur kommt im satten DTS-HD Master Audio 5.1 daher, alle anderen Tonspuren (Deutsch inklusive) gibt´s in Dolby Digital 5.1. Bonusmaterial gibt es leider gar keines, lediglich ein Wendecover ohne FSK-Logo ist vorhanden.
Amazon Partner Links: