Diese Review ist für mich eine absolute Herzenssache. Denn auch wenn ich kein Kind der Achtziger bin, ist der sympathische Abenteuer-Filmklassiker mit Paul Hogan und Linda Kozlowski, der sich zum Überraschungs-Hit mauserte, für mich absolute Kindheitserinnerung. Unverständlicherweise gab es den Film bei uns bis dato nie auf Blu-Ray, geschweige denn in 4K. Endlich (!) hat sich ein Verleiher, in diesem Falle WINKLER FILM, gefunden, der uns diesen Kultfilm samt seiner (ersten) Fortsetzung in High Definition fürs Heimkino veröffentlicht. Starten wir mal mit meiner Kritik oder besser gesagt, meiner Lobeshymne.

Originaltitel: Crocodile Dundee
Regie: Peter Faiman
Darsteller: Paul Hogan, Linda Kozlowski, John Meillon, David Gulpilil, Mark Blum
Artikel von Felix Falkenberg
Mick „Crocodile“ Dundee (Paul Hogan) ist ein rauer Abenteurer aus dem australischen Outback – charmant, furchtlos und etwas eigenwillig. Als die New Yorker Journalistin Sue Charlton (Linda Kozlowski) ihn für eine Story im australischen Busch besucht, beginnt ein witziges und spannendes Abenteuer. Doch der wahre Kulturschock folgt, als Mick mit ihr nach New York reist und sich plötzlich im Großstadtdschungel wiederfindet. Zwischen Straßenlärm, Wolkenkratzern und Großstadtneurosen kämpft er sich durch – und vielleicht auch in Sues Herz.

Wegen solcher Streifen bezeichne ich mich als Filmliebhaber. Ich habe Crocodile Dundee – Ein Krokodil zum Küssen das erste Mal irgendwann im Kindesalter gesehen. Meine Oma, mit der ich viele Filme geschaut habe, fand diesen Streifen immer toll. Mir sollte es ähnlich ergehen und so haben wir ihn uns damals immer wieder angesehen. Ich habe ihn bestimmt 30-mal oder mehr gesehen und trotzdem wird die charmante Komödie einfach nie langweilig. Das liegt für mich an vielerlei Gründen: Die Geschichte ist jetzt nicht wahnsinnig komplex, aber gerade deshalb kann man sich als Zuschauer oder Zuschauerin so in ihr verlieren. Es ist alles so sympathisch, so charmant, so herzlich. Der durchaus harmlose Humor von Crocodile Dundee – Ein Krokodil zum Küssen ist treffsicher eingesetzt. Immer wieder habe ich, auch heute noch, herzhaft gelacht. Es ist einfach ein Glücksgefühl, welches dieser Film mir schenkt. Er wäre mit Sicherheit auch in meiner Top 100-Liste aufgeführt.
Paul Hogan ist großartig in seiner einzig wirklich bekannten Film-Hauptrolle als rauer Abenteurer Mick Dundee. Ein Kindheitsheld für mich. Der Inbegriff von cool, immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen und irgendwie immer gut gelaunt und charismatisch. Spätere Versuche, mit Filmen wie Beinahe ein Engel oder Lightning Jack, beim Publikum zu punkten, blieben leider erfolglos. An seiner Seite zu sehen ist die wunderbare Linda Kozlowski als Journalistin Sue Charlton, die sich ebenfalls mit ihrer herzlichen Art ins Gedächtnis ruft. Die beiden Darsteller verliebten sich während der Dreharbeiten ineinander und waren bis ins Jahr 2013 miteinander verheiratet. Neben den Beiden gibt es eine ganze Reihe von sehr gut geschriebenen, lustigen Nebenfiguren, die alle ihren Moment im Rampenlicht haben. Niemand wirkt hier fehl am Platz.

Crocodile Dundee – Ein Krokodil zum Küssen lässt sich in zwei Hälften aufteilen. Die erste Hälfte spielt im australischen Hinterland, wo Dundee Sue in seine Welt der Safari, Landschaften und Aborigines einführt. Die zweite Filmhälfte spielt dann in New York City, wo wiederum Sue Mick in ihre Welt des Stadtlebens einführt und der australische Hinterwäldler sich plötzlich in der Millionenmetropole wiederfindet. Der Film ist also auch quasi ein Culture-Clash, was für zahlreiche witzige Pointen sorgt. Obwohl der Film knapp vierzig Jahre auf dem Buckel hat, ist er wunderbar gealtert, weil die Geschichte einfach charmant und mitreißend ist.
Hinzu kommt die wunderbare Musik mit einem Hauptthema, das mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert, sobald ich es höre. Ich könnte noch zahlreiche weitere Szenen aufzählen, aber dann würde ich zu viel verraten. Erwägenswert ist das Thema Zensur in Form des Encore Cuts, der auf der aktuellen Veröffentlichung aufgespielt wurde. In dieser Fassung wurden, auf Wunsch des Regisseurs, zwei aus heutiger Sicht umstrittene Szenen, bei der Dundee eine Person unsittlich begrabscht, die sich als Transperson entpuppt. In der heutigen Zeit, in der oftmals übermoralisch, mit erhobenem Zeigefinger kritisiert wird, durchaus diskussionswürdig. Ich halte die Schnitte allerdings für übertrieben. Crocodile Dundee – Ein Krokodil zum Küssen ist ein Kind seiner Zeit und die Mehrheit von Euch dürfte es auch so verstanden haben.

Crocodile Dundee – Ein Krokodil zum Küssen gehört zu meinen Lieblingsfilmen. Punkt! Er mag vielleicht etwas kitschig sein und vielleicht habe ich hier auch die rosarote Fanbrille auf, ist mir aber auch egal. Ich liebe diesen Film und empfehle ihn bedingungslos, vor allem, wenn Ihr auf Filme aus den Achtzigern abfahrt.
Mir lag zur Sichtung die Blu-Ray-Version vor. Bild- und Tonqualität sind wirklich gut restauriert worden. Der Ton liegt, auch bei der deutschen Tonspur, in DTS-HD Audio Master 5.1 vor – auf der 4K Scheibe sogar wahlweise in Dolby Atmos. Die deutsche Fassung macht Spaß, denn Synchronlegende Frank Glaubrecht passt perfekt auf Paul Hogan. Als Extras gibt es Kinotrailer und als besonderes Feature die Dokumentation Love of an Icon: The Legend of Crocodile Dundee. Darin geht es darum, dass der Film unter sehr ungewöhnlichen Umständen entstand. Die Besetzung und Crew verfügten über keinerlei Erfahrung im Spielfilmbereich, finanzielle Engpässe gefährdeten das Projekt bis zuletzt, und die Filmindustrie hatte dessen Potenzial zunächst nicht erkannt. Die Dokumentation präsentiert bislang unveröffentlichtes Filmmaterial sowie offene Interviews mit zahlreichen Beteiligten, darunter Paul Hogan und Linda Kozlowski. Die Doku sei hier auch noch mal empfohlen.
Viel Spaß mit diesem großartigen Klassiker.

Zur Kritik von Crocodile Dundee II
Amazon Partner Links: