Regisseur Michael Ritchie war einst der Mann für die leichte Kost. Fletch – Der Troublemaker, Auf der Suche nach dem goldenen Kind und Der Couch-Trip sind so typische Titel seines Wirkens, wobei sich Ritchie unmittelbar vor Zwei ausgebuffte Profis mit Die Bären sind los ebenfalls dem lockeren Sportkino zuwandte. Burt Reynolds hatte gerade seinen Hit Ein ausgekochtes Schlitzohr abgeliefert und Kris Kristofferson drehte zuvor A Star is born mit Barbara Streisand, ein Film, den es in einigen Remakes gibt, wobei die Version mit Lady Gaga von 2018 das aktuellste Remake ist. Reynolds und Kristofferson waren in der leichteren Filmkost recht erfolgreich und genau in diese Schiene gesellt sich Zwei ausgebuffte Profis. Eine locker, leichte Romanverfilmung um zwei Football-Spieler, die für den Film um den New-Age-Handlungsstrang erweitert wurde und damit bei den Fans des Buchs übel aufstieß. Aber die 1970er waren nun mal ein Jahrzehnt des gesellschaftlichen Aufbruchs in die Selbstoptimierung und Sinnsuche. Yoga, Kung Fu und Erweckungskurse waren der neuste Schrei und erreichten natürlich auch die Sportwelt. Fehlen noch die Sekten, die in den 1970ern gerade in der Film- und Sportwelt großen Zulauf fanden. EXPLOSIVE MEDIA, im Vertrieb von PLAION PICTURES, brachten den launigen Burt Reynolds-Schwank nun auf und DVD und Blu-ray heraus.

Originaltitel: Semi-Tough

Regie: Michael Ritchie

Darsteller: Burt Reynolds, Kris Kristofferson, Jill Clayburgh, Bert Convy, Roger E. Mosley, Carl Waethers, Ron Silver, Robert Preston, Brian Dennehy

Artikel von Kai Kinnert

Billy Clyde Puckett und Shake Tiller sind zwei Football-Profis bei einem NFL-Team. Sie sind beste Freunde und teilen sich nicht nur das Spielfeld, sondern auch ihr Leben – einschließlich der Freundschaft zur Teamtochter Barbara Jane Bookman. Als sich Shake und Barbara Jane verloben, beginnt ein humorvoll-chaotisches Dreiecksverhältnis, das durch absurde Selbstfindungsseminare, esoterische Gurus und den amerikanischen Lifestyle der 70er-Jahre zusätzlich angeheizt wird. Während das große Football-Finale naht, müssen die drei herausfinden, was ihnen im Leben wirklich wichtig ist.

Es gibt eine Serie zu dem Film! Man hatte den vorliegenden Kinofilm wohl auch als eine Art Pilotfilm verstanden und daraus 1980 eine fünfteilige Serie gemacht. Bruce McGill ist dort in der Rolle von Burt Reynolds zu sehen und David Hasselhoff als Kris Kristofferson. Ritchies sportlicher Vorgängerfilm Die Bären sind los bekam später auch eine Adaption zur Fernsehserie, wobei die Serie deutlich länger lief als der Versuch mit David Hasselhoff. Michael Ritchies Sportfilme haben einen Hang zum fröhlichen Plätschern, dass merkt man an dem vorliegenden Beispiel besonders gut – und boten sich damit wohl als ideale Basis für eine Fernsehserie an. „Launiges Plätschern“ umschreibt den Film Zwei ausgebuffte Profis wohl am passendsten, wobei das jetzt nicht schlecht sein muss. Ab und zu folgt der Film den beiden Protagonisten auch mal aufs Football-Feld, gerade zum Ende hin, wenn es um das entscheidende Spiel geht, zuvor jedoch scharwenzeln die beiden mittelalten Footballer plappernd und flirtend um die gemeinsame beste Freundin herum. Eine Heirat liegt in der Luft und Burt Reynolds versucht zu intervenieren. Von der ersten Minute an schwebt eine launige Atmosphäre mit, das Erzähltempo ist recht flott und man erwartet in jeder Sekunde einen großen Gag. Der allerdings nicht kommt. Der Film hat tatsächlich nicht einen einzigen Gag, jedoch eine lockere Atmosphäre und Dialoge, die eine gewisse Schmunzelbereitschaft auslösen. Von Anfang bis Ende hat der Film ein und dasselbe Erzähltempo, angefüllt mit kurzweiligen Situationen und Dialogen, die einen glatt vergessen lassen, dass der Film keinen echten Höhepunkt hat und plötzlich im Endspiel steht. Die fehlenden Höhepunkte kompensiert der Zwei ausgebuffte Profis durch gut gelaunte Hauptdarsteller und die beiden hervorragenden Nebendarsteller Bert Convy als Optimierungsguru, sowie Brian Dennehy als tumbe Defense auf zwei Beinen.

Zwei ausgebuffte Profis ist wie ein leichter Sommerwind, der ohne Rückstände leise durch den Kopf weht. Ein Burt Reynolds-Film ohne Ecken und Kanten, fluffig locker und ohne irgendeine Substanz. Die augenzwinkernde Betrachtung auf die aufkommende Selbstoptimierungswelle ist ein Zugeständnis an den damaligen Trend und lockert diesen Sportfilm, der eigentlich gar kein Sportfilm ist, angenehm auf. Zumal Bert Convy wirklich schmierig spielt, er hatte wohl, um sich auf die Rolle vorzubereiten, an solchen Kursen teilgenommen und liefert jetzt ab, was er dort erlebte. Insgesamt ein runder Film für interessierte Fans von Burt Reynolds.

Das Bild der gesichteten Blu-ray ist sauber und satt, der Ton ist gut. Als Extras gibt es Original Kinotrailer und eine Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, sowie ein Wendecover ohne FSK-Logo.

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