Vor drei Jahren bereits spendierte uns TURBINE MEDIEN Peter Jacksons leider vergessenen US-Einstand und zugleich den letzten Kinofilm mit Michael J. Fox in der Hauptrolle in einer unfassbaren 6-Disc-Edition, die allerdings nach kurzer Zeit ausverkauft war. Doch die Leute dort sind echte Filmfreaks und haben auch ein Herz für Sammler, die damals den Einkauf verpassten. Deshalb wurde jetzt nachgelegt, wenn auch nur noch mit drei Scheiben im Gepäck. The Frighteners ist eine bunte Wundertüte für Freunde abgedrehter Horrorkomödien geworden. Wartet also diesmal nicht und legt Euch umgehend diese kleine Spaßbombe zu.

Regie: Peter Jackson

Darsteller: Michael J. Fox, Trini Alvarado, Jeffrey Combs, Dee Wallace, Jake Busey, Troy Evans

Artikel von Christian Jürs

Einst für seine abgedrehten Splatterkomödien bekannt, waren die Tore nach Hollywood für Regisseur Peter Jackson nach den hervorragenden Kritiken zum Kriminaldrama Heavenly Creatures sperrangelweit offen. Jackson griff zu und langte gleich in die Vollen. Ganze 30 Mio Dollar ließ Universal Pictures springen, damit das neue Wunderkind sein mit Ehefrau Fran Walsh verfasstes Drehbuch in Neuseeland verfilmen konnte. Der Film sollte zwar später an der Boxoffice scheitern, doch brachte er auch wesentliche Veränderungen nach Hollywood.

Neben der aufwändigen Effektarbeit, die Schule in Hollywood machen sollte, fällte auch Hauptdarsteller Michael J. Fox eine Entscheidung am Set von The Frighteners. Der stetig mehr unter seiner Parkinsonerkrankung leidende Schauspieler hatte während der Dreharbeiten in Neuseeland nämlich heimweh und entschied, Kinofilmen den Rücken zuzukehren um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbrigen. Stattdessen nahm er daheim eine Sitcom-Hauptrolle an. Chaos City wurde ein Hit, allerdings trat Michael J. Fox nach vier Staffeln endgültig zurück, da seine Krankheit nur noch kleinere Auftritte möglich machte (in Season 6 kehrte er für ein paar Folgen nochmals zurück). Doch ich schweife ab, es soll hier schließlich um The Frighteners gehen. Kommen wir also zur Handlung.

Frank Bannister (Michael J. Fox) hat durch einen schweren Verkehrsunfall eine besondere Gabe erhalten: Er kann die Geister der Verstorbenen sehen, die den Weg ins Licht nicht gefunden haben und immer noch auf der Erde verweilen. Leider der einzig positive Effekt dieses ansonsten tragischen Tages, da Bannisters Ehefrau Debra (Angela Bloomfield) noch am Unfallort verstarb. Die Polizei verdächtigt Frank als Täter, kann ihm die Schuld am Ableben seiner Frau aber nicht nachweisen. Seither bekommt der Witwer sein Leben nicht mehr richtig in den Griff und verbündet sich stattdessen mit drei der umherirrenden Geister. Und so spuken fortan ein klappriger, alter Cowboy-Richter (John Astin), ein 70er Discoking namens Cyrus (Chi McBride) und Stuart (Jim Fyfe), ein verstorbener Akademiker, in den Wohnhäusern der Anwohner, damit Frank als vermeintlicher Geisterjäger den Spuk beenden und abkassieren kann.

Eine zeitlang fährt Bannister mit dieser Masche recht gut, doch irgendwann wird die hiesige Presse auf seinen Schwindel aufmerksam und macht ihm sein Geschäft zunichte. Doch es kommt noch schlimmer, als ein geisterhafter Sensenmann auftaucht und die Bevölkerung dezimiert. Einziger Zeuge ist natürlich Frank, da nur er den gruseligen Killer sehen kann. Doch damit lenkt er den Verdacht ungewollt auf sich selbst. Insbesondere der schmierige und offensichtlich verhaltensgestörte FBI-Agent Milton Dammers (Jeffrey Combs) ist von Bannisters Schuld überzeugt und heftet sich an seine Fersen. Rückhalt bekommt der Geisterjäger nur von seiner letzten Kundin Dr. Lucy Lynskey (Trini Alvarado), die gerade ihren Ehemann Ray (Peter Dobson) an den Sensenmann verloren hat. Sie glaubt Frank und hilft ihm bei den Ermittlungen. Dabei führt die Spur zu der zurückgezogen bei ihrer Mutter lebenden Patricia Bradley (Dee Wallace), die einst als junge Frau den Amoklauf des irren Krankenpflegers Johnny Bartlett (Jake Busey) überlebte. Kann sie Licht ins Dunkel bringen, damit Frank den unheimlichen Killer aus dem Jenseits stoppen und sich somit rehabilitieren kann?

The Frighteners mag bei so manchem digitalen Effekt wie ein Relikt der Neunziger wirken, der Film an sich ist ansonsten aber noch so frisch wie am ersten Tag – erst recht in dieser vom Originalnegativ abgetasteten und restaurierten Fassung aus dem Hause Turbine Medien, die offiziell von Peter Jackson abgesegnet wurde. Man machte sich auch die Mühe, den gut 11 Minuten längeren Directors Cut in synchronisierter Form vorzulegen, wobei man, sofern noch möglich, auf die Originalsynchronsprecher zurückgriff. Erstaunlich, wie gut Sven Hasper auch Jahre später noch immer auf den Tonfall des damals noch recht jungen Michael J. Fox hinbekam. Generell sieht man selten einen immerhin 29 Jahre alten Film in so gestochen scharfer Bildqualität. Der direkte Vergleich mit der Blu-ray aus dem Hause Universal Pictures zeigt, dass hier einiges herausgeholt wurde. Doch das ist noch gar nichts gegenüber der Tonqualität, die bei der Directors Cut-Version jetzt in einem glasklarem Dolby Atmos Mix vorliegt, der auch in der deutschen Synchronfassung wirkt, als wäre der Film brandneu.

Doch auf den Directors Cut beschränkte man sich freilich nicht. So hat die Wahl, Kinofassung und Directors Cut auf 4K UHD-Disc zu schauen, Audiokommentar von Peter Jackson inklusive. Auf der beiligenden Blu-ray-Bonusdisc befindet sich ein unfassbar ausführliches Making Of (4 Stunden!) von einst und ein von Turbine neuproduzierter Blick zurück von Filmemacher Christian Genzel, der Cast und Crew von damals zu Wort kommen lässt. Außerdem gibt es noch ein Booklet, verfasst von Christoph N. Kellerbach.

The Frighteners macht Laune, auch wenn das Publikum von damals dies nicht wahrhaben wollte. Schuld war u.a. auch das verfehlte PG-13 Rating, welches zu Umsatzeinbüßen führte. Uns soll das heute nicht mehr stören, denn nun kommen wir ja wieder in den Genuss des Streifens in Kino- und Directors-Cut-Fassung mit ungekürzter FSK 16-Freigabe.

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