Auf einem Bein kann man nicht stehen. Dies dachte sich wohl auch Autor Renatus Töpke und serviert uns daher, relativ kurz nach der Veröffentlichung seines Buches The Shark is not working: Die größten Desaster der Filmgeschichte, einen brandneuen Zombie-Invasions-Comic. Die von Martin Hoffmann und Roland Prinsler illustrierte Geschichte könnt Ihr jetzt als Taschenbuch aus dem Hause INFINITY GAZE STUDIOS käuflich erwerben. Ich habe mir die brutale Bildergeschichte einmal durchgelesen und verrate Euch nun, was ich davon halte.

Autor: Renatus Töpke

Illustrationen: Martin Hoffmann & Roland Prinsler

78 Seiten schwarzweiss

Artikel von Christian Jürs

Der liebe Renatus Töpke ist schon ein fleißiges Lieschen. Nur wenige Wochen nach unserem Videocast zum Sachbuch The Shark is not working: Die größten Desaster der Filmgeschichte schrieb er mich an, dass in Kürze ein neuer Comic in meinem Postfach landen würde. Danach dauerte es ein wenig, schließlich aber bekam ich mein Muster. Es ist bereits sein dritter Ausflug in das Zombie-Comic-Genre. 2021 erschien Zombies in der Großen Hoffnung, in dem eine Ghetto-Gang Bekanntschaft mit den lebenden Toten macht. Drei Jahre später kam dann Berlin: Untot, der allerdings an mir vorbei ging. Jetzt heißt es: Allein unter Zombies – und genau darum geht es in dem Comic.

Die Ehe von Leonis Eltern ist ein Scherbenhaufen. Doch während sich Mama und Papa in den Haaren liegen, bekommt das Großstadtkind Halt von ihrer liebevollen Oma, mit der sie sich am liebsten gemeinsam Filme auf der Couch anschaut. Leoni genießt die gemeinsame Zeit, doch diese läuft für ihre Oma in Kürze ab. Leoni ist am Boden zerstört und schört Stein und Bein, dass sie die, zur Beerdigung aufgebahrte, alte Frau bewegt hat.

Als tags darauf Papa endgültig das Handtuch wirft und auszieht und auch die Mama kurzzeitig, zwecks Einkaufs, das Haus verlässt, bleibt Leoni allein mit ihrer Katze zurück. Scheinbar aus dem Nichts taucht plötzlich eine unheimliche Bedrohung in Form von Horden von lebenden Toten auf, die ins Haus eindringen wollen, um Leoni zu verspeisen – auch die einst so liebe Omi ist unter ihnen. Doch ähnlich wie einst Kevin, der ebenfalls allein zu Haus war, weiß sich Leoni ihrer Haut zu wehren…

Im Gegensatz zu den verkorksten Teenagern in Zombies in der Großen Hoffnung haben wir mit der armen Leoni hier eine eindeutige Identifikationsfigur, der man gerne folgt. Optisch liegen beide Comics nah beieinander, wobei Allein unter Zombies komplett in Schwarzweiß gehalten ist, während in der Großen Hoffnung noch die Blutspritzer rot eingefärbt wurden.

Ich bin nicht der größte Comic-Fan, dass sei kurz erwähnt, doch Allein unter Zombies las sich flott und fluffig und tatsächlich ertappte ich mich dabei, mit dem Mädchen mitzufiebern. Das ist mehr, als ich erwartet hatte. Insgesamt würde ich sagen, dass das Taschenbuch als Zeitvertreib für Zwischendurch (78 Seiten sind fix durchgearbeitet) durchaus funktioniert. „Ich liebe es, mit dir Schwarzweißfilme zu schauen.“ – Warum RenatusTöpke, wenn Leoni und ihre Omi African Queen schauen, diesen Satz fallen lässt, erschließt sich mir nicht, da ich mir zu 110% sicher bin, dass er den Technicolor-Klassiker nicht grundlos falsch einordnen würde. Vermutlich möchte er das Wissen seiner Leser testen. Aber nicht mit mir, denn, um es mit den Worten Klaus Kinskis zu sagen: So blöd kann keiner sein!

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