Was ist besser als ein Film mit Jean-Claude Van Damme? – Nicht zwei Filme mit Van Damme, sondern ein Film mit gleich zweimal Jean-Claude Van Damme! Unter der Regie von Sheldon Lettich, der mit dem belgischen Actionstar bereits zuvor den Kampfsport-Hit Leon inszenierte (und später noch The Order und Hard Corps), sah man Van Damme erstmals in doppelter Ausführung (später trat er nochmals in Maximum Risk und in The Replicant in jeweils zwei Rollen auf). CAPELIGHT PICTURES gönnt dem launigen Action-Kracher jetzt eine liebevolle Veröffentlichung im Mediabook mit dem Film auf 4K UHD und Blu-ray, sowie einer prall gefüllten Bonus-Blu-ray. Fans der Muscles from Brussels werden an dieser Veröffentlichung nicht vorbeikommen.

Originaltitel: Double Impact
Regie: Sheldon Lettich
Darsteller: Jean-Claude Van Damme, Geoffrey Lewis, Alonna Shaw, Bolo Yeung, Philip Chan, Alan Scarfe
Artikel von Christian Jürs
Wir alle kennen Michael Douglas als großartigen Schauspieler. Doch auch als Produzent war der gute Mann nicht untätig. Filmklassiker wie Einer flog über das Kuckucksnest, Starman, Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben und China-Syndrome (in dem er selbst mitspielte) gehen auf seine Kappe. Anfang der Neunziger sah er im B-Actionbereich Potential und finanzierte, ohne Namensnennung, den Biker-Reißer Stone Cold – Kalt wie Stein und den hier thematisierten Geballte Ladung – Double Impact. Während Brian Bosworth als Vokuhila-Biker floppte, konnte der doppelte Jean-Claude Van Damme immerhin ein solides Einspielergebnis von 30 Millionen Dollar einfahren. Kein echter Hit, aber auch keine Box Office-Bombe.

Der smarte Kampfsportlehrer Chad Wagner (Jean-Claude Van Damme) lebt seit seiner frühesten Kindheit bei seinem Onkel Frank Avery (Geoffrey Lewis) in den USA. Gemeinsam führen sie eine Karate-Schule mit integriertem Fitness-Center. In Letzterem kann Chad die Damenwelt regelmäßig mit seinem Spagat beeindrucken. Auf einer gemeinsamen Reise nach Hongkong offenbart Frank seinem Schützling, dass dieser einen Bruder namens Alex (Jean-Claude Van Damme) hat. Beide wurden als Babys voneinander getrennt, als ihre Eltern von einer Gangsterbande, angeführt von den skrupellosen Geschäftsleuten Nigel Griffith (Alan Scarfe) und Raymond Zhang (Philip Chan), exekutiert wurden. Alex landete im Waisenhaus, Chad bei Onkel Frank.
Der Plan von Frank ist recht simpel. Chad und Alex sollen sich zurückholen, was rechtmäßig ihnen gehört und beim damaligen Doppelmord an ihren Eltern entwendet wurde. Dass sie dabei die Bösewichte aus dem Weg räumen müssen, ist Ehrensache. Dies klappt zunächst auch recht gut, doch so richtig können sich die wiedervereinten Zwillinge nicht riechen. Als Alex im Suff dann auch noch unbegründet eifersüchtig wird, da er sich ausmalt, sein Bruder könnte seine Herzensdame Danielle (Alonna Shaw) verführen, kommt es zu kurzen Handgreiflichkeiten (inklusive Nakedei-Liebes-Traumsequenz zwischen Van Damme und Frau Shaw, die zwei nette Argumente für ihre Besetzung offenbart). Doch als Danielle schließlich von den bösen Buben entführt wird, legen die Streithähne ihren Zwist beiseite und blasen zum Gegenangriff über. Dabei soll sich der einseitig blinde Handlanger Moon (Bolo Yeung) als gnadenlosester Gegner entpuppen.

Wenig Handlung, viel Krawall. Hier stellt sich nicht die Frage, wer hinter den feigen Morden an Chads und Alex Eltern steckt; das Publikum wird sofort eingeweiht. Es geht stattdessen um Action, Action und Action. Wobei hier deutlich weniger gekämpft wird, als damals in einem Jean-Claude Van Damme-Streifen üblich. Immer wieder wird zur Knarre gegriffen und rumgeballert, in bester Heroic Bloodshed-Manier. Quasi eine frühe Fingerübung für die späteren Van Damme Filme, bei denen er mit Regisseuren wie John Woo, Tsui Hark oder Ringo Lam zusammenarbeitete. Nicht ganz so elegant wie bei den Inspirationen, aber immerhin mit reihenweise platzenden Blutbeuteln. Der ein- oder andere Kick wird aber auch ausgeführt und gegen Bolo Yeung (Bloodsport) darf Jean-Claude Van Damme dann auch noch kurz antreten. Nice.
Auch wenn der Film 1991 in die Kinos kam, so schreit er doch Achtziger aus allen Poren, als Testosteron-gestählte Helden wie Schwarzenegger und Stallone Hochkonjunktur hatten. Viel Action mit wenig Geschichte drum herum, aber immer noch sehr spaßig. Auch die Doppelbesetzung von Van Damme ist handwerklich ordentlich gelöst worden für die damaligen Möglichkeiten. Dank des ziemlich guten 4K-Upgrades sind die oftmals im Bild befindlichen Body-Doubles jetzt aber durchaus leicht zu erkennen. Schwamm drüber, Hirn aus und Film starten.

Das Mediabook aus dem Hause capelight pictures dürfte jeden Fan mehr als zufriedenstellen. Die Bildqualität ist top, der Ton ebenfalls, wobei man hier, auf Deutsch und Englisch, zwischen dem gelungenen DTS-HD 5.1 Upmix und der Stereo-Variante entscheiden kann. Auf der Hauptdisc befindet sich außerdem ein Audiokommentar. Den Vogel schießt aber die prall gefüllte Bonus-Blu-ray ab, die und ein fast zweistündiges Making of liefert, sowie diverse Interviews, geschnittene und verlängerte Szenen (in Rohschnitt-Qualität), einen Blick hinter die Kulissen, ein B-Roll, Ausschnitte aus alten Interviews und diverse weitere Featurettes. Das reich bebilderte Booklet stammt von Art of Horror-Herausgeber und Actionfan Kevin Zindler.
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