Katastrophenfilme erlebten in der zweiten Hälfte der Neunziger ihren dritten Frühling, nachdem Roland Emmerich mit Independence Day die Welt in Schutt und Asche legte. Der Schwabe beendete den Hype Jahre später mit dem ultimativen Weltuntergangsfilm 2012 schließlich. In den Jahren dazwischen prallten Asteroiden auf die Erde, der Erdkern stand still, die Eiszeit brach über uns herein, Kühe flogen durch die Gegend und 1997 sollten gleich zwei Vulkane ausbrechen. Das Rennen um die Gunst des Publikums konnte damals dieser Kracher mit dem damaligen James Bond Darsteller Pierce Brosnan machen. TURBINE MEDIEN verpasste dem Krawallfilm von Roger Donaldson (No Way Out – Es gibt kein Zurück) ein brandneues, vom Regisseur abgesegnetes 4K Master, natürlich mit Dolby Atmos-Ton.

Regie: Roger Donaldson
Darsteller: Pierce Brosnan, Linda Hamilton, Jamie Renée Smith, Jeremy Foley, Charles Hallahan, Tzi Ma
Artikel von Christian Jürs
Regisseur Roger Donaldson ist ein verlässlicher Handwerker, der, ähnlich wie Peter Hyams, ordentliche Arbeit abliefert. Zu seinen Werken gehören tolle Filme wie Bank Job, Thirteen Days und The November Man, aber auch Mittelmaß wie Cadillac Man, Species und Pakt der Rache. Immerhin geht der beste Tom Cruise-Film auf seine Kappe: Cocktail (lol). Auch sein Dante´s Peak funktioniert wie Malen nach Zahlen, aber auf äußerst unterhaltsame Art und Weise.

Zunächst einmal lernen wir unseren Helden kennen und erleben, welches Trauma er im weiteren Verlauf des Films verarbeiten muss. Es handelt sich um den Vulkanologen (Mr. Spock Witz incoming!) Dr. Harry Dalton (Pierce Brosnan), der seine Verlobte Marianne (Walker Brandt) bei einem Vulkanausbruch in Kolumbien verliert. Eine sehr atmosphärische Szene, ganz im Gegensatz zum letzten Jurassic World-Streifen, in dem sich die Hauptfiguren erzählen müssen, was ihnen widerfahren ist, anstatt es zu zeigen. Fünf Jahre später erhält Harry von seinem Vorgesetzten Dr. Paul Dreyfus (Charles Hallahan) den Auftrag, den Vulkan am Fuße der Stadt Dante´s Peak zu untersuchen, der auffällige Aktivitäten misst. Scheinbar ein Routinejob, doch als zwei Teenager in den heißen Thermalquellen frittiert werden und gut gegarte Eichhörnchen überall herumliegen, ist Harry Dalton schnell klar, dass die idyllische Kleinstadt, die gerade eine Auszeichnung für gute Lebensqualität erhalten hat, in Gefahr ist. Gemeinsam mit der alleinerziehenden Bürgermeisterin Rachel Wando (Linda Hamilton), mit der Harry gaaaaanz sicher nicht eine romantische Beziehung eingehen wird, beruft den Krisenrat der Kleinstadt ein. Doch eventuelle Evakuierungspläne werden im Keim von Harry Boss erstickt, als dieser mit dem gesamten Team anrückt. Dieser beschwichtigt die Untersuchungsergebnisse wie der Bürgermeister in Der weiße Hai. Die Strände werden am vierten Juli offen sein und in Dante´s Peak bleibt auch alles beim Alten, Oberzicke! Es dürfte klar sein, dass sich dies als ein tödlicher Fehler herausstellen wird.
Nach einer guten Charaktereinführung und ein paar kleinen, fiesen Unfällen kommt es dann nach knapp einer Stunde zum großen Vulkanausbruch, vor dem unsere Helden fliehen müssen. Auch hier verläuft alles nach klassischem Muster. Ein paar Menschen sterben, die erwartbaren Figuren überleben und am Ende ist alles wieder gut. Klingt wenig spektakulär, ist es aber. Denn Dante´s Peak strotzt vor guten, handgemachten Effekten, von denen der Großteil auch bestens gealtert ist. Im letzten Drittel gibt es beinahe durchgehend Action und die Darsteller und Darstellerinnen sind auch allesamt bestens besetzt und aufgelegt.

Für mich war Dante´s Peak schon immer der bessere Film, auch wenn er kitschig und vorhersehbar ist. Volcano stinkt trotzdem dagegen deutlich ab, denn Roger Donaldsons Streifen ist schlichtweg ein spaßiges Unterfangen. Nach Twister und Daylight ist Dante´s Peak ein weiteres Katastrophenfilm-Highlight im Portfolio von Turbine Medien. Und wie gewohnt, hat man hier das bestmögliche herausgeholt.
So erstrahlt das neue 4K-Master in satten Farben und ordentlicher Schärfe. Der Dolby Atmos-Ton ist mal wieder eine Wucht, der 5.1-Ton ist aber auch richtig gut. Im Bonusbereich ließ man sich auch nicht lumpen und spielte mit Aus der Nähe betrachtet – The Making of Dante‘s Peak einen sehenswerten, einstündigen Blick hinter die Kulissen auf, der in HD remastered wurde. Darin kommen u.a. Roger Donaldson, Pierce Brosnan und Linda Hamilton zu Wort. Dieses Special hat eine Laufzeit von gut einer Stunde.

Außerdem gibt es einen Audiokommentar mit Regisseur Roger Donaldson und Produktionsdesigner Dennis Washington, Archiv-Galerien, Storyboards, Teaser und Trailer.
Dante´s Peak mag kein Meisterwerk sein, er ist aber höchst unterhaltsames Popcorn-Kino, der jetzt auch auf der heimischen Couch wieder ordentlich kracht – mehr als je zuvor.
Turbine Shop:
Special Edition (4K UHD & Blu-ray)