Serien-Mastermind Bryan Fuller (Pushing Daisies / Hannibal) präsentiert mit seinem Langfilm-Regie-Debüt den wohl abgefahrensten Film, der derzeit in den Kinos anläuft. Mit seinem Lieblings-Kannibalen-Darsteller Mads Mikkelsen im Gepäck und außerdem mit der legendären Sigourney Weaver obendrauf, erzählt er die Geschichte eines kleinen Mädchens, welches mächtig Ärger mit einem riesigen Killer-Kaninchen hat. Ihre letzte Chance ist ein Profikiller, der gleich nebenan wohnt und auf dessen Abschussliste gefährliche Monster stehen. Der Verleiher DCM serviert uns diese visuelle Achterbahnfahrt jetzt auf der großen Leinwand.

Drehbuch und Regie: Bryan Fuller

Darsteller: Mads Mikkelsen, Sophie Sloan, Sheila Atim, David Dastmalchian, Sigourney Weaver

Artikel von Christian Jürs

Endlich hatte ich mal wieder die Gelegenheit, eine Pressevorführung zu besuchen (diese finden bevorzugt vormittags statt). Dies ist mir, aufgrund meines Hauptberufes, leider nur sehr selten möglich. Da ich diesmal spontan Zeit hatte, habe ich mich einfach einmal überraschen lassen und bin jedem Trailer und auch jeder Inhaltsangabe aus dem Weg gegangen. Umso überraschter war ich, dass es sich bei Dust Bunny um eine wilde Mischung aus verschiedenen Genre-Perlen handelt. Mehr dazu weiter unten.

Die achtjährige Aurora (Sophie Sloan) verbringt jede Nacht in ihrem Bett in Angst und Schrecken. Sie ist überzeugt davon, dass ein riesiges Staub-Monster unter ihrem Bett haust und jeden, der ihren Zimmerboden berührt, zu verspeisen gedenkt. Zwar warnt sie ihre Stiefeltern (Line Kruse / Caspar Phillipson) eindringlich vor der Gefahr, doch die glauben natürlich, ihre Angst würde der blühenden Fantasie eines Kindes entspringen. So passiert, was passieren muss – Mama und Papa landen auf dem Speiseplan des Monster-Hasen und fortan ist Aurora auf sich allein gestellt.

Doch das Mädchen ist nicht dumm und hat gesehen, dass ihr geheimnisvoller Nachbar (Mads Mikkelsen) gefährliche Monster erlegt. Zumindest ist sie der Meinung, dies gesehen zu haben, denn in der Realität ist der einsam lebende Mann ein Profikiller, der plötzlich und ungewollt dieses Mädchen an der Backe hat, die nicht lockerlässt und ihn mit der Erlegung des Monsterhasen beauftragt. Er selbst ist überzeugt davon, dass kein Monster, sondern echte Mörder die Stiefeltern der Kleinen aus dem Weg geräumt haben. Widerwillig kümmert er sich fortan um Aurora, sehr zum Missfallen seiner Chefin (Sigourney Weaver), die das Mädchen gerne aus der Welt geschafft haben möchte, denn Zeugen sind in ihrem Geschäft schon immer eine unsichere Sache gewesen.

Man nehme ein Pfund Léon – Der Profi, vermenge dies mit einer Handvoll Pans Labyrinth und füge, unter kräftigem Rühren, einen guten Schuss Die fabelhafte Welt der Amélie hinzu – fertig ist das Dust Bunny-Menü. So in etwa fühlt sich Bryan Fullers Fantasy-Action-Märchen an. Er macht auch keinen Hehl aus seinen Vorbildern, insbesondere Léon – Der Profi blitzt mehr als nur durch. Das macht durchaus Spaß, insbesondere wenn Late Night with the Devil-Hauptdarsteller David Dastmalchian als weiterer Profikiller die Bühne betritt und eine wirklich komische Performance hinlegt. Und wer wollte nicht schonmal Sigourney Weaver mit zwei High Heel-Pistolen ballern sehen? Bitte sehr, hier bekommt ihr es. Der Rest des Casts, insbesondere natürlich der charismatische Mads Mikkelsen, aber auch der Nachwuchs in Form von Sophie Sloan, spielen super und sind bestens aufgelegt. Mit 106 Minuten Laufzeit ist die Nummer auch nicht zu lang geraten. Soweit, so gut. Doch uneingeschränkt kann ich Dust Bunny trotzdem nicht empfehlen.

Denn auch wenn die zusammengewürfelte Geschichte beim älteren Publikum freudige Erinnerungen wecken wird, so wirken viele Aspekte, vor allem die aus Léon – Der Profi, hier und da etwas plump nacherzählt. Die eigenen Attribute bleiben weitestgehend auf die wilde Genre-Mischung reduziert. Auch fragt man sich, sobald der Abspann über die Leinwand flimmert, was uns Bryan Fuller letztlich mit der Geschichte sagen wollte. Kann man mögen, Fuller wählt aber den schlichtweg einfachsten Lösungsweg, um seinen Film zu beenden. Was aber unstreitbar schlecht ist, sind die wirklich miesen CGI-Effekte. Während die Welten liebevoll gestaltet sind, sieht das Monster-Häschen leider erschreckend digital aus. Noch schlimmer wirkt das Loch im Boden, welches das Vieh aufreißt. Es wirkt wie ein ACME-Loch aus Falsches Spiel mit Roger Rabbit, nur in ganz billig ins Bild hereinkopiert. Schade eigentlich.

Mögen die Effekte auch mau sein und die Auflösung wenig befriedigend, es steckt viel Herzblut in diesem Film, der sich gerne ein wenig mehr von seinen Inspirationen hätte lösen können. Wer Bock auf wilde Fantasy-Action mit schrägen Figuren hat, der kann aber ruhigen Gewissens ein Kinoticket für Dust Bunny lösen und wird dies mit Sicherheit nicht bereuen.

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