Der wortkarge, finnische Goldgräber und Ex-Soldat Aatami Korpi ist zurück und muss sich erneut seiner Haut wehren. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs sind es jetzt nicht mehr die Nazis, die er fachgerecht entsorgen muss, sondern, ganz zeitgemäß, böse Russen von der Roten Armee. Diese wollen sich, angeführt vom ultra-fies aufspielenden Stephen Lang, für die vielen, von ihm gerichteten Soldaten, rächen. Doch sie haben sich mit dem Falschen angelegt, denn unser Held entkommt jeder noch so ausweglosen Situation. SONY PICTURES im Vertrieb von PLAION PICTURES haben die Schlachtplatte nun auch im Heimkino unzensiert veröffentlicht.

Originaltitel: Sisu 2
Drehbuch und Regie: Jalmari Helander
Darsteller: Jorma Tommila, Stephen Lang, Richard Brake, Tommi Korpela, Kaspar Velberg
Artikel von Christian Jürs
Das finnische Gemetzel Sisu: Rache ist süß entwickelte sich 2022 zu einem kleinen Überraschungs-Hit. Der Film, in dem ein stiller, finnischer Goldgräber Ärger mit gierigen Nazis bekommt und sich bleihaltig gegen diese zur Wehr setzt, ist eine kleine, spaßige Splatter-Granate mit gewaltigem Augenzwinkern. Kein Wunder, dass es zu einer Fortsetzung kam. Hierfür wurde das Budget ordentlich aufgestockt und der Cast um den kantigen Briten Richard Brake (The Last Stop in Yuma County) und vor allem Stephen Lang (Don´t Breathe / Avatar: Fire and Ash) erweitert. Insbesondere Letzterer hatte sichtlich Spaß an der Rolle der gnadenlosen, russischen Killermaschine, die gegen unseren Helden anzutreten gedenkt.

Die Story von Sisu: Road to Revenge passt auf einen Bierdeckel. Doch wegen der wird sich wohl auch niemand diesen Film leihen oder gar kaufen. Trotzdem werde ich Euch diese, in ein paar wenigen Sätzen, kurz einmal schildern: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrt der ehemalige finnische Soldat Aatami Korpi (Jorma Tommila) in das Haus in seiner Heimat zurück. Dieses liegt nun in dem von der Sowjetunion eroberten Gebiet, wo seine Familie einst von Kommandant Igor Draganov (Stephen Lang) und seinen Männern abgeschlachtet wurde.
Kriegsmüde baut er das gesamte Haus ab und verfrachtet es auf die Ladefläche seines Lastwagens, um es im freien Finnland erneut zu Ehren seiner Liebsten wieder aufzubauen. Doch die Russen sind rachsüchtig und hetzen ihm Draganov und dutzende seiner Soldaten auf den Hals. Aber egal ob Panzer, Flugzeug oder Maschinengewehr – ein Aatami Korpi lässt sich nicht aufhalten. Auf seiner Fahrt nach Finnland hinterlässt er eine blutrote, tödliche Spur.

Erst kürzlich habe ich den 2022er Sisu: Rache ist süß im Heimkino nachgeholt, da wir den Film in der Sendung Pantoffelkino besprochen haben. Mein Fazit war, dass es ein durchaus unterhaltsamer, netter, kleiner, comichafter Actionspaß war, der aber darunter litt, dass man, vermutlich aus Budgetgründen, immer wieder auf die Bremse trat und unseren Helden in Gefangenschaft verfrachtete. Kaum ausgebrochen, ging das fröhliche Gemetzel dann munter weiter bis zur nächsten Inhaftierung. Doch nicht jeder Gag saß und hier und da setzten sich Ermüdungserscheinungen bei mir ein, da allzu viel schlichtweg wiederholt wurde. Entsprechend gering waren meine Erwartungen bei der Fortsetzung.
Doch ich sollte mich täuschen. Regisseur und Drehbuchautor Jalmari Helander hatte diesmal, auch aufgrund der internationalen Beteiligung, deutlich mehr Geld zur Verfügung – und er nutzte dieses auch voll und ganz aus. Denn auch wenn es hier auch wieder eine kleine Actionunterbrechung zwischen dem zweiten und letzten Drittel gibt, so lautet die Devise diesmal doch: Höher – Schneller – Lauter.

Erneut bleibt unser Held, der einen zotteligen Hund im Schlepptau hat, stumm. Dafür darf Stephen Lang als Oberbösewicht umso mehr reden. Der Typ ist eine Bank und drückt dem Schlachtfest einen besonderen Stempel auf. Sisu: Road to Revenge ist ein Kindergeburtstag für Große, der an alte Warner Cartoons erinnert – oder aber an die letzte Viertelstunde von Freddy vs. Jason, in der sich die ikonischen Helden gegenseitig zerfleddern – nur halt von Beginn an. Dass dabei viele Szenen am Computer entstanden, ist durchaus verzeihlich, denn der Film will niemals ernst genommen werden, wodurch auch die derbsten Bluteffekte niemals wirklich hart oder gar eklig wirken. Sisu: Road to Revenge ist eine deutliche Steigerung zum Vorgänger. Eine Spaß-Bombe, die so manchem Zuschauer zu überdreht sein wird, mit Gleichgesinnten auf der heimischen Couch dürfte der Film aber gefallen.
Mir lag die Blu-ray in Rohling-Form vor. Bild- und Tonqualität sind natürlich super bei diesem neuen Film. Im Bonusbereich gibt es eine kleine Featurette und ein alternatives Ende, welches aber deutlich schwächer als das verwendete Ende wirkt.
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