Kennt Ihr das auch? Ihr habt Lust auf einen Horror-Thriller, habt aber nicht viel Zeit oder tendiert dazu, bei längerer Laufzeit auf der Couch einzuschlafen? Dann hätte die BUSCH MEDIA GROUP einen Vorschlag für Euch. Die argentinisch-neuseeländische Co-Produktion Play Dead – Die Todgeweihte, in der das vermeintliche Todesopfer eines Frauenmörders im Keller seines Hauses erwacht und nun verzweifelt einen Ausweg sucht, besticht nämlich durch extrem kurze Laufzeit. Inklusive Abspann läuft der Streifen nämlich lediglich 72 Minuten (oder auf DVD, dank schnellerer Wiedergabe sogar nur 69 Minuten). Langeweile scheint also ausgeschlossen. Doch lohnt sich der Thriller?

Originaltitel: Play Dead
Regie: Carlos Goitia
Darsteller: Paula Brasca, Damian Castillo, Catalina Motto, Marta Quarleri
Artikel von Christian Jürs
Weiter geht´s mit dem Abarbeiten meines Rezensions-Stapels. Play Dead – Die Todgeweihte erschien bereits Mitte Januar im Handel und rutschte bei mir und meiner chaotischen Ordnung aus Versehen auf den Stapel des Vergessens. Doch aufgeschoben bedeutet nicht aufgehoben und so bekommt nun auch dieser Titel aus dem Hause Busch Media Group seine Rezension. Here we go…

Alison (Paula Brasca) erwacht verletzt aus ihrer Bewusstlosigkeit. Sie befindet sich in einem Keller, in unmittelbarer Nähe von mehreren Frauenleichen, zu denen eigentlich auch sie gehören sollte. Doch der bullige, maskierte Killer (Damian Castillo), der die leblosen Damen dort hortet, hat einen Fehler gemacht und übersehen, dass Alisons Verwundung nicht tödlich war. Für die junge Frau steht fest, sie muss einen Ausweg aus diesem Albtraum, bzw. dem Keller, finden und sich immer dann, wenn der Frauenmörder mal wieder die Kellertreppe hinunterstapft, totstellen.
So kurz wie der Film, so knapp auch die Inhaltsangabe, denn mehr Geschichte gibt es vorerst nicht in Play Dead – Die Todgeweihte. Keine lange Einleitung und zunächst auch keinerlei Erklärungen. Der Film startet mit dem Erwachen von Alison. Wir sind dabei ebenso unwissend, wie sie in den Keller gekommen ist und was der maskierte Serienmörder mit den Leichen im oberen Wohnbereich anstellt. Doch keine Sorge, der Film wird in seiner knappen Laufzeit alles aufklären und einen Location-Wechsel in den Wohnbereich gibt es zu einem späteren Zeitpunkt auch noch.

Schauspielerisch schafft es Paula Brasca, den Großteil des kurzen Filmes zu tragen. Man fiebert mir ihr mit, auch wenn wir sie nie kennengelernt haben. Aber wer würde nicht mitfiebern, wenn ein fieser, maskierter Serienmörder einer Person nach dem Leben trachtet? Ihre Versuche, vor dem sicheren Tod zu fliehen, sind durchaus spannend geraten und auch die im späteren Verlauf der Handlung präsentierte Erklärung für die Grausamkeiten ergaben für mich Sinn. Das endgültige Ende ist dann das i-Tüpfelchen und gefiel mir besonders gut, aber…
Play Dead – Die Todgeweihte hat auch mehrere Baustellen. So leidet der Film an allen Ecken und Kanten am niedrigen Budget. Der Keller ist viel zu hell ausgeleuchtet und sauber geraten; alles wirkt wie eine Kulisse. Anders ist dies im oberen Wohnbereich, der scheinbar kein Studioset war. Allerdings ist der Killer dort auch stets bemüht, nichts kaputt zu machen. Alison versteckt sich hinter einer dünnen Glastür, die man mühelos hätte aufbrechen können, doch der Maskierte ziert sich. Bloß nicht die Tür eintreten oder gar die Scheibe zerstören. Und dann ist da noch dieses Messer, welches zum Einsatz kommt. Ganz ehrlich, das ist doch ein Buttermesser zum Brötchen beschmieren, wird aber benutzt, als wenn Michael Myers auf die Jagd geht. Und warum trägt der Killer daheim eigentlich immer noch seine Maske, wenn seine Opfer doch eigentlich tot sein sollten und ihn daher niemand erkennen kann? Ein Motorradfahrer sitzt ja auch nicht mit Helm auf dem heimischen Sofa. Solche Fragen sollte man sich gar nicht erst stellen, um hier Spaß zu haben.

Play Dead – Die Todgeweihte ist ein Horror-Thriller für Freunde von günstig produzierten Schockern. Paula Brasca überzeugt in der Hauptrolle, der schnelle Einstieg wirkt sich ebenfalls positiv auf den Unterhaltungswert aus und die wenigen Effekte sehen ordentlich aus. Über handwerkliche Mängel und inhaltliche Klopse muss man allerdings hinwegsehen, damit der Thriller funktioniert. Dafür ist die Nummer fix vorbei. So schnell, dass bei 72 Minuten Laufzeit bereits nach 65 Minuten (!!!) der Abspann einsetzt, dessen Laufschrift auffallend schleichend über den Bildschirm kriecht, um auf Spielfilmlänge zu kommen. Kann man machen, muss man aber nicht.
Die Synchronisation ist gut, als Bonus gibt es bei der physischen Veröffentlichung Trailer und ein Wendecover ohne FSK-Logo.
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