Heute kümmern wir uns um den fiesesten Affen seit Link der Butler. Nein, nicht um den im Weißen Haus, sondern um einen Haustier-Schimpansen auf Hawaii, der sich mit Tollwut infiziert und ausrastet. Es wird blutig im Horrorschocker Primate, den uns PARAMOUNT PICTURES im Vertrieb von LEONINE STUDIOS jetzt im Heimkino präsentiert. Ob der Schocker von Horror-Regisseur Johannes Roberts (Resident Evil: Welcome to Racoon City), in dem eine Gruppe Jugendlicher um ihr Überleben kämpft, ein spannender Nägel-Kauer wurde oder doch einfach nur Banane ist, könnt Ihr jetzt in meiner Kritik nachlesen.

Regie: Johannes Roberts

Darsteller: Johnny Sequoyah, Jessica Alexander, Troy Kotsur, Victoria Wyant, Gia Hunter, Benjamin Cheng

Artikel von Christian Jürs

Johannes Roberts liebt definitiv Horrorfilme. Zu Beginn seiner Karriere inszenierte er noch trashige Horrorgurken wie den Wald- und Wiesen-Heuler Forest of the Damned, in dem Effekte-Guru Tom Savini einen Auftritt hatte. Nach und nach stiegen die Budgets von Roberts Filmen und so durfte er schließlich den Hai-Schocker 47 Meters Down (und dessen Fortsetzung), das Sequel The Strangers: Opfernacht und die 2021er Verfilmung Resident Evil: Welcome to Racoon City inszenieren. Für seinen Affen-Terrorfilm Primate stellte man ihm 21 Millionen Dollar zur Verfügung. Ob er damit an Klassiker wie Link, der Butler und Der Affe im Menschen anknüpfen konnte? Wir werden sehen.

Ein Jahr nach dem Tod ihrer krebskranken Mutter, einer Linguistik-Professorin, kehrt Lucy (Johnny Sequoyah) zu ihrem Vater Adam (Troy Kotsur), einem tauben Schriftsteller, und ihrer Schwester Erin (Gia Hunter) zurück. In dem hochmodernen Anwesen an einem Steilhang auf Hawaii lebt außerdem noch der Schimpanse Ben (Miguel Torres Umba), den die verstorbene Mutter einst als Haustier mit in die Familie brachte und der über einen Sprachcomputer mit der Familie kommunizieren kann. Papa Adam hat derweil viel zu tun und muss, zwecks Buchpräsentation, für einige Zeit weg. Die beiden Schwestern wollen derweil die gemeinsame Zeit mit ihren Freundinnen Hannah (Jessica Alexander) und Kate (Victoria Wyant), sowie Kates Bruder Nick (Benjamin Cheng) im Haus totschlagen.

Was die Jugendlichen nicht ahnen und ihnen schließlich zum Verhängnis wird, ist die Tatsache, dass der freundliche Ben von einem mit Tollwut infizierten Mungo angegriffen und gebissen wurde. Der Tierarzt (Rob Delaney), der nach Bens Zustand schauen sollte, fällt dem plötzlich aggressiven Tier als erstes zum Opfer. Es dauert nicht lange, und Ben greift auch die ihm sonst so vertrauten, jungen Leute an, die sich in den Swimming Pool retten können. Dort scheinen sie vor Ben zunächst sicher zu sein, denn der Affe kann nicht schwimmen. Doch Erin wurde beim Angriff ihres Mitbewohners verletzt und braucht dringend ärztliche Hilfe. Werden die jungen Leute dem Zorn des Killeraffen entkommen können?

Wie schon im Hai Thriller 47 Meters Down sollte man es bei Primate nicht allzu genau mit der Logik nehmen. Während bei ersterem die Protagonisten unter Wasser, trotz stetig sinkendem Sauerstoff-Vorrat, ausgiebig miteinander quatschten, ist es bei Primate die Ausgangssituation, die reine Fantasie ist. Denn Affen sind auf Hawaii als Haustiere verboten und auch die Tollwut-Rate ist dort gleich null. Warum man die Handlung nun trotzdem unbedingt dort spielen lassen musste, zumal tatsächlich auf Madeira Island in Portugal und in Studios in London gedreht wurde, bleibt ein Geheimnis. Auch wage ich zu bezeifeln, dass Tiere, sollten sie mit Tollwut befallen sein, sich durch das Virus in Sadisten verwandeln. Wütend – natürlich, aber die Art, in der Ben hier als Killer vorgeht, ist schon reichlich derbe krank – für den blutgeilen Zuschauer aber durchaus unterhaltsam.

Nun muss ich aber auch gestehen, dass man bei einem Slasher-Tierhorrorfilm wie Primate die Logik nun auch nicht allzu hoch bewerten sollte. Lässt man die inhaltlichen Mängel außer Acht, so gibt Regisseur Johannes Roberts hier Vollgas. Der Streifen ist schnell (88 Minuten), blutig (trotz FSK 16) und wird für Genrefans niemals langweilig. Die Effekte sind weitestgehend top, auch wenn man hier und da erkennen kann, dass Ben mal von einem Schauspieler und mal von Animatronics dargestellt wird. Ein echter Affe, wie damals bei Link, der Butler, überzeugt da natürlich mehr. Andererseits ist es dem Tierwohl zuträglich, kein dressiertes Tier verwendet zu haben, weshalb man hier ein Auge zudrücken sollte.

Mir lag zur Rezension die Blu-ray in Rohling-Form vor. Bild- und Tonqualität sind, ebenso wie die deutsche Synchronisation, top. Im Bonusbereich gibt es einen Audiokommentar von Autor/Regisseur Johannes Roberts und Produzent Walter Hamada, sowie vier weitere Featurettes. Ein Wendecover ohne FSK-Logo soll bei DVD und Blu-ray außerdem vorhanden sein.

Amazon Partner Links:

Blu-ray

DVD

Prime Video

Zurück zur Startseite