Der Erotik-Thriller boomte in den Neunzigern, heutzutage ist er weitestgehend ausgestorben und zeigte sich in den Kinos schon lange nicht mehr. Umso überraschender war der phänomenale Kinoerfolg der Romanverfilmung The Housemaid – Wenn sie wüsste, der aus dem Nichts gekommen schien. LEONINE STUDIOS veröffentlichte den Super-Hit mit Sydney Sweeney, Amanda Seyfried und 1923-Held Brandon Sklenar jetzt im Heimkino. Ob Regisseur Paul Feig, der einst das schreckliche Ghostbusters-Remake mit den weiblichen Geisterjägern verbrach, in Sachen Thrill und Erotik nicht nur einen finanziellen, sondern auch einen qualitativen Treffer landen konnte, verrate ich euch in meiner Kritik.

Originaltitel: The Housemaid

Regie: Paul Feig

Darsteller: Sidney Sweeney, Amanda Seyfried, Brandon Sklenar, Michele Morrone, Indiana Elle

Artikel von Christian Jürs

Als Housemaid – Wenn sie wüsste bei uns etwas verspätet im Januar dieses Jahres in den Kinos startete, war ich neugierig, was am Hype um die Romanverfilmung dran sein würde. Ohne mich zu informieren, um was es überhaupt gehen würde in dem Film, entschied ich, gemeinsam mit meiner Frau mal wieder ins Kino zu gehen, während die Kinder daheim bei Toastbrot mit Mayonnaise darben mussten (nur ein Scherz – Mayonnaise ist viel zu teuergrins).

Millie Calloway (Sydney Sweeney) benötigt dringend einen Job, ansonsten droht der auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassenen Frau die Rückkehr hinter schwedische Gardinen. Da sie derzeit in ihrem Auto lebt, ist die junge Frau nicht wählerisch. Da erscheint es wie ein Geschenk des Himmels, dass sie von der wohlhabenden Nina Winchester (Amanda Seyfried) eine Anstellung als Haushälterin erhält, zu der auch Unterkunft und Verpflegung gehören. Millie scheint aus dem Gröbsten rausgekommen zu sein, auch wenn Ninas Tochter Cecelia (Indiana Elle), genannt Cece, sich als schwierig entpuppt. Ninas Ehemann Andrew (Brendan Sklenar) hingegen ist ein echter Gentleman – und attraktiv noch dazu.

Doch was so harmonisch beginnt, entpuppt sich schnell als Albtraum für Millie, denn Nina ist nicht die liebevolle Ehefrau und Mutter, die sie vorzugeben scheint. Ihre Eltern kamen einst bei einem Brand ums Leben, den Nina möglicherweise zu verantworten hatte, sie war in einer psychiatrischen Anstalt und wollte scheinbar ihre eigene Tochter ertränken. Auch Millie gegenüber verhält sie sich zunehmend sonderbar und feindselig. Wäre Andrew nicht so einfühlsam der neuen Haushälterin gegenüber, und wäre ihre Situation nicht so prekär, Millie hätte längst das Haus verlassen. Doch nach und nach spitzt sich die Situation zwischen Millie und Nina zu und schließlich funkt es bei einem gemeinsamen Theaterbesuch auch noch zwischen Andrew und Millie. Die ahnt jedoch nicht, wie gefährlich es wirklich im Anwesen der Winchesters für sie ist.

Was die Erotik betrifft, so besteht bei The Housemaid – Wenn sie wüsste, gegenüber seinen Vorbildern aus den Achtzigern und Neunzigern (Sea of Love – Melodie des Todes, Basic Instinct und Co.) reichlich Nachholbedarf. Doch ich will mal nicht so sein, denn das Genre lag schon viele Jahre brach und muss sich erstmal berappeln. Immerhin, Sydney Sweeney gewährt Einblicke auf ihre Side-Boobs, während Brendan Sklenar seinen knackigen, nackten Hintern immer wieder in die Kamera hält. Allerdings steht die Erotik nicht im Vordergrund, sondern die bitterböse Geschichte hinter der Beziehung zwischen Nina, Millie und Andrew. Die ganze Nummer ist schlussendlich sichtlich konstruiert, wenn man darüber hinwegsehen kann, und das konnten meine Frau und ich, dann entpuppt sich The Housemaid – Wenn sie wüsste, als flotter und höchst unterhaltsamer und sehr wendungsreicher Thriller.

Sydney Sweeney und Brendan Sklenar sind gut. Amanda Seyfried allerdings ist der Hammer. Ihr Schauspiel überstrahlt diese Produktion, insbesondere im letzten Drittel, in dem sie so richtig aufdrehen darf. Dass Regisseur Paul Feig eher aus dem Komödienbereich kommt, merkt man dabei deutlich. Richtung Finale wirds dann auch noch ein klein wenig blutig und der Film entlässt den Zuschauer (zumindest ging es uns so) zufrieden. Lediglich eine kurz vor Ende auftauchende Polizistin stört den Gesamteindruck ein wenig, denn ihr Eingreifen in die Handlung wirkt ein wenig plump und forciert. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. The Housemaid – Wenn sie wüsste ist ein kurzweiliges Vergnügen, dass auch bei der zweiten Sichtung noch funktioniert, auch wenn man die Wendungen innerhalb der Handlung bereits kennt, so kurzweilig geriet die ganze Nummer. Zumindest ging es mir so. Teil 2 darf gerne kommen und befindet sich bereits in Vorproduktion.

Mir lag zur Rezension die DVD in Rohlingform vor. Im Bereich der Extras gibt es hier die Featurette Pushing it Over the Edge: Creating the Stunts und Deleted Scenes. Wer zur Blu-ray oder 4K-Variante greift, bekommt noch zwei weitere Featurettes (From Page to Panic: Making the Housemaid & Secrets of the Winchester House: A Housemaid Tour), sowie zwei Audiokommentare.

Amazon Partner Links:

Steelbook (4K UHD + Blu-ray)

4K UHD (+ Blu-ray)

Blu-ray

DVD

Prime Video

Zurück zur Startseite