Nobody is perfect! – Außer vielleicht Tony Curtis und Jack Lemmon, die zwei Musiker spielen, die sich auf der Flucht vor einer brutalen Gangsterbande als Frauen verkleiden müssen und einer Mädchen-Combo anschließen, der auch die bezaubernde Marilyn Monroe angehört. CAPELIGHT PICTURES veröffentlichte den All-Time-Comedy-Classic von Kult-Regisseur Billy Wilder jetzt in unfassbar gestochenem 4K, dass fast so scharf ist wie die legendäre Blondine selbst. Für mich war die Sichtung ein lange überfälliges Wiedersehen, welches mit der prall gefüllten Bonus-Disc ein echtes Sahnehäubchen verpasst bekam. Alles weitere könnt Ihr jetzt in meiner Kritik nachlesen.

Originaltitel: Some Like It Hot
Regie: Billy Wilder
Darsteller: Marilyn Monroe, Tony Curtis, Jack Lemmon, Joe E. Brown
Artikel von Christian Jürs
Billy Wilders All-Time-Classic Manche mögen´s heiss gilt offiziell als einer der lustigsten Filme aller Zeiten. Auch wenn das Werk hier und da ein klein wenig in die Jahre gekommen ist, so kann ich dies doch anstandslos unterschreiben. Und täglich grüßt das Murmeltier und Die nackte Kanone (Das Original) würde ich vom Lachfaktor zwar höher setzen, doch das ist natürlich Ansichtssache. Meine letzte Sichtung von Manche mögen´s heiss lag mittlerweile Jahre zurück. Ich war gespannt, ob ich mich immer noch über den Film amüsieren kann und was capelight pictures qualitativ aus dem 1959er Film herausholen konnte.

Die Handlung von Manche mögen´s heiss setzt dreißig Jahre vor seiner Entstehung, also 1929, und damit mitten in der Prohibition, ein. In einem illegalen Nachtclub arbeiten die beiden Musiker Jerry (Jack Lemmon) und Joe (Tony Curtis) in der Club-Band. Der eine am Kontrabass, der andere als Saxophonist. Doch mit dem Job ist es vorbei, als die Polizei den Laden hochnimmt. Zu allem Überfluss werden die beiden auch noch Zeugen eines Bandenkrieges, bei dem mehrere Personen ums Leben kommen. Auf der Flucht vor den Gangstern verkleiden sich die beiden als arbeitssuchende Musikerinnen, um ihnen entkommen zu können. Kurzerhand wird aus Joe Josephine und aus Jerry wird Daphne, die, etwas unbeholfen, auf Stöckelschuhen in den Zug nach Florida steigen, als neue Bandmitglieder einer Damenkapelle namens Sweet Sue and her Society Syncopator.
Dort vergucken sich die beiden Flüchtigen in die besonders hübsche Ukulele-Spielerin und Sängerin Sugar (Marilyn Monroe), die sich auch gleich mit den beiden vermeintlichen Damen anfreundet. Als die Reisenden an ihrem Ziel, dem Ritz-Hotel in Miami ankommen, versucht Joe sein Glück bei Sugar, indem er sich als snobistischer Millionärserbe Shell Junior verkleidet und ihr am Strand über den Weg läuft – natürlich rein zufällig. Jerry, bzw. Daphne hat derweil ganz andere Probleme, denn der alternde Millionär Osgood Fielding III. (Joe E. Brown) hat sich in ihn, bzw. sie, verguckt. Und dann ist da noch die Mafia, die zufälligerweise ebenfalls vor Ort nach den entkommenen Zeugen aus Chicago sucht…

Keine Frage, Manche mögen´s heiss vom damaligen Regie- und Drehbuch-Wunderkind Billy Wilder (Das Appartement) ist auch heute noch ein zeitlos witziger Klassiker, der in jede gut sortierte Filmsammlung gehört. Das Comedy-Timing ist grandios und vor allem Jack Lemmon weiß hier zu brillieren, auch wenn Tony Curtis und Marilyn Monroe ebenfalls über jeden Zweifel erhaben sind. Letztere erwies sich am Set allerdings als wahnsinnige Geduldsprobe für ihre Kollegen, da sie stets um Stunden verspätet am Set erschien und viele, oft recht einfache Szenen, schlichtweg immer wieder vermasselte. Keine Frage, sie war eine echte Sexbombe, die allerdings unter schweren, psychischen Problemen litt, wie die Welt nur drei Jahre später, am 5. August 1962, dem Tag ihres Ablebens, feststellen musste. Sie wurde nur 36 Jahre alt.
Genaueres über die wilden Umstände, unter denen Manche mögen´s heiss entstand, erfahrt Ihr in der Mediabook-Edition. Diese bietet nämlich neben einer prall gefüllten Bonus-Disc, auf der sich mehrere Featurettes und Making Ofs aus verschiedenen Jahrzehnten befinden, in denen die Schauspieler und auch Billy Wilder selbst, zu Wort melden. Das neueste Special auf dieser Scheibe stammt aus dem Jahr 2003, als nur noch Tony Curtis übrig war, der sich zutiefst dankbar zeigte für das Leben, dass ihm dieser Filmerfolg (der beinahe keiner gewesen wäre) bescherte. Wirklich sehr sehenswert. Hörenswert hingegen ist der Audiokommentar auf den Haupt-Discs, der zusammengewürfelt aus diversen Interviews und Gastkommentaren wurde. Dort befinden sich auch Trailer, die übrigens das einzige Bonus-Material der DVD-Variante darstellen. Weitere Informationen zum Film findet Ihr im Mittelteil des Mediabooks, wo sich ein 24-seitiges Booklet, verfasst von Kathrin Horster befindet.

Der Film selbst ist in unfassbarer Qualität aufgespielt. Den Ton gibt´s auf Deutsch und Englisch wahlweise in 2.0 Mono oder als perfekten 5.1-Upmix. Das Bild ist super-scharf und schaut als, als wäre der Film dieser Tage gedreht worden (nur halt in schwarz/weiß). Manche mögen´s heiss bekommt einen Ehrenplatz in meiner Filmsammlung, denn dort gehört er schlichtweg hin. Kaufen, Leute, kaufen!
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