Social Media ist mörderisch! Diese These beweist die neuveröffentlichte Slasher-Satire Tragedy Girls aus dem Hause INDEED FILM eindrucksvoll. Darin gründen zwei Highschool Schülerinnen einen True Crime-Blog, den sie, nach Startschwierigkeiten, mit eigens inszenierten Morden zum Erfolg bringen wollen. Ein blutiges und äußerst schwarzhumoriges Unterfangen. Was der Film, der nach neun Jahren endlich in Deutschland erschienen ist, zu bieten hat, verrate ich in meiner Rezension.

Regie: Tyler MacIntyre

Darsteller: Brianna Hildebrand, Alexandra Shipp, Jack Quaid, Kevin Durand, Craig Robinson, Timothy V. Murphy

Artikel von Christian Jürs

Das Genre des Slasher-Films gehört zu meinen Favoriten im Horrorbereich. Es mag daran liegen, dass ich viel zu jung (als ich so um die 12 / 13 Jahre alt war), Filme wie Halloween – Die Nacht des Grauens und Freitag der 13. Teil 6 – Jason lebt aus dem Videoschrank meiner Eltern entwendete, um diese heimlich anzusehen. Besonders Letzterer gefiel mir damals unglaublich gut, da die Macher sich erlaubten, Comedy mit in die Horror-Szenerie einzubauen. Womit wir die perfekte Überleitung zu Tragedy Girls haben, denn auch hier werden kreative Mordszenarien mit Humor gepaart.

Die Highschool-Schülerinnen Sadie Cunningham (Brianna Hildebrand) und McKayla Hooper (Alexandra Shipp) sind beste Freundinnen. Um dem langweiligen Alltag ihres Heimat-Kaffs Rosedale zu entkommen, betreiben die beiden einen True-Crime-Blog namens Tragedy Girls. Doch die Klickzahlen sind mehr als enttäuschend. Sehr zum Ärger der beiden Besties, denn ihnen dürstet es nach Anerkennung und Ruhm. Sie wären gerne als Horror-Ikonen im Internet berühmt, doch worüber berichten? Zum Glück finden die beiden heraus, dass ein echter Serienkiller namens Lowell Orson Lehmann (Kevin Durand) in der Gegend sein Unwesen treibt. Von ihm hoffen die beiden Freundinnen, Infos für ihren Blog zu erhalten, doch dafür müssten sie ihn erstmal einfangen.

Als Köder benutzen sie den ahnungslosen Mitschüler Craig Thompson (Austin Abrams), der sich auf ein erotisches Autodate mit Sadie irgendwo weit draußen freut. Blöd für ihn, dass er als Opfer-Lamm herhalten muss, doch immerhin gelingt es den teuflischen Freundinnen, den irren Serienkiller tatsächlich einzufangen und gefesselt versteckt zu halten. Da er ihnen nicht behilflich sein möchte, entschließen die Freundinnen, selbst als Mörderinnen tätig zu werden. Doch das ist gar nicht so einfach, denn immer wieder werden ihre Bluttaten als bizarre Unfälle abgewunken. Als sie schließlich doch Erfolg haben, kommt es zum Streit der beiden, denn Sadie hat sich heimlich in Jordan (Jack Quaid) verguckt – und der ist ausgerechnet der Sohn des Sheriffs (Timothy V. Murphy).

Als ich die Pressemail zur Veröffentlichung von Tragedy Girls seitens Ideed Film erhielt, wusste ich ehrlich gesagt gar nichts über die Horror-Komödie. Doch die verschiedenen, abgebilderten Cover und das Genre Slasher machten mich neugierig. Zu Recht, denn der kleine, feine Film entpuppte sich bei Sichtung als äußerst unterhaltsame Satire, irgendwo zwischen dem 1989er Kultfilm Heathers mit Christian Slater und Winona Ryder und aktuelleren Horrorkomödien wie Freaky – Körpertausch mit Blutrausch. Zwar kann Tragedy Girls nicht gänzlich an die Qualität dieser beiden Filme heranragen, er ist aber trotzdem recht treffsicher bei seinen Pointen und bietet zudem jede Menge kleiner Splatter-Momente, die den Genre-Fan unterhalten dürften. Wichtig zu wissen ist halt, dass man in Tragedy Girls die Reise mit den Anthagonisten antritt. Einziger echter Sympathieträger innerhalb der Geschichte ist Jordan, der gewohnt sympathisch von Jack Quaid (Mr. No Pain) verkörpert wird.

Indeed Film spendierte der launigen Splatter-Komödie vier verschiedene, streng limitierte Mediabook-Editionen, jeweils mit Blu-ray und DVD darin. Die Bildqualität ist top, die Synchronisation ebenfalls ordentlich. Im Bonusbereich befindet sich ein Intro des Regisseurs, ein Audiokommentar, einen Kill Count, Trailer und eine Bildergalerie. Das Booklet beinhaltet ein Interview von Thorsten Hanisch mit dem Regisseur. Eine wirklich gute Veröffentlichung und ein kleiner Geheim-Tipp.

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