Während Star Wars an der Kinokasse gerade der Saft ausgeht, steckt in Mel Brooks grandioser Parodie noch jede Menge davon. Daher erhalten wir nächstes Jahr auch das längst überfällige Sequel, in dem der Meister, der in wenigen Tagen seinen 100. Geburtstag feiert (geboren am 28. Juni 1926), ebenso wie der noch lebende Rest der Crew, erneut auftreten wird. Selbst Rick Moranis, der standhaft jedes Ghostbusters-Angebot ausschlug, wird seine Rolle des Lord Helmchens noch einmal aufnehmen. CAPELIGHT PICTURES spendiert uns vorab den Original-Film in gestochen scharfem 4K-UHD mit reihenweise Bonusmaterial. Ich habe mich auf die Zeitreise begeben und die Spoof-Komödie, die ich damals, im Alter von 12 Jahren im Kino sah, nach langer Zeit wieder gesichtet. Lasst uns also nochmal gemeinsam die Wüste durchkämmen.

Originaltitel: Spaceballs
Regie: Mel Brooks
Darsteller: Bill Pullman, Daphne Zuniga, John Candy, Mel Brooks, Rick Moranis, Dick Van Patten
Artikel von Christian Jürs
Film-Parodien gelungen zu inszenieren ist eine Kunst. Klar, natürlich könnt Ihr euch derzeit Scary Movie 6 in den Kinos anschauen und so mancher wird sich dabei auch bestens amüsieren, doch über einfache Albernheiten kommt die Nummer nicht heraus. Ganz anders beim ZAZ-Team, die uns mit Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug, Top Secret! und Die nackte Kanone die Königsklasse dieser Filme präsentierte. Mel Brooks war der andere König der Spoofs, doch konnte ich über die wenigsten seiner Filme wirklich lachen. Zwei Werke aber stachen so sehr heraus, dass sie auch mich bestens amüsierten. Zum einen der großartige Frankenstein Junior mit Gene Wilder und Marty Feldman – und eben Spaceballs – Mel Brooks´ verrückte Raumfahrt (was für ein Titel-Zusatz), der neben Star Wars auch Star Trek, Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt und viele weitere Genre-Perlen parodiert.

Dem Planeten Spaceball geht die Luft aus. Doch statt ihr Schicksal einfach hinzunehmen und eventuell umzusiedeln, greifen deren Truppen, unter der Führung des unfähigen Präsidenten Skroob (Mel Brooks), den Nachbar-Planeten Druidia an, wo gerade die Vermählung von Prinzessin Vespa (Daphne Zuniga) mit dem öden Prinzen Valium (Jim J.Bullock) ansteht. Da die aber auf den Mann, den ihr Vater König Roland (Dick Van Patten) für sie auserkoren hat, so gar keinen Bock hat, flieht sie kurzerhand mit ihrer Hofdame, der Druidin Dotty Matrix (Lorene Yarnell Jansson) ins All, wo sie von Skroob und seiner rechten Hand, dem boshaften wie grausamen Lord Helmchen (Rick Moranis), abgefangen wird. Glücklicherweise sind gerade der hoch verschuldete Weltraum-Ganove Lone Starr (Bill Pullman) und sein treuer Möter – halb Mensch, halb Köter – Waldi (John Candy) in der Nähe und können die Prinzessin retten. Gemeinsam fliehen sie vor den Bösewichten und müssen dabei verhindern, dass der Planet Spaceball dem Planet Druidia die Luft absaugt. Um dies zu verhindern ist die Macht des allwissenden Yogurt (Mel Brooks) von Nöten. Nur er kann Lone Starr zeigen, welche Power in ihm steckt – und welche Franchise-Artikel er zu verkaufen hat.

Es ist nun schon ewig her, dass ich Spaceballs – Mel Brooks´ verrückte Raumfahrt zuletzt gesehen habe. Es mag daran liegen, dass die ZAZ-Filme in meiner Gunst schon immer die Nase vorn hatten, zumal ich bei deren Werken immer noch oftmals schallend lachen muss, während mir bei Mel Brooks doch eher sanfte Schmunzler entfleuchen. Nichtsdestotrotz ist dies hier sein Opus magnum, noch vor Frankenstein Junior. Nummern wie das Durchkämmen der Wüste, das Alien im Diner oder die herrliche Beaming-Szene haben sich seit damals in mein Gedächtnis eingebrannt und verursachen immer noch ein Lächeln in meinem Gesicht. Mel Brooks steckte gewohnt viel Herzblut in dieses Projekt und scharrte einen großartigen Cast um sich. Egal ob versierte Comedy-Schauspieler wie Rick Moranis und John Candy oder damalige, frische Gesichter wie die wundervolle Daphne Zuniga (Der Volltreffer – The Sure Thing) und der smarte Bill Pullman (Malice – Eine Intrige), der einen gelungenen Hybrid aus Han Solo und Luke Skywalker darstellen durfte, sie alle strotzen vor Spielfreude, die sich auf das Publikum mit Leichtigkeit überträgt – auch heute noch. Spaceballs – Mel Brooks´ verrückte Raumfahrt hat die Jahrzehnte deutlich besser überstanden als George Lucas´ Prequel-Trilogie. Punkt.

Das Mediabook aus dem Hause capelight pictures ist ein Träumchen. Das 4K-Master erstrahlt in satten Farben und ist gestochen scharf. Lediglich in den Wüstenszenen gibt es hier und da ein wenig Rauschen. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in PCM 2.0 Stereo, sowie im gelungenen DTS-HD Master Audio 5.1-Upmix vor. Hierbei sei bemerkt, dass die Tonhöhe der deutschen Sprachfassung diesmal angepasst wurde (im Gegensatz zur MGM-Veröffentlichung). Auf der Hauptdisc (4K-UHD & Blu-ray) befindet sich außerdem noch ein Audiokommentar von Mel Brooks, diverse Trailer und der deutsche Lauftext des Anfangs als VHS-Rip. Den Film mit deutschem Lauftext gibt´s dann auf der Bonus-Blu-ray, sowie diverse Featurettes und Rückblicke auf die Dreharbeiten, eine herzzerreißende Featurette über John Candy, den Film in wahnsinniger Geschwindigkeit (lol), Filmschnitzer, Filmausschnitte in Mawgese- und Oinkese-Sprache (doppel-lol), einen Story-Board- und Film-Vergleich und mehrere Fotogalerien. Das stabile Booklet umfasst 52-Seiten mit einem Auszug aus dem Buch All About Me von Mel Brooks.
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