Zendaya ist dieses Jahr im Kino omnipräsent, darunter in drei der größten und teuersten Filme des Jahres. Da ging dieses Kleinod mit Robert Pattinson an ihrer Seite ein klein wenig unter – vollkommen zu Unrecht, wie ich meine. Wer also zögerte und keine Kinokarte für diese durchaus ungewöhnliche Mischung aus rabenschwarzer Romantic Comedy und Drama löste, den möchte ich nun nachträglich für die Heimkino-Veröffentlichungen begeistern. Damit Ihr den Film vollends genießen könnt, kommt diese Kritik spoilerfrei daher, denn sogar die Trailer-Kampagne hielt sich mit dem Geheimnis, welches Zendayas Charakter umgibt, dankenswerterweise zurück. LEONINE STUDIOS bringt dieses kleine Juwel aus der Produktionsschmiede des A24 Studios jetzt auf Blu-ray, DVD und per Stream in euer Wohnzimmer.

Originaltitel: The Drama

Drehbuch & Regie: Kristoffer Borgli

Darsteller: Zendaya, Robert Pattinson, Alana Haim, Mamoudou Athie, Sydney Lemmon

Artikel von Christian Jürs

Letztes Jahr war das Kinojahr von Pedro Pascal, der gefühlt in jeder zweiten Hollywood-Produktion aufgetaucht ist. 2026 wird uns dies mit Zendaya ähnlich ergehen, wobei ihre anderen Filme allesamt riesige Blockbuster werden dürften. An der Kinokasse musste sich Das Drama – Noch mal auf Anfang, soviel ist sicher, gegen die übermächtigen Spider-Man: Brand New Day, Dune 3 und Die Odysee geschlagen geben, auch wenn der Film mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 130 Millionen Dollar bei Weitem kein Flop war. Qualitativ muss sich Das Drama – Noch mal auf Anfang von Kristoffer Borgli (Dream Scenario) jedenfalls nicht hinter der großen Konkurrenz verstecken.

Die Beziehung der Buchhändlerin Emma (Zendaya) und des Museumsdirektors Charlie (Robert Pattinson) beruht auf einer Lüge. Er erblickt die junge, attraktive Frau lesend in einem Café, googelt den besagten Buchtitel und gibt vor, den Roman zu kennen, um eine Grundlage für ein gemeinsames Gespräch zu finden. Tatsächlich geht sein Plan auf und die beiden verlieben sich ineinander. Gemeinsam leben sie fortan in ihrer Wahlheimat Boston und es dauert nicht lange, bis sie sich entscheiden, zu heiraten. Alles scheint perfekt, doch dann, bei einem Probierabend für das anstehende Hochzeitsmahl beim exklusiven Caterer, platzt die Bombe.

Grund hierfür ist ein von den Trauzeugen Mike (Mamoudou Athie) und Rachel (Alana Haim) nach ein paar Glas Wein vorgeschlagenes Beicht-Spiel, bei dem jeder der vier Anwesenden das Schlimmste offenbart, was er/sie jemals im Leben gemacht hat. Doch was als Spaß begann, endet in einer schockierenden Tragödie, als Emma ein äußerst brisantes Geheimnis aus ihrer Jugend ausplaudert. Alle Anwesenden, insbesondere Rachel, sind schockiert – und Charlie muss sich die Frage stellen, ob er die Frau, die er in Kürze beabsichtigt zu heiraten, wirklich kennt und ob er ihr überhaupt noch vertrauen kann.

Der norwegische Regisseur und Drehbuchautor Kristoffer Borgli ist ein wahres Wunderkind im Geschichten erzählen. Er hat es mit nur wenigen Filmen geschafft, die Kritiker auf seine Seite zu ziehen. Seine Werke Sick of Myself und der bereits erwähnte Dream Scenario sind originell und wirklich sehenswert. Dies gilt ebenso für Das Drama – Noch mal auf Anfang, der bei der Pressevorführung, der ich vor Monaten beiwohnte, für teils ungewöhnliche Reaktionen gesorgt hat. Klar, auf den ersten Blick haben wir hier eine rabenschwarze Komödie und Robert Pattinson agiert herrlich panisch, immer knapp an der Grenze zum Overacting, findet dabei aber stets die richtige Balance, damit wir darüber lachen können. Für Zendayas Charakter gilt dies aber, vor allem im letzten Filmdrittel, nicht immer. Nicht falsch verstehen, sie spielt ausgezeichnet und in entscheidenden Momenten sogar tief bewegend – übrigens wunderbar unterstützt von Jordyn Curet, die ihr jüngeres ich verkörpert.

Irritierenderweise wurde von einem Teil der Kinobesucher durchweg immer wieder schallend gelacht – auch in Momenten, die eigentlich eher tragisch und dramatisch, statt komisch, waren. Möglicherweise aber gehöre ja ich zu der Fraktion, die etwas falsch verstanden hat. Nach der Vorführung spalteten sich die Kritiker jedenfalls in zwei Lager. Die eine Seite war durchweg amüsiert, die andere, zu der auch ich gehörte, lobte die gelungene Mischung aus Komödie und Drama. Wer nun schlussendlich recht hat, dass müsst Ihr selbst für Euch entscheiden. Jedenfalls lässt der Film sein Publikum nicht kalt und regt auf jeden Fall zum Diskutieren und Austauschen ein. Bei der Zweitsichtung im Heimkino waren meine Frau und mein Sohn zugegen. Sie waren genauso begeistert wie ich (und lachten auch an den meiner Meinung nach richtigen Stellen).

Mir lag zur Rezension die Blu-ray in Rohling-Form vor. In den Extras befinden sich eine Featurette und ein Audiokommentar. Als Fazit kann ich nur empfehlen, dass Ihr euch diesen Film mit Zendaya und Pattinson nicht entgehen lassen solltet. Intelligentes und teils komisches, teils trauriges (Heim-)Kino der originellen Sorte. Das Studio A24 lag mal wieder goldrichtig.

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