Burt Reynolds war schon ein Superstar, bevor er überhaupt Filme drehte. Heutzutage kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie berühmt Burt Reynolds einst war, den kannte wirklich jeder, der konnte machen was er wollte, die Frauen schmolzen auf seinen Spuren dahin. Als er sich in den 1950ern beim Football das Knie dauerhaft verletzte und seit dem Schmerztabletten wie Smarties in sich hineinstopfte, wechselte er ins Schauspielfach, nahm Unterricht und begann als Darsteller und Stuntman beim TV, solange, bis John Boorman ihn in irgendeiner Kantine sah und sagte: „Das ist er!“ So kam Burt an die Rolle in Beim Sterben ist jeder der Erste und die Weltkarriere nahm ihren Anfang. Burt Reynolds war zeitlebens eine Legende, die lange damit haderte, sich nicht rechtzeitig neu positioniert zu haben. Und man glaubt es kaum, aber Theater war seine Leidenschaft. Der Mann hatte bis zuletzt ein kleines Theater als Schauspielschule und unterrichtete bis zum Schluss. Er liebte es, junge Schauspieler zu trainieren und zu fördern. In diesem Theater spielten aus Spaß an der Freude seine berühmten Freunde, ganze Truppen an Filmstars traten auf – und das kostenlos, niemand hätte die Gagen je bezahlen können, nur um sechs Wochen lang auf einer Theaterbühne Spaß zu haben. Burt Reynolds beschenkte seine Freunde, kaufte überall, wo er drehte, Wohnungen und ließ seine Leute dort kostenlos wohnen. Er wollte, dass die Menschen Freude haben und litt am Ende doch darunter, dass er es nie rechtzeitig in ernste Rollen geschafft hatte. Warum auch? Immerhin war er der Kerl, der fünf Jahre lang mit seinen Komödien hintereinander Platz-Nummer-1 im Box-Office war. Erst als er, seiner Meinung nach, einen „Soft-Porno“ drehte (Boogie Nights), bekam er eine Oscar-Nominierung. „Brando, Redford, die können alle spielen. Aber in Sachen Komödie stecke ich die beiden mit links in die Tasche.“ schmunzelte er einst in einem Interview in die Kamera. Burt Reynolds verstarb 2018 in seinem Bett während des Lesens eines Drehbuchs. Es war Once Upon A Time In Hollywood. Bruce Dern bekam dann seine Rolle. EXPOLSIVE MEDIA, im Vertrieb von PLAION PICTURES, brachten den launigen 70er-Jahre-Schwank des Superstars nun auf Blu-ray und DVD heraus.

Originaltitel: The End
Regie: Burt Reynolds
Darsteller: Burt Reynolds, Dom DeLuise, Sally Field, Strother Martin, Joanne Woodward Carl Reiner, Pat O´Brien, David Steinberg
Artikel von Kai Kinnert
Der skrupellose Immobilienmakler Sonny Lawson (Burt Reynolds) erhält eine niederschmetternde Diagnose und will dem unausweichlichen Ende zuvorkommen. Doch sein missglückter Selbstmordversuch bringt ihn in eine psychiatrische Klinik, wo er auf den ebenso unberechenbaren wie hilfsbereiten Marlon (Dom DeLuise) trifft. Gemeinsam beginnt für die beiden eine turbulente Flucht voller absurder Einfälle, schiefgehender Pläne und pechschwarzem Humor.

Was ich Ihnen jetzt sage, wird Sie schockieren, aber es kann unheimlich helfen, wenn man für diesen Film ein großer Burt-Reynolds-Fan ist. Alle anderen werden sich fragen, warum man Burt Reynolds dabei zusehen sollte, wie er, stets ikonisch im drei Knöpfe weit geöffnetem Hemd, vor der Kamera selbstmitleidige, jammernde und launige Dialoge/Monologe über den unvermeidlich anrückenden Tod von sich gibt. Sonny hadert mit seinem Schicksal und sucht noch einmal die Menschen seines Lebens auf, wobei ihn ein Selbstmordversuch in die wahrscheinlich beste Szene des Films katapultiert: Auftritt Dom DeLuise als Patient mit schizophrener Paranoia.
Als Reynolds nach dem Versuch in einer Psychiatrie aufwacht, sitzt Dom DeLuise in einem (halben) Anzug neben dem Bett und macht sich Notizen. Was folgt, sind knapp 10 Minuten eines gekonnt witzigen Auftritts von Dom DeLuise. Der Kerl macht das echt gut, ich habe schallend lachen müssen und wette, dass hier alles improvisiert war. Lieferte der Film bis dahin den einen oder anderen Dialog-Schmunzler ob der typischen Reynolds-Leichtigkeit, reißt Dom DeLuise das Ruder herum und zeigt, was für ein gutes und komisches Timing er als Schauspieler drauf hatte. In Angriffsziel Moskau (1964) hatte DeLuise eine der wenigen Gelegenheiten, als ernsthafter Schauspieler sein Können zu zeigen. Was für ein Kontrast zu Nobody is perfect. Aber beides war gut.

Nobody is perfect ist einer der typischen Burt-Reynolds-Komödien, die einfach davon leben, dass Burt Reynolds zu sehen ist. Eben weil der Mann ein so großer Superstar in den USA war, eine Ikone, musste er in seinen Komödien auch nicht mehr viel machen. Es reichte im Grunde schon sein Lächeln. Und vielleicht noch hinter einem Lenkrad sitzen. Oder sich im geöffnetem Hemd einen komplizierten Selbstmord herbei zu reden, nur um dann auf Dom DeLuise zu treffen. Der Film ist wahrlich ein ausschließliches Vehikel für einen attraktiven Burt Reynolds, hier wird viel launig geredet (wie bei der Beichte: „Vater, ich habe gesündigt.“ – „Was machen sie beruflich, mein Sohn?“ – „Ich bin Immobilienmakler.“ – „Ist das eine Sünde?“ – „So wie ich es mache, schon…“), wobei Dom DeLuise den Film rechtzeitig ergänzt und somit für ein kleines Highlight sorgt. Wer die 1970er und Burt Reynolds mag, wird an diesem Film sicher nicht vorbei kommen.
Das Bild der gesichteten Blu-ray ist sauber und satt, der Ton ist gut. Als Extras gibt es Trailer.
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